Durch einen hohen Anstieg der Einnahmen präsentiert sich die Lage der Rentenkasse derzeit überraschend gut.

Der Koalitionsvertrag der Regierungskoalition aus Union und SPD umfasst unter anderem das Konzept einer doppelten Haltelinie bei Beitrag und Rentenniveau. Dies wird sich unmittelbar auf die Finanzen der Rentenversicherung auswirken, so das DIA.

Dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) zufolge schloss die Deutsche Rentenversicherung Bund das Jahr 2017 mit einem ausgeglichenen Haushalt ab – trotz Mehrausgaben wie zum Beispiel durch das Rentenpaket von 2014.

Dies gehe aus den Zahlen zur voraussichtlichen Finanzentwicklung hervor, die Präsidentin Gundula Roßbach in der vergangenen Woche auf dem MCC-Kongress “Zukunftsmarkt Altersvorsorge 2018” in Berlin vorgestellt habe.

So halten sich die Einnahmen in Höhe von 293,5 Milliarden Euro nahezu die Waage mit den Ausgaben von 293,2 Milliarden Euro. Dies sei unerwartet, da die Finanzexperten der Rentenversicherung von einem Abschmelzen der Nachhaltigkeitsrücklage ausgegangen seien.

Mehreinnahmen sorgen für Überraschung

Diese Rücklage betrug Ende des vergangenen Jahres den Zahlen zufolge 33,4 Milliarden Euro, was 1,61 Monatsausgaben der Rentenversicherung entspreche.

Die überraschend gute Kassenlage sei auf einen hohen Anstieg der Einnahmen zurückzuführen. Diese seien mit 4,5 Prozent schneller gewachsen als die Ausgaben (3,7 Prozent).

In den Prognosen für 2017 gingen die Experten noch von einem höheren Ausgabenanteil aus. Die fortwährend gute Beschäftigungslage habe der Rentenversicherung jedoch mehr Beiträge eingebracht als erwartet.

Trend setzt sich fort

Da die Nachhaltigkeitsrücklage Ende des laufenden Jahres voraussichtlich 1,59 Monatsausgaben betragen wird, gab es zu Beginn der Jahres eine leichte Absenkung des Beitragssatzes auf 18,6 Prozent, so die Rentenversicherung. Per Gesetz sei festgelegt: Überschreite die Rücklage 1,5 Monatsausgaben, so werde der Beitragssatz angepasst.

Der Beitrags-Trend der letzten Jahre setze sich somit fort: Seit dem Höchststand 1997/98 sei der Beitragssatz nach und nach auf den niedrigsten Stand seit 1993 (17,5 Prozent) abgesunken. Aktuell liege er damit niedriger als vor drei Jahrzehnten.

Laut DIA motiviert eine so entspannte Finanzlage der Rentenversicherung die Politik stets zu zusätzlichen Ausgabenbelastungen für die Rentenkasse. Derartige Befürchtungen habe Roßbach schon während den Jamaika-Sondierungsgesprächen im letzten Herbst gehegt.

Zwar sei die Rede davon, dass die Grenzen bei Rentenniveau und Beitrag je nach Bedarf durch zusätzliche Steuermittel sichergestellt werden sollen, doch sei trotzdem mit steigenden Ausgaben für die Rentenversicherung zu rechnen.

Bundeszuschuss wächst weiter

So sei die Finanzierung einzelner Projekte im Koalitionsvertrag nicht im Einzelnen beschrieben. Aktuell zahle der Bund 91,4 Milliarden Euro aus Steuermitteln in die Rentenkasse ein. Unabhängig von zukünftigen Mehrausgaben werde der Bundeszuschuss auf 100 Milliarden Euro und mehr ansteigen.

Laut Roßbach bleibe es jedoch bei der gegenwärtigen Relation von Beitragseinnahmen und Bundeszuschüssen. Beitragsmittel aus Erwerbsarbeit sowie für Lohnersatzleistungen und Kindererziehung machen derzeit über drei Viertel der Einnahmen der Rentenversicherung aus. (bm)

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