Video­sprech­stunde beim Arzt: Diese Möglich­keiten haben Versicherte

Video­sprech­stunde beim Arzt Diese Möglich­keiten haben Versicherte
Roland
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Video­sprech­stunde beim Arzt Diese Möglich­keiten haben Versicherte.

 

Um eine Anste­ckung mit dem neuen Coronavirus zu vermeiden, verzichten viele Patienten derzeit auf den Gang in die Arzt­praxis – und damit auch auf ärzt­lichen Rat. Doch das muss nicht sein. Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest sagen, welche Möglich­keiten Versicherte haben, per Telefon oder Video-Chat mit einem Behandler zu sprechen. Neu: Das Angebot der Teleclinic ist jetzt auch für gesetzlich Kranken­versicherte zu bestimmten Sprech­zeiten kostenlos. Und die TK bietet einen eigenen Video­chat per App.

Video­sprech­stunde beim Arzt – wie geht das?

Ärzte haben unter bestimmten Voraus­setzungen die Möglich­keit, ihre Patienten – zumindest teil­weise – auch per Video­sprech­stunde zu behandeln. Organisation und tech­nische Voraus­setzungen sind einfach.

Das sind die Voraus­setzungen

  • Zertifizierter Dienst­leister. Ärzte oder Psycho­therapeuten müssen zur Abwick­lung einen Video­dienst­anbieter auswählen, der von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zertifiziert ist. Dieser sorgt für einen reibungs­losen und sicheren tech­nischen Ablauf der Video­sprech­stunde.
  • Tech­nische Ausrüstung. Arzt und Patient benötigen zudem einen Bild­schirm mit Kamera, Mikrofon und Laut­sprecher sowie eine Internet­verbindung. Eine weitere zusätzliche Software ist nicht notwendig.

In welchen Fällen sind Video­sprech­stunden möglich?

Durch die Coronakrise wurden geltende Beschränkungen bei der Anwendung von Video­sprech­stunden weit­gehend aufgehoben: Ärzte können ihren Patienten derzeit unbe­grenzt Video­sprech­stunden anbieten. Auch für psycho­therapeutische Sprech­stunden, probatorische Sitzungen und neuro­psychologische Therapien gibt es derzeit die Möglich­keit, diese per Video abzu­halten. Zusätzlich zum klassischen Besuch bei Arzt und Psycho­therapeut sind Video­sprech­stunden während der Coronakrise auch bei folgenden Behand­lungen, Verordnungen oder Kursen möglich:

  • Heil­mittel­therapien, wenn diese aus therapeutischer Sicht statt­finden können und der Versicherte einge­willigt hat. Dazu gehören verordnete Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprach­therapie, Ergo­therapie, Ernährungs­therapie sowie Physio­therapie (Krankengymnastik und Bewegungs­therapie).
  • Heb­ammen dürfen auch per Video­telefonie beraten. Das ist etwa bei individuellen Vorgesprächen und Aufklärungs­gesprächen möglich oder um Basis­daten von Patientinnen zu erheben. Wichtig: Die Kommunikation muss tech­nisch in Echt­zeit möglich sein und den versicherten Frauen sollen keine zusätzlichen Kosten (etwa für eine bestimmte Software) entstehen. Die Heb­ammen sollen zudem auf eine private Atmosphäre achten. Geburts­vorbereitungs- und Rück­bildungs­kurse können ebenfalls als digi­taler Live-Kurs angeboten werden.
  • Präventions­kurse von Krankenkassen, die bei der Zentralen Prüfstelle Prävention mitmachen, können auch per Video durch­geführt werden – etwa als Live-Über­tragung, sofern die Kurse aufgrund der Kontakt­begrenzungen nicht vor Ort durch­geführt werden können.

Kostet das extra?

Behandelt ein Arzt seine gesetzlich versicherten Patienten auch per Video­sprech­stunde, ist das grund­sätzlich eine Kassen­leistung, für die Versicherte nicht extra zahlen müssen.

Wie finde ich einen Arzt, der das anbietet?

