„Das Bewusstsein für Gesundheit und Ästhetik steigt extrem“

Gesundheitstipps für den Alltag

Gesetzlich Krankenversicherte können zahlreiche Leistungen, die die GKV nicht übernimmt, über private Zusatzversicherungen ergänzen. Von Ein- oder Zweibettzimmern im Krankenhaus über eine Chefarztbehandlung bis hin zu hochwertigem Zahnersatz. Pfefferminzia hat in einer Straßenumfrage eruiert, wie es um den Wissensstand der Bürger zu diesem Thema bestellt ist.

 

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Um die Ergebnisse der Umfrage einzuordnen, befragte Pfefferminzia dazu Kabil Azizi, Vertriebskoordinator Gesundheit der Gothaer Versicherung.

Pfefferminzia: Was sagen Sie zu den Zweifeln mancher Befragter, wenn es darum geht, ob eine Versicherung im Ernstfall auch vollumfänglich leistet?

Kabil Azizi: Wir können grundsätzlich verstehen, dass potenzielle Kunden Ängste haben, dass bestimmte Leistungen im Nachgang nicht eingehalten werden. Aber diese Ängste sind unbegründet, denn die Leistungen sind vertraglich garantiert und in den Bedingungen fest verankert. Der Kunde hat einen rechtlichen Anspruch darauf.

 

Worauf sollten Versicherte bereits bei Abschluss einer Krankenzusatzversicherung achten?

Auf den Leistungsumfang. Bei der Zahnzusatzversicherung als Beispiel sollte man eine Rundum-Versorgung wählen, die alle Bausteine abdeckt, also Zahnbehandlung, Zahnersatz und auch Prophylaxe. Zudem sollte die Zahnstaffel möglichst kurz sein, damit der Kunde den vollen Leistungsanspruch schon nach wenigen Jahren erreicht. Wenn man mit einer Zahnzusatzversicherung zu einer anderen Gesellschaft wechselt, sollte man darauf achten, dass man eine verkürzte Zahnstaffel erhält und den Vorvertrag gewissermaßen angerechnet erhält.

Welche Zusatzversicherungen sind besonders sinnvoll?

Jeder Kunde muss individuell beantworten, was ihm wichtig ist. Wir beobachten aktuell, dass das Bewusstsein für Gesundheit und Ästhetik extrem steigt. Man sieht das an jungen Menschen, die verstärkt in Schönheitskliniken gehen, um sich Schönheitskorrekturen zu unterziehen. Genauso achten viel mehr Menschen heute auf schöne Zähne. Daher erfährt die Zahnzusatzversicherung eine extrem große Nachfrage. Weitere sinnvolle Bausteine sind aus unserer Sicht ein stationärer Zusatzschutz fürs Krankenhaus und die Pflegevorsorge.

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Viele Befragte sprachen auch den hohen Preis einer Krankenzusatzversicherung an. Welche Tipps können Sie Interessierten hier geben?

Je früher der Abschluss, desto günstiger ist der Beitrag bei Tarifen mit Altersrückstellungen. Und dieser Beitrag bleibt stabil. Bei Tarifen ohne Altersrückstellungen spielt der Zeitpunkt keine Rolle, weil dort ohnehin Alterssprünge enthalten sind. Zusatztarife sind meist Kompakttarife, die einen vordefinierten Schutz innerhalb einer Produktlinie versprechen. Man kann aber auf eine andere Produktvariante umsteigen, um Beiträge zu sparen, also etwa von der Premium- auf die Basisvariante. Damit sinkt aber auch der Leistungsstandard.

Während der Umfrage offenbarten sich Wissenslücken. Wo können sich Menschen neutral über Leistungen und Tarife informieren?

Fragen Sie einen Makler, denn der hat Zugang zu professionellen kostenpflichtigen Vergleichsprogrammen. Kunden können sich ansonsten beim Vergleichsportal Check24 online informieren. Dort erhalten sie einen relativ guten Überblick, welche Gesellschaft welche Leistungen anbietet, wo es Alleinstellungsmerkmale gibt und worauf man bei Abschluss einer Zusatzversicherung achten muss. Die Stiftung Warentest beziehungsweise Finanztest hingegen kann ich nicht uneingeschränkt empfehlen. Deren Testsystematik gerade bei Zahnzusatzversicherungen ist überholt. So legen die Tester die größte Gewichtung auf die Zahnersatzleistungen. Doch professionelle Zahnreinigung, die Länge einer Zahnstaffel oder auch Zusatzbausteine wie etwa Sedierungsmöglichkeiten für Angstpatienten, sollten auch angemessen in ein Testurteil eingehen.

Autor:

Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Das Investment, Pfefferminzia und private banking magazin.

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