So sichern sich Motorradfahrer am besten ab

TOP Tarife finden

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Es ist für viele eine große Leidenschaft, aber eine nicht ungefährliche: das Motorradfahren. Eine gute Versicherung für Zweiradbezwinger ist besonders wichtig, die Unterschiede in den Angeboten aber nicht ohne. Worauf es beim Versicherungsschutz ankommt.

Bei Dreharbeiten zum Film „Captain America, Civil War“, der jetzt in den Kinos läuft, ist der Darstellerin Scarlett Johansson versicherungstechnisch Bedeutsames passiert. Während eines Drehs in Leipzig hatte sie offenbar die Kontrolle über ihr Motorrad verloren und war gegen einen Bordstein gefahren. Die Maschine schlitterte davon, Johansson auf dem Hintern hinterher. Sie verletzte sich nicht ernstlich, doch das hautenge Kostüm der von ihr verkörperten Superheldin Black Widow platzte, Johansson konnte einen Tag nur auf dem Bauch liegen, die Filmszene musste ungeplant mit einem Double gedreht werden.

Ein harmloser Unfall, der auch abseits eines Filmsets passieren kann. Und der zeigt, welch unvorhersehbare Folgen mit einem Unfall verbunden sein können. daher nicht nur in puncto Preis, sondern vor allem bei den Leistungen überzeugen.

Die Haftpflichtversicherung ist ein Muss und sollte jegliche Forderungen übernehmen. Motorradfahrer brauchen hohe Deckungssummen. Die gesetzlichen Vorgaben sind nicht ausreichend. Die meisten Verträge werden heute mit Versicherungssummen von 100 Millionen Euro abgeschlossen. Schließlich müssen sie beispielsweise dazu dienen, lebenslange Renten an schwer geschädigte Unfallopfer zu zahlen. „Genauso wichtig ist es, sich selbst abzusichern“, sagt Makler Andreas Bauer aus Burghausen. „Entweder über die ‚Fahrerschutzklausel‘, die dann zum Beispiel Verdienstausfälle übernimmt. Oder man sorgt zusätzlich mit einer Unfallversicherung vor.“

Vollkasko lohnt bei teuern Motorrädern und Leasing-Modellen

Wie in der Autoversicherung kann der Fahrer zusätzlich freiwillig eine Kaskoversicherung abschließen. Sie deckt Schäden an der eigenen Maschine ab und kann als Teilkasko- oder Vollkaskoschutz abgeschlossen werden. Besonders wenn eine Maschine neu oder sehr teuer ist, ist dazu zu raten. „Die Vollkasko ist im Gegensatz zur Kfz-Versicherung sehr teuer. Sinnvoll ist sie aber gerade dann, wenn das Fahrzeug durch einen Kredit finanziert worden ist oder es sich um ein Leasing-Fahrzeug handelt“, sagt Dennis Hofmann vom Versicherungsmakler Leimeister aus Aschaffenburg. „Und grundsätzlich empfiehlt sich eine Teilkaskoversicherung wegen der hohen Diebstahlzahlen.“

Die Beitragskalkulation der Versicherer ist dabei schwer zu durchschauen. Sie richtet sich nach dem Hubraum des Motorrads, der Regionalklasse für den Wohnort sowie der Schadenfreiheitsklasse. Darüber hinaus gewähren die Versicherer Rabatte. Wer die Maschine in der Garage parkt, Beamter ist oder ein Auto bei der gleichen Gesellschaft versichert hat, kommt häufig günstiger weg.

Fahrerkreis einschränken lohnt

So werden Neueinsteiger in die Schadensfreiheitsklasse 0,5 (anstatt 0) eingestuft, wenn sie seit drei Jahren im Besitz eines Führerscheins sind. Vor allem lohnt es sich, den Fahrerkreis für das Zweirad einzuschränken. So zahlt ein Fahranfänger als Alleinfahrer bei der Öffentlichen Oldenburg für ein Leichtkraftrad 109 Euro im Jahr. Lässt er auch andere Fahrer seine Maschine fahren, verlangt die Versicherungsgesellschaft 292 Euro.

