So sorgen Familien vor

So sorgen Familien vor

So sorgen Familien vor

Die Kinder schützen vor allen Gefahren – darauf kommt es Eltern vor allem an. Leider lassen sich Schicksalsschläge aber nicht immer vermeiden. Wenn die Eltern für diesen Fall dann immerhin privat vorgesorgt haben, kommen nicht auch noch finanzielle oder rechtliche Probleme hinzu. Worauf Eltern achten sollten, erklärt Margit Winkler vom Institut Generationenberatung in ihrem Gastbeitrag.

Die bewegendste Zeit eines Menschen ist wohl die Geburt eines Kindes und das Leben danach als Familie. Besonders beim ersten Kind ändert sich komplett alles. Ganz instinktiv wissen Mutter und Vater, dass das Neugeborene Schutz, Liebe und eine gute Versorgung braucht. Doch vor Unfällen und Schicksalsschlägen kann man die Familie nicht immer schützen.

Dennoch hilft eine finanzielle und gesundheitliche Absicherung in solchen Situationen. Damit rücken Themen wie Krankenzusatzversicherungen, Vollmachten oder Unfallversicherungen in den Fokus der Eltern. Viele sind aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten allerdings überfordert. Die folgenden Fragen helfen Familien dabei, einen Überblick zu bekommen.

1. Ist für das Kind immer eine gute ärztliche Versorgung gewährleistet?

Muss ein Kind aufgrund einer Krankheit oder Unfallverletzung ins Krankenhaus, möchten die Eltern meist mit in der Klinik bleiben. Je nach Krankenkasse und Alter des Kindes wird dies jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt: Bei gesetzlich Versicherten darf der Erziehungsberechtigte bis zu einem Kindesalter von zehn Jahren in der Klinik bleiben. Bei Privatversicherten sollte man diesen Anspruch unbedingt überprüfen und gegebenenfalls noch erweitern.

Private Krankenzusatzversicherung sowie Erweiterung der privaten Krankenversicherung

Eine private Zusatzversicherung für Neugeborene und Kleinkinder ist nicht teuer. Zudem erhält der kleine Patient so eine ausgezeichnete körperliche und gegebenenfalls psychologische Behandlung. Allerdings akzeptieren private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen nur Versicherte, die zum Zeitpunkt des Abschlusses gesund sind. Auch Kleinigkeiten, die schon lange zurückliegen, können zur Ablehnung führen. Deshalb sollte man dieses Thema besser nicht auf die lange Bank schieben.

2. Was passiert, wenn das Kind einen Unfall hat?

Kinder krabbeln, laufen, fahren Fahrrad und fallen deshalb auch oft hin. Aber was ist, wenn so eine Situation einmal schlimmer ausgeht als gedacht? Für solche Fälle gibt es Unfallversicherungen. Diese schützen die Familien vor hohen finanziellen Belastungen nach einem Unfall. Bei der Versicherung kann auch eine Beitragsrückerstattung vereinbart werden. Dabei werden die Beiträge angespart und stehen zu einem späteren Zeitpunkt, wie zum Beispiel dem 18. Lebensjahr, zur Verfügung. Welches das richtige Modell ist, entscheidet am Ende der Geldbeutel.

3. Was geschieht, wenn ein Elternteil verunglückt, berufsunfähig oder zum Pflegefall wird?

Wenn ein Elternteil verstirbt, ist das für alle Familienmitglieder schlimm. Daher sollten beide Elternteile dieses Risiko absichern. Eine Risikolebensversicherung garantiert den Angehörigen im Todesfall eine finanzielle Unterstützung. Verstirbt der Versicherungsnehmer, zahlt die Versicherung dem Begünstigten die vereinbarte Versicherungssumme aus. Auch hier unterscheidet man eine kapitalbildende Lebensversicherung und Risikolebensversicherung.

Auch eine Berufsunfähigkeit oder ein Pflegefall kann große Auswirkungen auf die finanzielle Entwicklung der Familie haben. Ohne eine private Vorkehrung haben diese Dauerbelastungen erheblichen Einfluss für den Familienalltag. Daher empfehle ich allen Eltern eine Berufsunfähigkeits-, Pflegetagegeld– sowie private Rentenversicherung.

Bei der privaten Rentenversicherung wird meist eine Beitragsrückgewähr vereinbart. Stirbt der Versicherte also vor dem Rentenbeginn, werden die Beiträge an die bezugsberechtigte Person ausgezahlt. Auch eine Hinterbliebenenrente ist hier möglich. Wichtig: Benennen Sie unbedingt den Begünstigten.

4. Welche Vorsorge kann man treffen, falls beide Elternteile bei einem Autounfall sterben oder zu Pflegefällen werden?

Nachlass

Wenn man vom Sterben spricht, geht es auch immer um den Nachlass. Sobald ein Kind da ist, wird dieses zum Erben. Bei mehreren Kindern sieht die gesetzliche Erbfolge gleiche Teile vor. Wer dies anders verteilen möchte, sollte ein Testament errichten. Lediglich auf die Hälfte der gesetzlichen Erbfolge besteht ein Anspruch. Das ist der sogenannte Pflichtanteil.

Sorgerechtsverfügung

Meist sorgen sich Eltern darum, wo das Kind aufwächst, wenn tatsächlich der Todesfall eintritt. Hierfür ist ein Testament empfehlenswert, indem eine Sorgerechtsverfügung enthalten ist. Diese Verfügung hält fest, wen die Eltern als Sorgeberechtigten bestimmt haben zum Beispiel Tante, Pate, Großeltern.

Vorsorgevollmacht inklusive Betreuungs- und Patientenverfügung

Müssen die Eltern gepflegt werden, kommen zu finanziellen Herausforderungen unter Umständen auch rechtliche hinzu. Daher sollte man sich am besten schon frühzeitig um eine Vorsorgevollmacht inklusive Betreuungs- und Patientenverfügung kümmern. Wer keine Vollmacht hat, bekommt zwar einen Betreuer, allerdings wird dieser, unabhängig davon ob es der Ehepartner, das Kind oder ein Berufsbetreuer ist, vom Gericht bestellt und kontrolliert.

Auch für Finanz- und Gesundheitsfragen sind diese Unterlagen wichtig. Weder Ehepartner noch Eltern geschäftsfähiger Kinder vertreten einander automatisch. Es gibt Fälle, in denen die Eltern keine Auskunft über den Gesundheitszustand des erwachsenen Kindes im Krankenhaus erhalten und Situationen, in denen das Familienvermögen nicht für eine Anschaffung des Ehepartners verwendet werden kann.

Fazit

Sicherlich sind Unfälle und Schicksalsschläge keine Dinge, über die Familien gern nachdenken. Aber es gibt allen Familienmitgliedern Sicherheit für den Fall der Fälle, wenn die Familie für diese Fälle gut abgesichert ist.

Die Autorin Margit Winkler ist Geschäftsführerin des Instituts Generationenberatung. Als unabhängige Finanz- und Marketingfachfrau ist sie für Banken oder deren Verbundpartner im Vorsorgebereich tätig.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

One thought on “Unfälle und Schicksalsschläge

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