Ein langes Leben ist finanziell gesehen ein Risiko

Warum eine gute Ruhestandsplanung wichtig ist

Warum eine gute Ruhestandsplanung wichtig ist

Wie viel Geld habe ich im Ruhestand? Wie kann ich mein Vermögen auf die nächste Generation übertragen? Und was macht eine gute Ruhestandsplanung aus? Auf diese und andere Fragen gibt Malte Wolter, Gruppenleiter Produktmanagement Condor Leben, im Interview Antworten.

Pfefferminzia: Welche sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Fragen, denen sich die Generation 50plus heute für ihren Ruhestand stellen sollte?

Malte Wolter: Der Kunde muss erkennen, dass die Ruhestandsphase von ihm ein Umdenken erfordert. Als geübter Sparer muss er sich erstmal überlegen, wie er sein Erspartes nach der Rente einsetzen will. Pflichten, wie Arbeiten und Kinder erziehen, fallen weg. Dafür nimmt der Anteil der Freizeit zu. Und damit geht die Frage einher, welche neuen Ausgaben entstehen könnten. Auch Hobbys und Reisen kosten schließlich Geld.

Neu für ihn ist zudem, dass er nicht weiß, für welchen Zeitraum er eigentlich planen soll. Die Lebenserwartung steigt und wird erheblich unterschätzt. Und wenn irgendwann kein Geld mehr da ist, hat der Kunde als Hochbetagter nur noch sehr eingeschränkte Möglichkeiten, das zu korrigieren. Mit 50 hingegen hat er Zeit und in der Regel die notwendigen finanziellen Ressourcen zum Handeln. Daher liegt der Fokus zum einen auf der Sicherung der lebenslangen Liquidität und des Lebensstandards des Kunden und zum anderen auf der Absicherung und Versorgung seiner Familie nach seinem Tod.

Welche Vorkehrungen sind zu treffen?

Es empfiehlt sich ein abgestuftes Vorgehen: Zuerst müssen existenzbedrohende Risiken abgesichert werden. Themen wie Vollmachten, Testament, Pflege- sowie Sach- und Vermögensschäden kommen dabei ins Spiel. Mit diesen Risiken muss sich jeder Kunde auseinandersetzen. Anschließend geht es um den täglichen Grundbedarf, der gesichert sein sollte und künftige Preissteigerungen berücksichtigen muss. Bei der Wahl der passenden Finanzinstrumente dabei ausschließlich auf Rendite zu setzen, ist jedoch zu kurz gesprungen. Mindestens genauso wichtig ist, dass die Rente wirklich ein Leben lang fließt.

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Woran denken die Kunden nicht?

Daran, dass das angestrebte lange Leben unter dem finanziellen Aspekt ein Risiko darstellt. Nämlich dann, wenn das Geld nicht reicht. Wie kann sich der Kunde dagegen absichern? Die Antwort kann eine Rentenversicherung sein.

Welche Kriterien sind dabei entscheidend?

Es gilt, ein Produkt von einem finanzstarken Anbieter auszuwählen, damit diese Rente wirklich sicher ist. Erst wenn damit das Thema Grundbedarf geklärt ist, muss geschaut werden, welche Wünsche der Kunde hat, und wie diese Wünsche mit einem ausgewogenen Mix aus Investments in Immobilien, Kapitalanlagen und Versicherungen realisiert werden können.

Danach geht es an die Fragen: Wie gebe ich mein Vermögen an wen weiter? Welche Instrumente stehen mir dafür zur Verfügung? Steuerliche Aspekte spielen in allen Beratungsstufen eine Rolle. Insbesondere bei der Vermögensübertragung greift der Ruhestandsplaner auf ein Netzwerk, in diesem Fall den Steuerberater, zurück.

Gibt es Strategien oder Konzepte, die Sie empfehlen?

So individuell wie die Kunden sind auch die Lösungen. Standardkonzepte aus der Schublade sind mit Vorsicht zu genießen. Die meisten Kunden haben ihren Beratungsbedarf erkannt. Sie verfügen auch über das Geld, um ihre Probleme zu lösen. Aber sie finden selten einen Berater, der sich mit allen Fragen rund um den Ruhestand wirklich auskennt. Ein Indiz dafür ist: Viele 50plus-Kunden legen ihr Geld zu äußerst ungünstigen Konditionen kurzfristig oder ungesichert an.

Wozu raten Sie stattdessen?

Mein Tipp an die Kunden: Finden Sie zuallererst einen qualifizierten Berater. Seien Sie bereit, sich gemeinsam mit ihrer Familie um das Thema Ruhestandsplanung zu kümmern. Der Aufwand lohnt sich – und Sie werden ruhiger schlafen, wenn dieses unbequeme Thema geklärt ist.

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Im Erbfall kommt es oft zu Streit. Was gilt es heute zu tun, damit sich die Erben morgen nicht verfeinden?

Wichtig ist es, die Vorkehrungen so zu treffen, dass alle Beteiligten gut damit umgehen können. Der Erbfall ist nicht der richtige Zeitpunkt, eine Abrechnung mit der eigenen Familie vorzunehmen. Und den Erben müssen auch Freiheiten bleiben, damit sie auf neue Situationen reagieren können, die der Erblasser nicht vorhersehen konnte. Der Vorsorgende muss sich klar darüber werden, was er möchte, und wie er es seinen Angehörigen möglichst einfach machen kann.

Wie kann ein Makler dabei unterstützen?

Der Makler kann im Gespräch helfen, die Wünsche zu strukturieren und zu konkretisieren. Für die Umsetzung in ein Testament kann der Makler den Kunden beim Gespräch mit einem spezialisierten Rechtsbeistand oder Notar begleiten.

Was bietet sich für Kunden an, die zum Beispiel Einmalbeträge anlegen wollen, um eine lebenslange Rente zu erhalten?

Das hängt unter anderem vom Alter ab. Denjenigen, die kurz vor der Rente stehen, empfehle ich immer eine lebenslange sofortbeginnende Rente. Für die 50plus-Kundengruppe eignet sich dieses Produkt in der Regel weniger. Für sie gibt es andere Möglichkeiten. Wir haben zum Beispiel Modelle entwickelt, bei denen Verträge mit unterschiedlichen Laufzeiten und Chancen-Risiko-Profilen kombiniert werden. Denn: Ein heute 65-Jähriger wird zu 50 Prozent 85 Jahre alt – und bei 25 Jahren Aufschubzeit und gesicherter Grundversorgung kann auch eine Fondsrente mit hohem Aktienanteil für den Kunden durchaus passend sein.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

 

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Roland

Geschäftsführer und Mädchen für bei ProFair24
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ich bin Roland Richert, Gründer und Mädchen für alles bei ProKlartexxt dem Versicherungs- und Finanzmagazin. Als gelernter Versicherungsfutzi biete ich kostenlose Informationen zu Versicherungen und Finanzen.
Ich verkaufe keine Versicherungs- und/oder Finanzprodukte, hierfür stelle ich Euch nur Vergleichsrechner von namhaften Unternehmen zur Verfügung.
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