Check-up-Pflicht für den Haftpflichtschutz

Schutz vor der Pleite
Schutz vor der Pleite

Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Policen überhaupt. Viele Deutsche haben auch eine, nur ist diese oft nicht mehr unbedingt auf dem neuesten Stand. Hier gilt es nachzuziehen, denn die Versicherer haben bei vielen Leistungen nachgebessert.

Es ist ein Fall, der nachdenklich macht: Ein Fahrradfahrer fährt einen Fußgänger an und verletzt diesen schwer. Das Opfer klagt erfolgreich auf Schadenersatz – geht aber trotzdem leer aus. Denn der Fahrradfahrer hat kein eigenes Vermögen und ist auch nicht haftpflichtversichert. Das gibt es heutzutage gar nicht mehr in Deutschland? Mitnichten. „Eine Untersuchung des Versicherungsverbands GDV aus dem Jahr 2014 zeigt, dass 15 Prozent aller Deutschen nicht über den Schutz einer privaten Haftpflichtversicherung verfügen“, sagt Patrick Prüss, Leiter des Produktmanagements Haftpflicht bei der Gothaer. „Besonders prekär ist die Situation in Haushalten mit niedrigem Nettoeinkommen – hier sind es sogar 35 Prozent. Erfolgt hier ein Personenschaden, wird einem auch kein gerichtlicher Anspruch helfen“, sagt er.   

Für Prüss ist die Einführung der sogenannten Forderungsausfalldeckung daher die wichtigste Weiterentwicklung der Privathaftpflicht in den vergangenen zehn Jahren. Denn sie springt in genau solchen Fällen ein wie eben beschrieben. Hat das Opfer in seiner eigenen Privathaftpflicht eine Ausfalldeckung eingeschlossen, dann bekommt es den Schadenersatz vom eigenen Versicherer überwiesen. „Im Idealfall sollte die Forderungsausfalldeckung mit einem Rechtsschutzpaket kombiniert sein“, ergänzt Fermin Fuentes vom Produktmanagement der Haftpflichtkasse Darmstadt.

Ist auch Vorsatz eingeschlossen?

Und: „Eine deutliche Erweiterung dieser Ausfalldeckung ist es, wenn der Haftpflichtversicherer auch bei Vorsatz leistet“, sagt Versicherungsmakler Hubert Gierhartz. Ein Beispiel: Man wird überfallen und zusammengeschlagen. Der Täter kann ermittelt werden und wird zu Schadenersatz verurteilt. Der Täter kann ermittelt werden und wird zu Schadenersatz verurteilt. Gierhartz: „Selbst wenn der Täter eine private Haftpflichtversicherung hat, leistet diese nicht, da grundsätzlich der Vorsatz ausgeschlossen ist.“ Ist Vorsatz aber in der eigenen Haftpflicht abgedeckt, gibt es in diesem Fall wieder Geld vom eigenen Versicherer.

Das Beispiel der Forderungsausfalldeckung verdeutlicht, wie wichtig es ist, private Haftpflichtpolicen regelmäßig zu prüfen. Denn: Viele Verträge da draußen sind veraltet. Und viele sinnvolle Leistungserweiterungen, die die Versicherer in den vergangenen Jahren hervorgebracht haben, sind damit nicht abgedeckt. „Wer einmal eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, legt diesen Punkt in der Regel als erledigt ab“, sagt Versicherungsmakler Gerd Kemnitz. „Und nur sehr gewissenhafte Personen überlegen beispielsweise bei der Aufnahme eines neuen Hobbys, ob Risiken daraus durch die Privathaftpflicht abgedeckt sind“, sagt er.

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Das beobachtet auch Versicherungsmakler Franz K. Kern, Atlas Consulting & Marketing: „Bei Versicherungsnehmern, die bereits das Rentenalter erreicht und ihre Versicherungen nach dem Motto ‚Es bleibt alles so, wie es ist‘ gepflegt haben, kommt es schon mal vor, dass wir auf  Verträge mit einer Million D-Mark, also  511.291 Euro Deckungssumme stoßen.“ „Aber auch Altverträge mit einer, 3 oder 5 Millionen Euro Versicherungssumme können in vielen  Fällen nicht ausreichend sein“, ergänzt Fuentes von der Haftpflichtkasse Darmstadt. Eine gute Privathaftpflichtversicherung sollte seiner Meinung nach daher mindestens 15 Millionen Euro abdecken. „Um auch langfristig auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir eine Deckungssumme von 50 Millionen Euro.“

Auf Einschluss grober Fahrlässigkeit achten

Welche weiteren Leistungserweiterungen gibt es heutzutage, die in einer guten Police enthalten sein sollten? „Die wichtigste Leistung in modernen Policen ist meines Erachtens der Einschluss grober Fahrlässigkeit“, sagt Kern. „Bei Haushalten mit Kindern unter zehn Jahren sollte auch der Verzicht auf die Prüfung der Aufsichtspflicht beziehungsweise eine Deliktunfähigkeitsklausel enthalten sein.“

Was heißt das? Haftpflichtversicherer übernehmen in der Regel nur Schäden, die deliktfähige Personen verursacht haben. Kleine Kinder gehören da regelmäßig nicht dazu. Enthält die Police aber eine Deliktunfähigkeitsklausel, gibt es trotzdem Geld. Allerdings sind diese Leistungen hier oft gedeckelt. Bei der Gothaer im Tarif Top liegt die Obergrenze bei 50.000 Euro, bei der NV im Privat-Premium 2.0 ebenfalls. In der Superschutz-Variante der Oberösterreichischen sind es 100.000 Euro, im Top- Schutz der Domcura 20 Millionen Euro, der Plus-Tarif der Gothaer leistet gar bis zu 50 Millionen Euro.

