Motorradfahrer verklagt GM-Tochterfirma Cruise nach Kollision mit Roboterwagen

Selbstfahrende Busse: Ein Pro und Contra: Fahren ohne Fahrer

Nach dem Zusammenstoß mit einem selbstfahrenden Auto klagt ein Motorradfahrer aus San Francisco gegen den US-Autokonzern General Motors. Der Mann hatte den mit Roboterwagen-Technik ausgerüsteten Chevrolet Bolt der GM-Tochterfirma Cruise gestreift und das Gleichgewicht verloren. Die Seiten sind unterschiedlicher Ansicht über die Unfallursache.

Unstrittig ist, dass der autonom fahrende Bolt erst zu einem Wechsel von der mittleren Spur in die linke ansetzte, es sich dann jedoch wieder anders überlegte und in die mittlere Spur zurückkehrte. Dort hatte inzwischen aber der Motorradfahrer den Platz des Autos eingenommen. Er behauptet in der Klage, die Spur sei frei gewesen. GM verwies im Unfallbericht an die kalifornische Verkehrsbehörde darauf, dass nach Ansicht der Polizei das Motorrad zu früh vorgefahren sei und die Schuld für den Zusammenstoß bekam.

Das Auto habe den Spurwechsel abgebrochen, weil die Lücke in der linken Spur in der Zwischenzeit kleiner geworden sei, erklärte General Motors. Die Kollision ereignete sich in dichtem Stadtverkehr bei entsprechendem Tempo: Der Roboterwagen war dem Unfallbericht zufolge mit rund 19 Kilometern pro Stunde unterwegs und der Motorradfahrer mit 27 Kilometern pro Stunde.

Meist nur Blechschäden

General Motors will zum Jahr 2019 einen Robotertaxi-Service starten und testet seine Fahrzeuge mitten in San Francisco, um ihnen den komplexen Stadtverkehr beizubringen. Während immer mehr Roboterautos verschiedener Anbieter versuchsweise auf den Straße sind, kam es bisher nur zu einer Handvoll Unfälle. Dabei gab es meist nur Blechschäden und die Schuld lag bei den menschlichen Fahrern, die zum Beispiel oft auf bremsende oder stehende autonome Autos auffahren.

Einmal provozierte ein Google-Roboterwagen aber auch selbst einen Unfall, als er beim Umfahren eines Hindernisses einem herannahenden Bus in den Weg fuhr. In Kalifornien müssen alle Zwischenfälle mit Roboterwagen ausführlich gemeldet werden. (dpa-AFX)

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Warum Rheuma bei Kindern so tückisch ist

Rheuma bei Kindern - Stummer Schmerz

Jedes Jahr erkranken etwa 1.500 Kinder in Deutschland an Gelenkrheuma. Insgesamt gibt es hierzulande etwa 15.000 betroffene Kinder und Jugendliche. Die Symptome von Rheuma sind bei Kindern jedoch schwer zu deuten. „Gerade kleine Kinder können Rheuma-Beschwerden noch nicht klar äußern und fallen eher durch Verhaltensänderungen auf. Das Kind möchte morgens nicht mehr aufstehen, ist häufig schlecht gelaunt, weniger leistungsfähig oder will nicht mehr selbst laufen,“ erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Wenn schmerzende Gelenke sich warm anfühlten und das Kind diese nicht mehr belasten wolle, sollten Eltern den Kinderarzt aufsuchen.

Rheuma bei Kindern: Erkrankung mit vielfältigen Symptomen

Gelenkrheuma bei Kindern und Jugendlichen, von Medizinern auch Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) genannt, sei auf eine Störung des Autoimmunsystems zurückzuführen. Das körpereigene Abwehrsystem, richte sich gegen die Gelenkinnenhaut, wodurch es zur Entzündung komme. In der Folge werde mehr Gelenkflüssigkeit gebildet, und das Gelenk schwelle an. JIA könne sich aber zusätzlich in verschiedenen Organen äußern, zum Beispiel an Augen, Nieren oder Haut. Marschall: „Wird die Erkrankung nicht therapiert, kann das betroffene Gelenk allmählich zerstört werden und Fehlhaltungen, Wachstumsstörungen sowie Muskelschwund die Folge sein.“ Mit der richtigen Therapie und einem frühzeitigen Therapiebeginn bestünden aber gute Chancen, die Erkrankung zur Ruhe zu bringen. Sie solle möglichst fachübergreifend stattfinden und neben Arzneimitteln auch Krankengymnastik und Ergotherapie beinhalten.

