Wie man Rentenabschläge ausgleichen kann

Rentenabschläge mit Sonderzahlungen ausgleichen

Stufenweise steigt das gesetzliche Renteneintrittsalter, und wer vorzeitig in den Ruhestand geht, muss Abschläge hinnehmen. Möglich ist es, diese Abschläge durch eine Sonderzahlung auszugleichen – aber lohnt es sich auch? Die Frage kann nur individuell beantwortet werden.

 

Wer sich eine höhere Rente „kaufen“ kann

Nicht jeder kann eine vorgezogene Rente in Anspruch nehmen. Um mit 63 zu gehen, muss man beispielsweise 35 anrechenbare Jahre in der Rentenversicherung zurückgelegt haben. Schwerbehinderte können ab 60 in Rente gehen, aber auch ihnen bleiben Abschläge nicht erspart. Wer mindestens 50 Jahre alt ist und absehen kann, dass er die Voraussetzungen für eine vorgezogene Rente erfüllen wird, kann eine besondere Rentenauskunft verlangen. Darin steht, wie hoch für seinen Geburtsjahrgang und den von ihm beabsichtigen Ruhestandseintritt die Abschläge ausfallen. Und es wird ausgerechnet, wie hoch eine mögliche Sonder-Beitragszahlung sein müsste, um diese Abschläge auszugleichen.

Ein Euro mehr Rente kostet rund 260 Euro

Auf den ersten Blick sieht der verlangte Betrag hoch aus: um einen lebenslangen Rentenabschlag von 100 Euro auszugleichen, müsste man 26 000 Euro als Sonderbeitrag in die Rentenkasse einzahlen. Ein Blick auf die derzeitigen Konditionen privater Lebensversicherungen zeigt jedoch, dass die Relation dort ungefähr gleich, so gut wie nirgends aber besser ausfällt.

 

Wenn man wüsste, wie lange man lebt …

Rein rechnerisch hat man erst nach 21 Jahren den eingezahlten Betrag wieder herausgeholt; in der Praxis allerdings ist diese Spanne kürzer, da die Renten regelmäßig angepasst, sprich: erhöht werden. Wer meint, diesen Zeitpunkt vielleicht nicht mehr zu erleben, sollte berücksichtigen, dass auch die Hinterbliebenenversorgung entsprechend höher ausfällt.

Plötzlicher Geldsegen – sinnvoll angelegt

Die Einzahlung in die Rentenkasse bietet sich an, wenn man beispielsweise mit 60 eine Kapital-Lebensversicherung ausbezahlt bekommt oder im Rahmen einer vom Betrieb erwünschten Frühverrentung eine Abfindung vom Arbeitgeber erhält.

Steuerlich betrachtet, kann es vorteilhaft sein, den Sonder-Beitrag nicht auf einmal, sondern über mehrere Jahre verteilt einzuzahlen – dies ist zwischen dem 50. Geburtstag und dem Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze möglich.

Und wenn ich doch nicht früher in Rente gehe?

Wer mit 50plus gegenüber der Rentenversicherung die Absicht geäußert hat, eine vorgezogene Rente in Anspruch zu nehmen, kann dennoch nicht dazu gezwungen werden. Bleibt man länger als zunächst geplant im Berufsleben, so wird die als Sonder-Beitrag eingezahlte Summe zwar nicht zurückerstattet, sie erhöht jedoch in jedem Fall den individuellen Rentenanspruch – sozusagen „on top“.

 

Quelle:

Bayerischer Rundfunk

Anstalt des öffentlichen Rechts
Rundfunkplatz 1
80335 München

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Roland
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Veröffentlicht von: Roland

Hallo, ich bin Roland Richert, Gründer und Mädchen für alles bei ProKlartexxt dem Versicherungs- und Finanzmagazin. Als gelernter Versicherungsfutzi biete ich kostenlose Informationen zu Versicherungen und Finanzen. Ich verkaufe keine Versicherungs- und/oder Finanzprodukte, hierfür stelle ich Euch nur Vergleichsrechner von namhaften Unternehmen zur Verfügung.

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