Was sich ab Januar bei der Riester-Rente ändert

Was sich ab Januar bei der Riester-Rente ändert

Gerade Familien mit Kindern profitiern von der Riester-Rente.


Gerade Familien mit Kindern profitiern von der Riester-Rente.

Für Riester-Sparer und Riester-Interessenten gibt es zum Jahreswechsel fünf Neuerungen. So steigt etwa die Grundzulage und die Abfindung bei kleinen Renten wurde angepasst. Hier kommen die Details.

1.    Grundzulage steigt

Ab Januar 2018 erhöht sich die staatliche Förderung bei der Riester-Rente. Wie das Bundesfinanzministerium (BMF) mitteilt, steigt die Grundzulage dann von 154 auf 175 Euro pro Jahr.

Die Kinderzulage ändert sich indes nicht. Für jedes Kind, das nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurde, erhalten Sparer zusätzlich 300 Euro pro Jahr und Kind, für davor geborene Kinder 185 Euro pro Jahr.

Laut Rechnung des BMF kämen für eine Person mit zwei Kindern, die 20 Jahre in einen Riester-Vertrag einzahlt, 15.500 Euro Zulagen zusammen – wenn die Person mindestens 4 Prozent der Einkünfte, maximal 2.100 Euro, pro Jahr in ihren Riester-Vertrag einzahlt (abzüglich der Zulagen).

2.    Abfindung von Kleinstrenten

Neue Regeln gibt es auch bei der Abfindung bei kleinen Renten: Ist der monatliche Rentenanspruch bei einem Riester-Vertrag gering, hat der Anbieter das Recht, diesen Rentenanspruch mit einer Einmalzahlung zu Beginn der Auszahlungsphase abzufinden.

Bisher ist es so, dass diese Einmalzahlung im Jahr ihrer Auszahlung voll zu versteuern ist.

Das ändert sich nun.

Ab 2018 gibt es für Riester-Sparer hierbei Ermäßigungen, die „Fünftelregelung“ ist hier nun anzuwenden. Zwar wird die Auszahlung voll besteuert, aber nur ein Fünftel davon wirkt sich progressiv auf den Steuersatz aus. Das soll verhindern, dass der Steuersatz wegen der Einmalzahlung in diesem einem Jahr über die Steuerprogression stärker steigt als bei Verteilung der Auszahlung auf mehrere Jahre.

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Zudem müssen neue Riester-Produkte ab 2018 ein Wahlrecht enthalten: Sparer können wählen, ob sie die Abfindung ihrer Kleinbetragsrente zu Beginn der Auszahlungsphase erhalten möchte oder zum 1. Januar des darauffolgenden Jahres.

Was bringt das?

„So kann beispielsweise erreicht werden, dass die Abfindung in dem Jahr des ersten vollen Rentenbezugs gezahlt wird. Dann hat man üblicherweise geringere Einkünfte und die Steuerlast, die sich durch die Einmalzahlung ergibt, ist geringer“, schreibt das Bundesfinanzminsterium.

3.    Grundsicherung

In der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gibt es künftig einen Freibetrag von 100 Euro monatlich. Das heißt, Riester-Renten werden künftig bei der Berechnung der Grundsicherungsleistungen nicht mehr voll angerechnet.

Ist die Riester-Rente höher als 100 Euro, ist der übersteigende Betrag zu 30 Prozent anrechnungsfrei. Auf diese Weise können bis zu 202 Euro ohne Anrechnung zusammenkommen.

Auch hier liefert das BMF ein Beispiel:

Ein Rentner erhält 160 Euro Riester-Rente monatlich. Diese Einkünfte reichen aber nicht aus, um seinen Lebensunterhalt zu decken. Er beantragt daher Grundsicherung. Seine Riester-Rente muss dabei als Einkommen angerechnet werden.

Hier greift dann der neue Freibetrag:

Bei seiner Riester-Rente sind 100 Euro anrechnungsfrei sowie 30 Prozent der übersteigenden 60 Euro, also 18 Euro. Insgesamt sind dann 118 Euro anrechnungsfrei, und es werden nur 42 Euro bei der Berechnung der Grundsicherungsleistungen als Einkommen berücksichtigt.

Die 118 Euro behält der Riester-Rentner zusätzlich zu den Grundsicherungsleistungen beziehungsweise seinen anderen Einkünften.

4.    Doppelverbeitragung

In der betrieblichen Altersversorgung besteht die Möglichkeit, dass man sich seine Beiträge auch durch Riester fördern lassen kann. Das kann vor allem für Sparer mit Kindern vorteilhaft sein, da sie neben der Förderung durch die Grundzulage auch die Kinderzulagen erhalten können.

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Allerdings waren diese Renten in der Auszahlungsphase als Renten aus der betrieblichen Altersversorgung beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Es kam also zur „Doppelverbeitragung“. Sowohl die Beiträge als auch die daraus resultierenden Leistungen unterlagen der Beitragspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Auch das hat sich jetzt geändert. Leistungen aus dem „betrieblichen Riester“ unterliegen in der Auszahlungsphase nicht mehr der Beitragspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung.

5.    Verfahrensverbesserungen bei Beamten & Co.

Riesternde Beamte, Richter, Berufssoldaten, Soldaten auf Zeit & Co. müssen einwilligen, dass die Besoldungsstelle ihre Besoldungsdaten an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) übermittelt. Das musste bisher bis zwei Jahre nach dem Ablauf des jeweiligen Beitragsjahres passieren.

Ab 2019 müssen Beamte & Co. diese Einwilligung nun grundsätzlich im Beitragsjahr erteilen. Stellt sich dann heraus, dass das vergessen wurde, kann die Einwilligung nachträglich, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Festsetzungsverfahrens nachgeholt werden. So sollen Fehler früher aufgedeckt werden.

Vielen Dank an die Pfefferminzia – Von

 

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Roland

Geschäftsführer und Mädchen für bei ProFair24
Hallo,
ich bin Roland Richert, Gründer und Mädchen für alles bei ProKlartexxt dem Versicherungs- und Finanzmagazin. Als gelernter Versicherungsfutzi biete ich kostenlose Informationen zu Versicherungen und Finanzen.
Ich verkaufe keine Versicherungs- und/oder Finanzprodukte, hierfür stelle ich Euch nur Vergleichsrechner von namhaften Unternehmen zur Verfügung.
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