Finanzen: Tipps & Tricks für mehr Geld & Sicherheit

Finanztipps: Gesunder Menschverstand und eine zweite Meinung kann nicht schaden

In Wirtschaftsmagazinen finden sie viele Hinweise wo man hohe Renditen erzielen kann. Allerdings liegen auch hier manche Experten nicht immer richtig. Drum prüfe wer sich lange bindet!

Vorsicht bei Finanztipps – warum Sie immer unbedingt nachrechnen sollten

Wer heute Ratschläge für seine Geldanlage oder die Finanzierung des langersehnten Eigenheims braucht, der muss nicht lange suchen. Auf den einschlägigen Finanzwebsites oder den verschiedenen Anleger- und Wirtschaftsmagazinen finden sich reichlich Ideen, wo sich die vermeintlich höchsten Renditen erzielen lassen oder wie man angeblich am günstigsten zu den eigenen vier Wänden kommt.

„Natürlich ist grundsätzlich vor unseriösen Anbietern zu warnen, allerdings muss jeder bedenken, dass auch etablierte und anerkannte Medien mit ihren Berechnungen oder Ratschlägen nicht immer ganz richtig liegen können“, warnt Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB Deutschland).

„Jeder sollte Finanztipps aus allgemein zugänglichen Quellen deshalb immer genau überprüfen, selbst nachrechnen und nach Alternativen suchen.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte aber ohnehin auf professionelle Hilfe setzen.

Gut gemeint bedeutet nicht immer gut gemacht

So könnte man manche Finanztipps von seriösen Medien umschreiben. „Zwar ist deren Ansinnen sehr wohl darauf ausgerichtet, ihre Leser aufzuklären und umfassend und tiefgreifend zu einem bestimmten Thema zu informieren“, erläutert der FPSB-Vorstand. „Aber natürlich sind auch sie nicht unfehlbar.“

Ein Beispiel dafür und warum es sich stets lohnt, nachzurechnen oder sich eine zweite professionelle Meinung einzuholen, ist ein Beitrag in der Zeitschrift „Finanztest“. Dort wird dem Leser, der ein Eigenheim finanzieren möchte, empfohlen, dies über den Bau eines KfW-Effizienzhauses 55 zu tun (Finanztest 3/2019, Seite 66).

Finanztest empfiehlt den Abschluss eines KfW-Darlehens über 100.000 Euro zu 1,15 Prozent pro Jahr ohne Tilgung und mit einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren, womit der Darlehensnehmer Zinsen in Höhe von 91 Euro pro Monat zahlt. Dazu bekommt der Bauherr eine Förderung von 5.000 Euro, so dass dieser nur 95.000 Euro zurückzahlen muss. Der Rest soll über ein Bankdarlehen finanziert werden.

Was Finanztest rät

Um kein Zinsrisiko mit der Anschlussfinanzierung der KfW-Schulden in Höhe von 95.000 Euro am Ende der Laufzeit eingehen zu müssen, empfiehlt Finanztest, einen Bausparvertrag abzuschließen, wo der Kreditnehmer über zehn Jahre 361 Euro pro Monat einzahlt. Nach zehn Jahren kämen so 42.576 Euro zusammen. Im Finanztest-Beispiel bekommt der Kreditnehmer ein Bauspardarlehen in Höhe von 52.424 Euro zugeteilt, welches heute schon einen Darlehenszins in Höhe von 2,35 Prozent pro Jahr garantiert und mit 320 Euro pro Monat zurückgeführt wird.

„Der Bauherr bekommt also eine KfW-Förderung in Höhe von 5.000 Euro, einen KfW-Darlehenszinssatz in Höhe von nur 1,15 Prozent pro Jahr und einen heute schon garantierten Darlehenszinssatz in zehn Jahren“, resümiert CFP®-Professional Gabriel Hopmeier aus Freiburg, der sich diesen Fall näher angesehen hat. „Das sieht zunächst alles sehr gut aus.“

Nachrechnen kann sich auszahlen

Am konkreten Beispiel aus der Finanzierungspraxis eines Immobilienkaufpreises von 800.000 Euro bei 200.000 Euro Eigenkapital nachgerechnet kommen dem Finanzexperten Zweifel, ob dies wirklich der beste Weg ist. „Der empfohlene Bausparvertrag zum Beispiel bringt Provisionen von mindestens 950 Euro mit sich, die in dem Beitrag nicht erwähnt werden“, kritisiert Hopmeier.

„Dazu kommen laufende Kontoführungskosten und ein Guthabenzinssatz von 0,1 Prozent pro Jahr. Das heißt, der Kreditnehmer zahlt die Provision dafür, dass dem Guthabenzins von 0,1 Prozent pro Jahr ein Darlehnszins von 1,15 Prozent pro Jahr gegenübersteht und er keine Garantie erhält, dass er den Bausparvertrag in zehn Jahren wirklich zugeteilt bekommt.“ Gegen diese Lösung spricht ebenfalls das inzwischen schlechte Image der Bausparkassen, die ihre Kunden zuletzt aus alten, aber gut verzinsten Bausparverträgen mehr oder weniger herausgedrängt haben.

Alternativen prüfen

„Auch entstehen dabei Darlehenskosten in Höhe von 107.638 Euro“, so Hopmeier weiter. „Ich würde eher dazu raten, auf das KfW-Darlehen und den Bausparvertrag zu verzichten und die 600.000 Euro über ein Bankdarlehen mit 20 Jahren Laufzeit zu finanzieren. Dieses Darlehen ist etwas teurer, aber nach 20 Jahren sind Sie schuldenfrei.“

Zudem kostet diese Art der Finanzierung insgesamt nur 104.843 Euro und ist damit um 2.795 Euro günstiger als die Finanztest-Variante. Dazu kommt noch etwas: Beim KfW-Darlehen ist in den ersten zehn Jahren keine Sondertilgung vorgesehen.

„In dem alternativen Finanzierungsvorschlag stecken aber jederzeit fünf Prozent Sondertilgungsrecht. Wer in der Lage ist, das zu nutzen, für den fallen die Kosten aufgrund des Zinseszinseffektes nochmals günstiger aus“, fasst der Experte zusammen.

Vielen Dank an Cash.Online

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Roland

Geschäftsführer und Mädchen für alles bei ProFair24
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ich bin Roland Richert, Gründer und Mädchen für alles bei ProKlartexxt dem Versicherungs- und Finanzmagazin. Als gelernter Versicherungsfutzi biete ich kostenlose Informationen zu Versicherungen und Finanzen.
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