Schnelle Hilfe über Internet-Tool

Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich den Forderungen von Inkassounternehmen ausgesetzt sehen, gibt es seit dem 27. Februar 2018 von den Verbraucherzentralen ein neues Internet-Tool, mit dessen Hilfe sie die Berechtigung der geltend gemachten Inkassoforderung kostenlos überprüfen lassen können, den „Inkasso-Check“.

  • Inkassoschreiben sind längst alltäglich geworden
  • Viele scheuen rechtliche Auseinandersetzung
  • Schnelle Hilfe über Internet-Tool www.inkasso-check.de

Inkassoschreiben sind längst alltäglich geworden

Nahezu täglich haben die Verbraucherzentralen mit Fällen, wie dem von Frau H. aus Bremen, zu tun. Frau H. wusste nicht, was sie tun soll. Am Vormittag hatte die junge Mutter ein Anschreiben von einem Inkassounternehmen aus München in ihrem Briefkasten. Das Inkassounternehmen soll die Forderung eines Möbelhauses gegen sie durchsetzen. Angeblich konnte der Kaufpreis für die von ihr gekauften Waren von ihrem Konto mangels Kontodeckung nicht eingezogen werden. Jetzt soll Frau H. neben dem offenen Kaufpreis von 198,31 Euro zusätzlich 113,16 Euro für die Tätigkeit des Inkassounternehmens zahlen. Da das Inkassounternehmen ihr mit einem Negativeintrag bei der SCHUFA droht, überweist Frau H

. den geforderten Betrag sofort. In einem Beratungsgespräch bei der Verbraucherzentrale Bremen erfährt sie später, dass und wie sie sich gegen die unberechtigte Inkassoforderung rechtlich zur Wehr setzen kann. „Es kommen täglich Verbraucher zu uns, die verunsichert sind. Sie wissen nicht, wie sie mit einem Inkassoschreiben umgehen sollen. In 2017 haben über 300 Bremer und Bremerhavener Verbraucher wegen Fragen zu Inkasso und Rechnung unsere Beratung nachgefragt. In 2018 haben sich jetzt schon über 70 Verbraucherinnen und Verbraucher an uns gewandt“, sagt Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen.

Verbraucher scheuen rechtliche Auseinandersetzung

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher scheuen die Auseinandersetzung mit dem Inkassobüro und zahlen die Rechnung, obwohl sie von Forderungsberechtigung nicht überzeugt sind. „Aus unserer Beratung wissen wir, dass je kleiner die Forderung, desto höher ist die Zahlungsbereitschaft. Und das nur, um die Auseinandersetzung zu beenden“, sagt Oelmann.

„Das nutzen gerade die unseriösen Inkassounternehmen aus, um selbst aus den abwegigsten Forderungen noch Geld zu machen“, so Oelmann weiter. Häufig drohen diese auch mit Lohn- und Gehaltspfändungen oder mit Hausbesuchen zur Pfändung von Wertsachen.

Schnelle Hilfe über Internet-Tool

Mit Hilfe des online verfügbaren „Inkasso-Checks“ können Verbraucherinnen und Verbraucher nach Beantwortung einiger Fragen erfahren, ob sie überhaupt die Rechnung des Inkassounternehmens bezahlen müssen und wenn ja, ob wirklich die volle Höhe der Kosten fällig ist. „Mit dieser individuellen rechtlichen Ersteinschätzung wissen sie dann, ob es erfolgsversprechend ist, sich rechtlich gegen die Inkassoforderung zur Wehr zu setzen“, sagt Oelmann. Falls nötig und erwünscht, erhalten sie auch einen – auf ihren individuellen Sachverhalt zugeschnittenen Musterbrief, mit dem sie sich direkt gegen unberechtigte Inkassoforderungen zur Wehr setzen können.

Nach nur einer Woche im Netz konnten die Verbraucherzentralen bundesweit bereits rund 10.000 Zugriffe auf den „Inkasso-Check“ verzeichnen. Fast ein Drittel der Zugriffe erfolgte über die Seite der Verbraucherzentrale Bremen. Handelt es sich um komplexe Sachverhalte oder bleiben nach Nutzung von www.inkasso-check.de Fragen offen, können Verbraucher sich zum Beispiel direkt an ihre Verbraucherzentrale vor Ort wenden und dort eine unabhängige, persönliche Beratung in Anspruch nehmen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.