Finanz-TÜV: Dispokredit und Überschuldung vermeiden

Dispokredit und Überschuldung vermeiden
Roland
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Das Auto in der Werkstatt, die Waschmaschine funktioniert nicht mehr. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzen in solchen Situationen teure Dispositionskredite. Die Bundesregierung will Verbraucher besser vor zu hohen Dispozinsen schützen.

 

Ein Dispokredit birgt oft Überraschungen. Ein neues Gesetz soll Verbrauchern helfen, Kosten abzuwägen.

 

Es geht schnell und unbürokratisch: Ein Dispokredit hilft, einen finanziellen Engpass zu überbrücken und ist somit verlockend. Hohe Zinsen machen den Kredit jedoch teuer. Kunden geraten in eine Kostenfalle, sobald sie diesen nicht kurzfristig begleichen können.

Ein Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Verbraucherschutz will Banken verpflichten, Verbrauchern den „Dispokredit“ transparent zu machen. Auf der Homepage sollen die Konditionen veröffentlicht und gut sichtbar sein. Zudem müssen Bankberater den Kundinnen und Kunden aktiv eine Alternative anbieten, wenn das Konto länger als drei Monate im Soll steckt. Der Entwurf befindet sich in der Ressortabstimmung.

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Ratenkredit als Alternative

Angesichts der aktuell niedrigen Zinsen erweist sich der Dispozins häufig als übertrieben hoch. Wer das Konto über den Dispokredit-Rahmen hinaus überzieht, muss Überziehungszinsen zahlen – abermals höher als Dispozinsen. Deshalb sollte nur in Ausnahmefällen – und dann auch nur kurzfristig – „Dispo“ genutzt werden.

Wer den Dispo aufnehmen möchte, spricht besser mit dem Bankberater über günstigere Alternativen. Ratenkredite bieten häufig bessere Konditionen zu niedrigeren Zinssätzen. Sie sollten in Erwägung gezogen werden, bevor der Dispokredit zu lange ausgereizt wird. Denn wenn Einnahmen den Dispokredit nicht decken oder damit ein Ratenkredit bedient wird, lässt sich eine Überschuldung kaum mehr vermeiden.

Für Anschaffungen vorsorgen

Um in unvorhersehbaren Situationen nicht zu tief ins Minus zu geraten, sollte einen Rücklage von drei Nettogehältern vorhanden sein. Ansonsten gilt: Immer erst die Schulden tilgen, dann kommt der Vermögensaufbau. Tagesgeldkonten oder Sparbücher sollte man zunächst auflösen. Gleiches gilt für Festgeldkonten oder Aktien- und Fondspakete. Oft werfen sie eine geringere Rendite ab, als der Dispokredit an Kosten schluckt.

Wer in Zahlungsschwierigkeiten gerät, sollte unbedingt sofort handeln. Staatliche und staatlich geförderte Stellen bieten vielfältige Unterstützung. So zum Beispiel die Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in den Kommunen und Ländern.

Immer vergleichen

Es lohnt sich, Konditionen zu vergleichen. Direktbanken verlangen oft geringere Zinsen als Filialbanken. Dennoch ist Vorsicht geboten. Banken verkaufen Produkte mit allen möglichen Kreditvarianten. Bei einem scheinbar preiswerten Angebot verstecken sich Kosten oft in anderen Positionen. Manch Restschuldversicherung kann überflüssig sein. Der Leistungsumfang einer solchen Versicherung variiert sehr stark. Zudem sind sowohl die Warte- und Karenzzeiten als auch Ausschlussklauseln sorgfältig zu überdenken.

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Veröffentlicht von: Roland

Hallo, ich bin Roland Richert, gelernter Versicherungsfachmann und Gründer von ProKlartexxt dem Versicherungs- und Finanz-TÜV. Hier bekommt ihr unabhängige Informationen und bei Bedarf kostenlose Beratung von unseren angeschlossenen Versicherungs- und Finanzexperten. Für einen ersten Check wurden von namhaften Unternehmen unterschiedliche Vergleichsrechner hinterlegt.

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