Immobilie als Kapitalanlage

Immobilie als Kapitalanlage

Die Wohnimmobilienpreise in deutschen Großstädten steigen weiter, zudem ist Baugeld günstig zu haben – da liegt es für viele Deutsche nahe, ihr Erspartes in ein Eigenheim zu investieren. Das Verbraucherportal Finanztip warnt nun allerdings vor solch einem Schritt. Die Gründe erfahren Sie hier.

Lohnt es sich noch, eine Immobilie in einer begehrten Großstadtlage zu erwerben? Diese Frage stellen sich viele Verbraucher, die täglich in der Presse über den Immobilienboom in Deutschland lesen.

Das Verbraucherportal Finanztip hat sich diese Frage auch gestellt und kommt zu einer Antwort, die man auch als Warnung auffassen könnte. „Traumrenditen von 5 oder mehr Prozent, von denen Makler häufig sprechen, sind in der Realität kaum zu erreichen. Selbst wenn die Preise in Zukunft weiter steigen, kommen wir in unseren Berechnungen nur auf eine Rendite von 3,4 Prozent“, sagt Dirk Eilinghoff, Experte für Baufinanzierung bei Finanztip. Die Prognose beruht auf einer Berechnung, die die Verbraucherschützer anhand eines Kaufs einer 70-Quadratmeter-Wohnung in ungenannter Lage durchgeführt haben.

Renditen unter Druck

„Sobald die Immobilienpreise in der Zukunft stagnieren und es vielleicht zu Mietausfällen kommt, sinkt die Rendite schnell auf nur noch 1 Prozent“, so Eilinghoff. Ob sich eine Immobilie als Kapitalanlage in den nächsten 20 Jahren lohne, hänge also von vielen Faktoren ab, meint der Verbraucherschützer.

Grundsätzlich gilt laut Finanztip: „Steigen die Preise, zu der man eine Immobilie verkaufen kann, wird mehr gebaut.“ Setze sich die mittlerweile anziehende Baukonjunktur fort, sinken demnach auch die Verkaufspreise für alle Immobilien irgendwann. „Je geringer der erzielbare Verkaufspreis in der Zukunft, desto geringer fällt die Gesamtrendite aus“, sagt Eilinghoff.

Zudem gebe es auch auf der Nachfrageseite des Immobilienmarktes Risiken. „Sollten die Bauzinsen in den kommenden Jahren steigen, können Käufer bei gleichem Einkommen nicht mehr so hohe Preise zahlen wie heute“, warnt Eilinghoff. Auch das könne zu sinkenden Preisen in der Zukunft führen.

Auch Pflege der Immobilie mit einrechnen

Neben dem späteren Verkaufspreis spiele auch der schwer zu kalkulierende Erhaltungsaufwand für die Immobilie eine wichtige Rolle. Denn bei einer Immobilie steige mit der Zeit eben auch der Bedarf an Renovierungen und Reparaturen.

„Ein 15 Jahre altes Badezimmer ist einfach abgenutzt und muss auf den neusten Stand gebracht werden“, sagt Eilinghoff. Beim Wiederverkauf drücke das dann den Verkaufspreis – oder der Verkäufer müsse mit eigenen, gesparten Mitteln renovieren. Hinzu komme das Risiko möglicher Mietausfälle durch säumige Mieter. „Oft bleibt dem Vermieter in diesen Fällen nur der teure Rechtsweg, was weitere Kosten verursacht“, so Eilinghoff.

Vielen Dank an die Pfefferminzia – Autor: Juliana Demski

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