„Auch Schäden an geliehenen und geleasten Sachen und die Neuwertentschädigung sollten eingeschlossen sein“, empfiehlt Michael Späth, Referatsleiter Produktmanagement beim BGV / Badische Versicherungen. Ersteres bedeutet, dass auch Versicherungsschutz für Schäden an bestimmten beweglichen Sachen besteht, die der Kunde geleast oder geliehen hat. Auch hier muss der Makler einen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen, da es zum Teil Selbstbehalte und Leistungsdeckel gibt. Die Domcura sichert das in ihrer Privathaftpflicht etwa bis 51 zu einer Höhe von 50.000 Euro ab. Die Selbstbeteiligung liegt hier bei 150 Euro. Die Oberösterreichische zahlt beim Verlust unter anderem von geliehenen Sachen bis zu 10.000 Euro. Bei Janitos geht die Abdeckung im Best-Selection-Tarif hoch bis 200.000 Euro, der Selbstbehalt liegt hier bei 100 Euro.

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Neuwertentschädigung ja oder nein?

Die Neuwertentschädigung sagt aus, dass der Versicherer nicht, wie eigentlich üblich, nur den Zeitwert eines Gegenstands ersetzt, sondern den Neuwert. Auch das ist aber an bestimmte Bedingungen geknüpft. Beim BGV können Kunden diese Leistung in der Variante Exklusiv hinzuwählen und bekommen dann bis zu 2.500 Euro pro Jahr und Schadenfall für geschädigte Sachen, die nicht älter sind als 24 Monate, bei Elektrogeräten sind es 12 Monate. Bei der Haftpflichtkasse Darmstadt gibt es die Neuwertentschädigung anwählbar im Tarif Einfach Komplett. Auch hier liegt die Grenze bei 2.500 Euro, bei der Gothaer sind es im Plus-Tarif maximal 3.000 Euro.

Dass in früheren Haftpflichtverträgen manche Leistungen noch nicht abgedeckt sind liegt laut Wolfgang Jonas, Key Account Manager Maklervertrieb Nord der Oberösterreichischen Versicherung, aber auch daran, dass es bestimmte Hobbys oder Fortbewegungsmittel noch gar nicht gab: „Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. So sind heute viele Freizeitaktivitäten üblich, die in früheren Deckungskonzepten noch keine Berücksichtigung fanden. Hier sei nur der Reit- und Wassersport erwähnt.“ Oder auch neue Vehikel wie Elektrofahrräder. „Diese fahrbaren Gerätschaften sollten abgesichert sein, damit ich abgesichert bin, wenn ich als Nutzer andere schädige“, sagt Jonas.

Ein weiterer Trend im Themenfeld der Haftpflichtversicherungen sei in diesem Zusammenhang auch die Absicherung rund um das Thema Drohnen, heißt es von den NV Versicherungen aus Neuharlingersiel. Drohnen bis 5 Kilo hat der Versicherer im Tarif NV Privat Premium 2.0 daher abgedeckt.

Auch die durch die zunehmende Nutzung neuer Technologien neu hinzugekommenen Haftpflichtrisiken seien in alten Tarifen oft nicht versichert, erklärt Timo Holz, Produktmanager bei Domcura. Schäden aus dem Austausch, der Übermittlung oder der Bereitstellung elektronischer Daten sowie die Risiken, die bei der Nutzung des Internets entstehen, sind beim dem Assekuradeur daher in allen Varianten seiner Privathaftpflicht abgedeckt.

Die Janitos leistet in diesem Bereich ebenfalls umfangreich, etwa bei Schäden, die durch Viren entstehen, oder bei Datenveränderungen. Kunden können auch das Zusatzpaket Online-Schutz wählen, das unter anderem bei Cyber-Mobbing, Zahlungsmitteldatendiebstahl oder Identitätsdatenklau greift. Hier gibt es maximal 5.000 Euro pro Jahr.

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Marktgarantie gehört zu den wichtigsten Neuerungen

Zu den wichtigsten Neuerungen der vergangenen Jahre im Bereich der Privathaftpflichtversicherung zählt sicherlich auch das Thema Marktgarantie. „Dabei garantiert der Versicherer seinem Kunden, dass er gegenüber den Tarifen der Mitbewerber nicht schlechter gestellt wird und ihm im Schadenfall die gegebenenfalls besseren Leistungen der Konkurrenz zur Verfügung stehen“, sagt Michael Böhler, Senior Produktmanager der Janitos. Dies biete sowohl Endkunden als auch Maklern zunächst die Sicherheit, dass der Versicherungsnehmer grundsätzlich den besten Schutz genießt, der am Markt gerade zu haben ist.

„Da aber auch diese Leistungskomponente nicht ohne eine Reihe von Ausschlüssen auskommt – zum Beispiel  Auslandsschäden oder berufliche Risiken – verbleibt dem Vermittler weiterhin die Aufgabe, die individuellen Besonderheiten seines Kunden zu berücksichtigen“, gibt Böhler zu bedenken. Das von manchem postulierte „Ende des Haftungsrisikos“ sei die Marktgarantie für den Makler daher keineswegs.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

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