BARMER vernetzt Ärzte online

Die BARMER ermögliche mit dem telemedizinischen Mitbeurteilungssystem PädExpert einen unkomplizierten Austausch zwischen Pädiatern und einem Fachkollegen, in diesem Falle mit einem Kinderrheumatologen. Diese könnten sich jederzeit online kurzschließen, um sich bei Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle abzustimmen. Familien, die im Kinder- und Jugendprogramm der BARMER eingeschrieben sind, würden so zusätzliche Besuche beim Spezialisten und weite Fahrten erspart.

Cyberrisiken besser über Haftpflicht- und Hausratversicherungen absichern

Cyberversicherung - Information und Vergleich

BUND DER VERSICHERTEN SIEHT GRENZEN DER VERSICHERBARKEIT BEI CYBERRISIKEN

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) veranstaltete am Montag ein Fachgespräch, um die Versicherbarkeit von Cyberrisiken zu diskutieren. Auch der Bund der Versicherten e. V. (BdV) war hierzu geladen und machte seine Positionen in einer umfangreichen Stellungnahme deutlich. „Cyberrisiken sollten bei guten Haftpflicht- und Hausratversicherungen beinhaltet sein. Gesonderte Spezialpolicen leisten meist nicht die gewünschte Absicherung“, fasst Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, zusammen. Die ausführliche Stellungnahme mit Analyse der Cyberrisiken und der derzeitigen Absicherungsangebote hat der BdV nun auch veröffentlicht.

Unter Cyberrisiken werden alle Gefahren verstanden, die aus der Nutzung des Internets und neuer IT-Technologien erwachsen. „Welche dieser Risiken tatsächlich existentiell und auch versicherbar sind, das kann derzeit nur geschätzt werden“, erklärt Kleinlein. Der BdV empfiehlt Verbraucher*innen, nur existentielle Risiken abzusichern. Auch die Versicherungswirtschaft hat bislang nur wenig Erfahrung mit der Absicherung derartiger neuer Risiken. „Eigenständige Cyberpolicen müssen aus versicherungsmathematischer Sicht derzeit mit teuren Sicherheitszuschlägen kalkuliert werden“, folgert Versicherungsmathematiker Kleinlein. Daher ist es angezeigt, diese Risiken als Bestandteil der gängigen Privathaftpflicht-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherungen abzusichern.
In der Diskussion, in der neben anderen Verbraucherschützern der Verbraucherzentralen, des vzbv und der Stiftung Warentest auch der Lobbyverband der Versicherer, der GDV, vertreten waren, wurde zudem intensiv über Persönlichkeitsverletzungen im Internet diskutiert. Zentral waren dabei etwa die Probleme rund um Mobbing in sozialen Netzwerken. Hier sieht der BdV jedoch Grenzen der Versicherungen: „Wenn strafrechtliche Belange betroffen sind, sind Gesellschaft und Staat gefordert, nicht die Versicherungswirtschaft“, erläutert Kleinlein. „Versicherungen können keine gesamtgesellschaftlichen oder staatlichen Aufgaben ersetzen.“

Welche Kosten die Krankenkassen übernehmen

Reiseschutzimpfungen: Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Die Impfung gilt als Meilenstein in der Medizingeschichte. Denn ob zuhause oder in den fernen Ländern – Impfungen schützen vor den schweren Erkrankungen, die manchmal sogar tödlich enden können. Lesen Sie hier, welche Impfkosten von der Krankenversicherung übernommen werden.

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Nicht jede Berufsunfähigkeitsversicherung ist studentenfreundlich

Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist auch für Studenten wichtig. Doch die Prüfung der Berufsunfähigkeit erfolgt seitens der Anbieter nicht einheitlich. Am besten sei es, wenn sich die Versicherer am zuletzt betriebenen Studium orientierten, findet Versicherungsmakler Gerd Kemnitz – und hat die Liste der Gesellschaften, die so verfahren (oder auch nicht) auf den aktuellsten Stand gebracht. Hier geht es zu den Hintergründen und zur Tabelle.

