Bei den Über-65-Jährigen Senioren steigt das Armutsrisiko

Armutsrisiko von Senioren in NRW

Zwar ist die Gesamtzahl der Menschen, die in Deutschland von Armut bedroht sind, leicht zurückgegangen. Zugleich steigt jedoch das Armutsrisiko für Senioren an, wie Zahlen des Statistischen Bundesamt zeigen.

 

Während das Risiko, von Armut betroffen zu sein bei jungen Menschen in Deutschland langsam zurück geht, steigt es bei den Über-65-Jährigen an. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der „Haushaltserhebung-Leben in Europa (EU-Silc)“. Im vergangenen Jahr waren demnach insgesamt rund 15,3 Millionen Bundesbürger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das bedeutet, fast jeder Fünfte (18,7 Prozent) ist hiervon betroffen. 2017 waren es noch 15,5 Millionen Menschen, was einem leicht höheren Anteil von 19 Prozent entspricht.

 

Jedoch zeigt sich, dass zunehmend ältere Menschen von Armut betroffen sind. Lag die so genannte Armutsgefährdungsquote im Jahr 2017 für die Altersgruppe über 65 Jahre noch bei 17 Prozent, waren es 2018 bereits 18,2 Prozent. Vor zehn Jahren betrug sie sogar nur 15 Prozent.

Bei den Jüngeren zeigt sich eine entgegengesetzte Entwicklung. Einer Analyse der „Welt“ aus Basis von Eurostat-Daten zufolge ging dieses Risiko in der Gruppe unter 18 Jahren von 2008 bis 2018 um 2,8 Prozent herunter, bei den 18- bis 24- Jährigen um 1,2 und den 25- bis 54-Jährigen um 2,5 Prozent. Den größten Rückgang hat der Altersgruppe 55 bis 64 Jahre mit 4,1 Prozent zu verzeichnen.

 

Wie Armutsgefährdung definiert wird

Dabei gilt eine Person als von Armut gefährdet oder von sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine dieser drei Lebenssituationen zutrifft: das Einkommen befindet sich unter der Armutsgefährdungsgrenze, der Haushalt ist von erheblicher materieller Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung.

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Die erhebliche materille Entbehrung liegt vor, wenn vier von neun definierten Kriterien erfüllt sind. Beispielsweise, wenn die Miete oder Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt, die Wohnung nicht angemessen geheizt oder wenn unerwartete Ausgaben in einer bestimmten Höhe aus eigenen Mitteln nicht bestritten werden können. Davon waren im Jahr 2018 3,1 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen. Somit sank dieser Wert leicht (2017: 3,4 Prozent).

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