Bietet der eigene Haus- oder Fach­arzt noch keine Video­sprech­stunde an, können sich Versicherte auch an einen anderen Arzt wenden. Portale wie Doctolib, Jameda oder auch neuere Anbieter wie Minxli listen Ärzte, die Video­sprech­stunden anbieten. Oft können Versicherte über das Portal auch gleich einen Termin für die Video­sprech­stunde buchen. Ist der eigene Arzt dort schon gelistet, können Patienten über das Portal bei diesem eine Video­sprech­stunde buchen oder sich ansonsten einen anderen Behandler auswählen. Auch hier gilt: Video­sprech­stunden, die Versicherte über die Portale gebucht und genutzt haben, sind eine Kassen­leistung, wenn es sich um Ärzte mit Kassen­zulassung handelt und diese ihre Video­sprech­stunde in diesem Rahmen anbieten. Dann müssen Patienten auch hier nur ihre Versichertenkarte vorzeigen.

Video-Chat über die Krankenkasse

Versicherte können auch über ihre Krankenkasse Kontakt zu Ärzten verschiedener Fach­richtungen aufnehmen, ohne dafür eine Arzt­praxis aufzusuchen. Die meisten Kassen bieten eine Telefonhotline, bei der Ärzte zu medizi­nischen Fragen beraten – auch zu einer möglichen Infektion mit dem neuen Coronavirus. Die Krankenkassen beschäftigen dabei meist nicht selbst Ärzte, sondern sie koope­rieren mit externen Beratungs­zentren.

Techniker mit eigener App

TK Doc App. Die Techniker Krankenkasse bietet seit dem 9. Juni 2020 allen Versicherten eine Video­behand­lung über die TK Doc App an. Versicherte können dort zu allgemein­ärzt­lichen Beschwerden wie Grippe, Magen-Darm-Problemen, Migräne oder Rücken­schmerzen mit Ärzten sprechen. Die TK empfiehlt, sich erst telefo­nisch an das TK-Ärztezentrum zu wenden. Dies ist rund um die Uhr erreich­bar. Können die beratenden Ärzte dort nicht alle Fragen beant­worten oder brauchen mehr Informationen, klären sie mit den Versicherten, wann sie sich per Video erneut melden und mit einem Behandler sprechen können.

Rezept per QR-Code. Der Arzt kann dann auch bei Bedarf ein Rezept oder eine Krank­schreibung über drei Tage ausstellen. Das Rezept ist ein herkömm­liches Kassen­rezept, das entweder per Post gesendet wird oder elektronisch per QR-Code. Versicherte können es dann bei teilnehmenden Apotheken einlösen und sich die Medikamente per Boten­dienst auch nach Hause bringen lassen. Die Krank­schreibung kann auf elektronischem Wege nur an die Kasse geschickt werden. Durch­schläge für den Arbeit­geber und die versicherte Person kommen per Post.

Video­sprech­stunde: Kassen koope­rieren mit Anbietern

Rund 24 Prozent der insgesamt 73 Kassen aus unserem Krankenkassenvergleich bieten ihren Versicherten zudem die Möglich­keit, zusätzlich auch per Video­chat mit Ärzten verschiedener Fach­richtungen zu sprechen. Auch hier koope­rieren die Krankenkassen meist mit spezialisierten Anbietern für Video­sprech­stunden.

Tele­ärzte stellen zum Teil auch Rezepte aus

Bei manchen Kassen können Versicherte das Online-Beratungs­angebot voll­umfäng­lich nutzen, manchmal aber auch nur für bestimmte medizi­nische Fach­richtungen oder spezielle Angebote, wie die Betreuung durch Heb­ammen. Bei einigen Koope­rationen dürfen die Tele­ärzte zusätzlich Krank­schreibungen und Rezepte ausstellen.

Elektronisches Rezept kommt

Meist handelt es sich bei den Rezepten, die Tele­ärzte ausstellen, um Privatrezepte, bei denen Versicherte die Medikamente selbst bezahlen müssen. Ein elektronisches reguläres Kassen­rezept gibt es bislang nur in Modell­projekten von Krankenkassen. Allerdings soll das eRezept für verschreibungs­pflichtige Arznei­mittel ab Januar 2022 deutsch­land­weit verfügbar sein. Die elektronische Krank­schreibung soll ab 2021 schritt­weise einge­führt werden – zunächst zwischen Arzt und Krankenkasse, ab 2022 auch zwischen Krankenkasse und Arbeit­geber.

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Veröffentlicht von: Roland

Hallo, ich bin Roland Richert, Gründer und Mädchen für alles bei ProKlartexxt dem Versicherungs- und Finanzmagazin. Als gelernter Versicherungsfutzi biete ich kostenlose Informationen zu Versicherungen und Finanzen. Ich verkaufe keine Versicherungs- und/oder Finanzprodukte, hierfür stelle ich Euch nur Vergleichsrechner von namhaften Unternehmen zur Verfügung.

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