Die Niedrigzinsen fordern weiter ihren Tribut

Die Niedrigzinsen fordern weiter ihren Tribut

Auch Lebensversicherungskunden, die in fondsgebundene Policen investiert haben, bekommen jetzt die Auswirkungen der Niedrigzinsen zu spüren: Allianz Leben und Zurich wollen den Rentenfaktor senken. Kunden, die sich ihr angespartes Kapital als Rente auszahlen lassen, könnten dann geringere Leistungen erhalten.

Die Niedrigzinsen fordern weiter ihren Tribut – jetzt haben zwei große Versicherer angekündigt, auch bei ihren fondsgebundenen Lebensversicherungen und anderen kapitalmarktnahe Policen Einschnitte vornehmen zu wollen. Sie berufen sich dabei auf die langanhaltenden Niedrigzinsen.

Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wollen die Allianz Leben und die Zurich  den sogenannten Rentenfaktor senken. Betroffen sind Kunden, die sich die angesparte Summe aus ihrer Lebensversicherung in Form einer monatlichen Rente auszahlen lassen möchten.

Alles auf einmal oder regelmäßige Rente

Lebensversicherungskunden steht offen, sich nach einer bestimmten Vertragslaufzeit das angesparte Vermögen entweder als Einmalzahlung oder in Form einer monatlichen Rente auszahlen zu lassen. Die Änderungen bei Allianz und Zurich betreffen die letztere Form. Um zu berechnen, wie hoch die monatliche Rente mindestens ausfällt, werden die Anbieter zukünftig einen anderen Rechnungszins zugrunde legen. Bei der Allianz sollen es statt bisher 2,75 oder 2,25 Prozent dann nur noch 1,75 Prozent sein, bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber der F.A.Z. Die Folge: Die Kunden erhalten unter Umständen eine niedrigere monatliche Rente ausgezahlt als zu Vertragsbeginn in Aussicht gestellt wurde.

Auch bei der Zurich sinkt laut Informationen der F.A.Z. der Rechnungszins, mit dem die Mindesthöhe monatlicher Rentenzahlungen ermittelt wird: Bei fondsgebundenen Verträge müssten die Kunden zum Jahreswechsel mit einer Senkung des Rentenfaktors zwischen 18 und 25 Prozent rechnen.

Rund 700.000 Verträge betroffen

Laut dem Allianz-Sprecher seien die früheren Rentenfaktoren in den Verträgen jedoch nur avisiert, den Kunden aber nicht zugesichert worden. Der Versicherer habe sich eine Änderung unter den zwei Bedingungen vorbehalten, dass sich die Lebenserwartung der Kunden merklich ändere oder aber der Kapitalmarktzins dauerhaft falle. Der zweite Fall ist nun eingetreten. „Wenn wir nicht handelten, müssten wir noch mehr Geld in sichere Anleihen investieren, es damit dem Kapitalmarkt entziehen und hätten geringere Renditechancen“, begründet der Allianz-Sprecher gegenüber der F.A.Z. die Maßnahme. Die Änderung sei mit einem Treuhänder abgestimmt worden.

Bei der Allianz sind rund 700.000 Verträge aus den Jahren 2001 bis 2011 betroffen. Man rechne nicht damit, dass am Ende tatsächlich eine niedrigere Rente für den Kunden herauskomme, so der Sprecher weiter. Die Senkung der Mindestzusage ermögliche es der Allianz jedoch, die Beiträge weiterhin in renditeträchtigere Kapitalmarktprodukte investieren zu können.

Mit der Senkung der Rentenfaktoren sind die Wirkungen der Niedrigzinsen jetzt auch bei kapitalmarktgebundenen Lebensversicherungs-Produkten angekommen. Bislang waren vor allem klassische Policen betroffen, die ihre Mittel vor allem in festverzinsliche Papiere anlegen und daher unter niedrigen Zinsen ganz offensichtlich zu leiden haben. Fonds- und kapitalmarktgebundene Produkte gelten als renditeträchtigere Ersatzprodukte.

Artikel – Das Investment

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