Motorradfahrer, die ihre Maschine nur in den Sommermonaten nutzen, sparen mit einem Saisonkennzeichen etwa ein Drittel an Prämie. Zwischen den Anbietern sind die Unterschiede dennoch deutlich: Eine Yamaha mit 750 Kubikzentimetern Hubraum kann ein 40-Jähriger beim günstigsten Anbieter Europa von April bis Oktober für 130 Euro versichern, beim zweitteuersten Anbieter, dem Direktversicherer WGV Himmelblau, kostet die Versicherung bereits 154 Euro. Es sind allerdings auch bis zu 100 Euro mehr an Prämie möglich.

Kleinere Schäden selbst bezahlen

Fahrer, die ihre Maschine von November bis März ruhen lassen, können sich manchmal zum Saisonstart einen neuen Versicherer suchen. Es gibt jedoch keinen einheitlichen Kündigungstermin. Sie müssen im Vertrag nachlesen, ob die Kündigungsfrist zum Beispiel Ende Februar abläuft oder doch erst – wie bei Kfz-Policen üblich – am 30. November.

Um die Prämie niedrig zu halten, sollte man kleinere Schäden lieber selbst übernehmen. Sonst läuft man Gefahr, so stark in der Schadensfreiheitsklasse herabgestuft zu werden, dass es Jahre dauert, sich wieder „hochzuarbeiten“. Wer mit seinem Auto beispielsweise zehn Jahre lang unfallfrei gefahren ist, landet in der Motorradversicherung zwar in der Klasse SF 10. Nach einem Unfall allerdings würde er dann in der Regel bis auf SF 1 zurückgestuft.

Wann Unfälle bei der Polizei gemeldet werden müssen

Einige Versicherer zeigen sich nicht sehr streng, erst ab Schäden von 1.000 Euro hat der Versicherte die Pflicht, den Unfall der Polizei zu melden. Dazu zählen ADAC, Bruderhilfe sowie Signal Iduna, Gothaer, die Classic-Tarife der Huk-Coburg und Huk24. Das hat die Rating-Agentur Franke und Bornberg ermittelt.

Andere kontrollieren stärker und ziehen bei 500 Euro die Grenze. Bei allen Tarifen der Versicherungsgesellschaften Ergo und Janitos geht es am strengsten zu, alle Schäden müssen polizeilich aufgenommen werden. Wer nicht bei seinen Angaben bleibt, die er bei Vertragsschluss getroffen hat, riskiert die rückwirkende Anpassung des Beitrags, Geldstrafen oder im schlimmsten Fall die Kündigung des Versicherers, beispielsweise wenn andere Personen das Motorrad nutzen oder es sich nicht wie angegeben um ein Garagenfahrzeug handelt. Pingelig zeigen sich in diesen Fällen Admiral, Axa, Concordia, Cosmos, Ergo, Gothaer, HDI, Janitos, Signal Iduna, Volkswohl Bund und WGV. Die Württembergische belegt den Versicherten mit einer 1.000-Euro-Strafe.

Große Unterschiede bei grober Fahrlässigkeit

Gravierende Unterschiede, die weitreichende Konsequenzen haben, finden sich unter der Klausel „Einwand der groben Fahrlässigkeit“. Das heißt, im Schadensfall könnte der Versicherer dem Versicherten einen Teil der Schuld zusprechen und seine Leistungen kürzen. Verzichtet der Versicherer auf die Klausel, geht das nicht. Auch wer den Diebstahl seines Motorrads grob fahrlässig ermöglicht, bekommt oft kein Geld.

Möchten Kunden für diesen Fall vorsorgen, sollten sie darauf achten, dass nur Alkohol und Rauschmittel vom Versicherer als grobe Fahrlässigkeit eingestuft werden. Andere Versicherer führen in ihren Vertragsbedingungen lediglich den Passus „gesetzlicher Standard“.

Ruheversicherung außerhalb der Saison

Was viele nicht wissen: Außerhalb der Saison besteht eine Ruheversicherung. Ist das Fahrzeug ordnungsgemäß untergebracht, greift für diese Zeit der Schutz der Haftpflicht- und der Teilkaskoversicherung – obwohl kein Beitrag anfällt. Ist der Halter im Besitz einer Kaskoversicherung, ist sein Fahrzeug auch im Winter gegen Diebstahl, Feuer, Marderbisse, Sturm und Hagel versichert.

Wenn das schöne Wetter dann wieder lockt, sollte jeder Fahrer, der nicht im ADAC ist, einen Schutzbrief mit der Versicherung abschließen, empfiehlt Makler Hofmann, sonst wird’s unbequem, sollte die Maschine streiken.

Vielen Dank an die Pfefferminzia – Autor: Elke Schulze

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