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Welche Denkfehler es in Sachen Unfallversicherung gibt

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Ob sich eine Unfallversicheurng wirklich lohnt, darüber gibt es geschiedene Meinungen


Ob sich eine Unfallversicheurng wirklich lohnt, darüber gibt es geschiedene Meinungen

Mit rund 26 Millionen Verträgen ist die Unfallversicherung die meist verbreitete Police zur Absicherung der Lebensrisiken. Trotzdem zieht so mancher Experte ihren Nutzen in Zweifel. Zu Recht? Das erfahren Sie hier.

Eine Risikolebensversicherung zahlt, wenn ich tot bin, eine Unfallversicherung zahlt, wenn ich einen Unfall habe – so in etwa dürfte der Laie über die scheinbar simpelsten Policen denken, die in der unübersichtlichen Versicherungswelt zu finden sind.

Weit gefehlt, findet Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Internetportals Finanztip. „Verzichtbar“, urteilte er jüngst in einem Medienbeitrag über die Unfallversicherung. Denn die Police gaukle lediglich vor, „in schwierigen Lebenssituationen tatsächlich zu zahlen“.

Er begründet dies unter anderem so:

Ein Unfall sei zwar die Voraussetzung, damit die Versicherung zahlt. Die viel wichtigere Voraussetzung sei aber, dass der Geschädigte dauerhafte Unfallschäden davontrage.

„Ein Beinbruch beim Skifahren genügt eben nicht. Das Bein muss hinterher schon ziemlich schief zusammenwachsen und eine wirkliche, langjährige Beeinträchtigung erleiden“, so Tenhagen – und das passiere glücklicherweise doch ziemlich selten.

Dazu verweist er auf Zahlen des Analysehauses Morgen & Morgen:

Demnach gehen rund 91 Prozent aller Fälle, die zu einer Invalidität beziehungsweise Berufsunfähigkeit führen, auf Krankheiten zurück, aber nur gut 9 Prozent auf Unfälle.

„Schließen Sie also keine Unfallversicherung ab, bevor Sie nicht versucht haben, sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung umfassend abzusichern“, rät der Finanztip-Chef Verbrauchern, da letztere auch im Falle einer krankheitsbedingten Invalidität leiste.

Kritik an der Gegenüberstellung von Unfallversicherung und BU-Police

Auch Versicherungsmakler Philip Wenzel sieht in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) die wichtigste Form der Existenzabsicherung, allerdings hält er Tenhagens Gegenüberstellung von Unfallversicherung und BU für unangebracht – und bemüht dafür seinerseits einen Vergleich:

Das sei wie der „Vergleich der Leistungsfähigkeit einer Wohngebäude- und einer Hausratversicherung“, schreibt Wenzel in seiner Replik auf Tenhagens Beitrag. Es gebe hier zwar einige Schnittmengen, aber die eine Police sichere eben hauptsächlich das Wohngebäude und die andere den Hausrat ab.

Unfallversicherung soll nicht das Einkommen absichern

Die Schnittmenge zwischen BU und Unfallversicherung sei ebenfalls „rein zufällig“, so Wenzel. Unter der „falschen Annahme“, eine Unfallversicherung sei für die Absicherung des Einkommens notwendig, folge für den Leser selbstverständlich, dass jede andere biometrische Versicherung dafür besser geeignet sei, fährt der Makler fort.

Außerdem sei es kein Fehler des Produkts, dass eine Unfallpolice nicht bei jedem Unfall zahle, sondern erst, wenn ein Dauerschaden vorliege. Sie sei „ja gerade deswegen so günstig, weil sie nur dann hohe Summen leistet, wenn eine schwere Invalidität infolge des Unfalls vorliegt“. Würde sie schon bei jedem Beinbruch eine Leistung erbringen, so Wenzel, müsste sie deutlich teurer kalkuliert werden.

Zudem merkt der Makler an, dass ein Beinbruch finanziell gesehen eben kein sprichwörtlicher Beinbruch sei – also kein Risiko, das einem ein Versicherer abnehmen müsste.

Das wäre erst bei einer schweren körperlichen Einschränkung aufgrund eines Unfalls gegeben. Hier wären beispielsweise Kosten für Umbauten und spezielle Anfertigungen nötig, schreibt Wenzel.

„Niemand von uns ist davor sicher, zu verunglücken“, warnt indes der Bund der Versicherten (BdV) in einer aktuellen Broschüre. Analog zu Makler Wenzel erklären die Verbraucherschützer darin, dass die Unfallversicherung in erster Linie den Kapitalbedarf abdecken solle, der beispielsweise für Umbaumaßnahmen von Auto oder Wohnung, zusätzliche Hilfsmittel oder Therapien, Hilfe im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung anfiele.

