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Um Streit mit dem Versicherer zu vermeiden

Um Streit mit dem Versicherer zu vermeiden

Beim Einwand der groben Fahrlässigkeit leisten manche Versicherer im Schadensfall nicht. Doch es gibt auch weitere Streitpunkte, die nach einem Einbruch oder Brand für Stress mit der Versicherung sorgen können. Wie man hier entgegenwirken kann, lesen Sie ProKlartexxt – ihr Versicherungsblog von ProFair24.

Die Kriminalstatistik der Polizei zeigt, dass die Zahl der Einbrüche 2016 erstmals seit Jahren zurückgegangen ist. Statt rund 167.000 im Jahr 2015 waren es im vergangenen Jahr etwa 151.000 Einbrüche. Damit liegt die Zahl im Vergleich zum Jahr 2007 (rund 109.000 Einbrüche) jedoch immer noch sehr hoch.

Ein gekipptes Fenster, am besten noch im Erdgeschoss, lädt Diebe geradezu zum Einsteigen in die Wohnung oder ins Haus ein. Mit der bundesweiten Kampagne (K)Einbruch macht die Polizei seit 2012 auf diese und viele weitere potenzielle Gefahren aufmerksam. Zudem fördert die Bundesregierung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit Zuschüssen Maßnahmen zur Einbruchssicherung des eigenen Heims.
Dringt tatsächlich jemand in das eigene Heim ein, plagen die Geschädigte dann oft nicht nur psychische Folgen. Sie müssen sich eventuell auch mit dem Versicherer über die volle Begleichung des finanziellen Schadens streiten.

„Aus meiner Praxis gibt es drei Probleme, die nach einem Einbruchdiebstahl vor Gericht landen, weil die Versicherung den Schaden nicht zahlen möchte“, berichtet Tobias Strübing von der Berliner Kanzlei Wirth Rechtsanwälte. „Das sind der Beweis eines Einbruchdiebstahls, die Stehlgutliste sowie der Wert beziehungsweise die Definition von Schmuck. Da steht dann die Frage im Raum, müsste der Wertgegenstand, wie die teure Uhrensammlung, nicht in einem Safe aufbewahrt werden“, so der Fachanwalt für Versicherungsrecht weiter.

Der Versicherungsnehmer muss den Einbruch beweisen. Das ist besonders schwierig, wenn das äußere Bild das Eindringen Fremder aufgrund fehlender Kratz- und Hebelspuren nicht sofort erkennen lässt. „Das bedeutet aber nicht, dass der Geschädigte keine Leistung erhält, auch wenn er zum Beispiel einen nachgemachten Schlüssel nicht beweisen kann“, sagt Strübing. „Der BGH hat darum in einem seinem Urteil vom 8. April 2015 (Geschäftszeichen IV ZR 171/13) noch einmal eindeutig im Sinne der Versicherungsnehmer geurteilt. Der Kunde muss nicht beweisen, wie Unbefugte in die Wohnung oder das Haus gelangt sind, da er das nicht kann, er war schließlich nicht anwesend. Ausreichend ist vielmehr das äußere Bild eines Einbruchs. Dafür kann es ausreichen, wenn der Geschädigte beweisen kann, dass sich Diebe nur mit einem Nachschlüssel Zugang verschafft haben“, erläutert der Berliner Jurist.

Bei der Stehlgutliste liegt der Fall etwas anders. Diese Übersicht der gestohlenen Gegenstände muss unverzüglich vom Kunden an die die Polizei wegen der Fahndung nach dem Diebesgut übermittelt werden. „Hier ist Vorsicht geboten“, empfiehlt Rechtsanwalt Strübing „Diese Liste darf nicht mit der Schadenaufstellung für die Versicherung verwechselt werden. Gelangt diese sogenannte Stehlgutliste zu spät an die Polizei kann es zu Kürzungen der Leistungen kommen“, so Rechtsanwalt Strübing.

Nach Ermittlungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft für ihren Einbruchreport 2016 sehen viele Betroffene sich selbst als verantwortlich für eine geringere Höhe der Schadenregulierung, weil sie zum Beispiel keine Nachweise über entwendete oder beschädigte Stücke liefern konnten. Darüber hinaus erkennen sie auch an, dass die nicht angemessene Höhe der Versicherungssumme ein Grund dafür ist, weniger erstattet zu bekommen.

Eine zu niedrig gesetzte Versicherungssumme kann teuer werden

„Bei der Versicherungssumme zu sparen, ist fatal“, sagt Tobias Strübing. „Das ist Sparen am falschen Ende, denn selbst ein durchschnittlicher Haushalt kommt schnell auf 30.000 bis 40.000 Euro. All die kleinen Sachen wie Kosmetik, Küchengeräte oder Kleidung werden oft unterschätzt“, so der Experte weiter. Bei einem Einbruch räche sich diese Sparsamkeit bereits. Aber noch viel schlimmer sei die Lage im Falle eines Brandes. „Gute Versicherungen schließen heutzutage jedoch bereits die Einwendungen bei Unterversicherung aus oder auch die grobe Fahrlässigkeit“, stellt er fest. Denn grob fahrlässig handelt theoretisch bereits ein Erwachsener, der ein Feuerzeug im Schreibtisch aufbewahrt, zu dem sein Kind Zugang hat – sollte deshalb ein Brandschaden entstehen.

„Wie schnell ist beim Verlassen des Hauses ein gekipptes Fenster vergessen“, meint auch Christian Waldheim, Key Account Manager Maklervertrieb Ost der Oberösterreichischen Versicherung. Darum schließt der Premiumschutz der Hausratversicherung DaHeim die grobe Fahrlässigkeit aus. Zusätzlich sind Wertsachen und Schmuck inbegriffen. „Edelsteine, Perlen, Münzen oder andere Gegenstände aus Gold bis 50.000 Euro müssen im DaHeim Premium-Tarif nicht in einem Wertschutzschrank gelagert werden, um ersetzt zu werden“, sagt Waldheim. „Damit ersparen wir unseren Kunden und uns selbst einen Rechtsstreit. Denn die Versicherten wollen sich im Schadensfall um andere Sachen kümmern, als um die Erstattung ihrer gestohlenen Gegenstände.“

Vielen Dank an die Pfefferminzia

 

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