Grad der Invalidität zählt

Um den Verlust der Arbeitskraft finanziell abzufedern, sei hingegen die Berufsunfähigkeitsversicherung zuständig, so der BdV. Denn anders als bei der BU gebe es bei der klassischen Unfallversicherung keine vorher fest vereinbarte Leistung. Stattdessen zahlt der Versicherer im Ernstfall einen bestimmten Prozentsatz der vertraglich festgelegten Invaliditätssumme aus.

Dieser Wert richtet sich nach dem Grad der Invalidität, den der Versicherte beim Versicherer in Form eines ärztlichen Gutachtens geltend macht. So sind für einige Körperteile und Sinnesorgane feste Prozentsätze vereinbart – die sogenannte Gliedertaxe.

Beispiel:
Verliert der Versicherte nach einem Unfall ein Auge, so beträgt der Grad der Invalidität 50 Prozent. Allerdings kann die Gliedertaxe sowohl bei den Anbietern variieren als auch in den jeweiligen Tarifen. „Versicherer nutzen – je nach Qualität ihrer Versicherungsbedingungen – unterschiedliche Gliedertaxen“, stellt Finanz- und Versicherungsmakler Frank Rindermann klar.
„Dabei kann für die gleiche Beeinträchtigung bei Versicherer A ein Invaliditätsgrad von 60 Prozent vorliegen, aber bei Versicherer B ein Grad von 75 Prozent.“ Hier ist also ein genauer Blick ins jeweilige Bedingungswerk erforderlich. Auch bei der Wahl einer angemessenen Invaliditätsgrundsumme ist Sorgfalt gefragt.

Junge Menschen, Hausfrauen und -männer sollten hier mindestens 200.000 Euro veranschlagen, empfiehlt der BdV.

„Falls Sie Versorger Ihrer Familie sind, könnten Sie die Summe nach Ihrem Alter und Ihrem Einkommen festlegen“, heißt es weiter. Als Faustregel empfehlen die Verbraucherschützer, dass ein 30-Jähriger das Sechsfache seines Bruttojahreseinkommens absichern sollte, ein 40-Jähriger das fünffache Bruttojahreseinkommen, und mit 50 Jahren sollte es der vierfache Wert sein.

Zusätzlich rät der BdV dazu, eine Progression im Vertrag zu vereinbaren.

Was hat es damit auf sich?

Mit einer Progression erhalten Versicherte bei schwerwiegenderen Beeinträchtigungen mehr Geld, als ihnen nach dem festgestellten Invaliditätsgrad eigentlich zustehen würde. Das heißt, dass bei einer Invalidität von 50 Prozent nicht nur die Hälfte der vereinbarten Invaliditätsleistung ausgezahlt wird, sondern – je nach Vereinbarung – 200 oder 300 Prozent, wie der Versicherungsverband GDV vorrechnet.

Dazu ein Beispiel:

Herr Meier ist mit 200.000 Euro für den Invaliditätsfall versichert. Bei einem Verkehrsunfall verletzt er sich das rechte Bein so schwer, dass es unterhalb des Knies amputiert werden muss. Der Anspruch auf Invaliditätsleistung beträgt dann nach der Gliedertaxe für den Teilverlust des Beins 50 Prozent. Dieser Wert mal 200.000 Euro ergibt dann 100.000 Euro. Hätte Herr Meier eine Progression von 225 Prozent vereinbart, würden ihm 150.000 Euro zustehen.

Doch inzwischen gibt es erste Policen am Markt zu besichtigen, die ohne die – im Einzelfall durchaus komplizierte – Berechnung von Grundsumme, Gliedertaxe und Progression auskommen. Anstelle eines pauschalen Betrags werden hier alle tatsächlich entstehenden unfallbedingten Kosten erstattet – inklusive Einkommensverlust und damit einhergehender reduzierter Rentenansprüche. Gedeckelt sind die Leistungen erst bei satten 10 Millionen Euro.

Ein entsprechendes Produkt hatte die Bayersiche vor zwei Jahren entwickelt, in diesem Jahr zog der Volkswohl Bund nach.

Das Prinzip beider Konzepte:

Bei einem Unfall agieren die Versicherer so, als wären sie der Unfallverursacher, sie haften also gewissermaßen für den Schaden. Wer hier nicht nur Paralellen zu einer Haftpflicht mit Forderungsausfall erkennen will, sondern auch zur BU – Stichwort: Einkommensabsicherung –, darf das tun, muss es aber nicht.

Vielen Dank an die Pfefferminzia – Von

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