Soll eine Versicherung auch während des Studiums erstklassigen BU-Schutz bieten, so ist aus Sicht von Versicherungsmakler Gerd Kemnitz unter anderem dieser Punkt wichtig: „Die Berufsunfähigkeit wird auf Basis der bisherigen Studientätigkeit geprüft und nicht anhand eines fiktiven Zielberufs.

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Reiserücktrittsversicherung muss auch bei Durchfallerkrankung leisten

Reiserücktrittsversicherung günstig online abschließen

Muss eine Reiserücktrittsversicherung einspringen, wenn der Versicherte die Reise aufgrund einer Durchfallerkrankung nicht antreten kann? Diese Frage musste das Oberlandesgericht Celle klären – und beantwortete sie mit Ja. Hier kommen die Details.

Einer durch eine Reiserücktrittversicherung abgesicherten Person oder einem Mitversicherten ist es nicht zuzumuten, mit einer unerwarteten schweren Durchfallerkrankung eine Reise anzutreten. Dabei komme es nicht auf eine konkrete ärztliche Diagnose an, sondern darauf, ob die Symptome einen Reiseantritt ermöglichen.

Das hat das Oberlandesgericht Celle entschieden (Aktenzeichen 8 U 165/18). Die Richter urteilten somit zugunsten eines Versicherungsnehmers, weil dessen Durchfallerkrankung eine erhebliche Ausprägung angenommen habe, die trotz der Einnahme von Medikamenten fortbestand und den Erkrankten dazu zwang, in unregelmäßigen Abständen vier- bis fünfmal die Toilette aufsuchen zu müssen.

Ob während einer Flugreise oder im Urlaubsort ebenfalls die sanitären Voraussetzungen vorhanden seien, sei dabei unerheblich. Eine Zumutbarkeit des Reiseantritts dürfe nicht mit dessen technischer Durchführbarkeit verwechselt werden, heißt es. Bereits bei der Anreise zum Flughafen, beim Check-in aber auch bis zum Erreichen der Flughöhe sei nicht jederzeit eine Toilette erreichbar. Das müsse berücksichtigt werden.

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Kredit-Konditionen im Vergleich: Diese Versicherer bieten die günstigste Baufinanzierung

Baufinanzierung: Günstige Zinsen & flexible Finanzierung

Wer sich um eine Baufinanzierung bemüht, ist nicht selten überrascht, dass neben Banken auch Versicherer Immobiliendarlehen vertreiben – und bei langen Laufzeiten sogar oft die besseren Konditionen bieten. Wie die Top-Anbieter von insgesamt zwölf untersuchten Versicherern heißen, zeigt ein aktuelles Ranking.

Gute Nachrichten für Haus- und Wohnungskäufer: Die niedrigen Baufinanzierungszinsen bleiben uns vorerst erhalten, weil die Zinswende frühestens 2020 eintreten dürfte – nach der Amtszeit von EZB-Chef Mario Draghi.

Das spiegelt sich auch in einem Ranking der FMH-Finanzberatung im Auftrag der Wirtschaftswoche wider, welches die aktuellen Konditionen für Baugeld untersucht hat. Dabei habe FMH gezielt die Angebote von zwölf Versicherungen ausgewertet, „da diese in manchen Fällen sogar bessere Konditionen bieten als Banken“, wie die Wirtschaftswoche berichtet.

„Insbesondere bei längerfristigen Krediten mit 15 bis 30 Jahren Laufzeit bieten Versicherer günstige Konditionen“, wird Max Herbst, Experte für Baufinanzierung bei FMH, zitiert.

Konkret: Wer sich den Zins für eine Immobilienfinanzierung von 200.000 Euro über 20, 25 oder gar 30 Jahre festschreiben lassen möchte, bekommt beim günstigsten Versicherer im Test – die HDI Versicherung – einen Effektivzins von 1,78 Prozent (20 Jahre) beziehungsweise 1,83 Prozent (25 Jahre) oder 1,88 Prozent (30 Jahre) gewährt. Der Mittelwert für 20 bis 30 Jahre Zinsbindung beträgt demnach 1,83 Prozent. Voraussetzung ist, dass das eingebrachte Eigenkapital 40 Prozent des Kaufpreises beträgt. Der Tilgungssatz wird mit 2,5 Prozent per anno veranschlagt.

Auf Platz zwei und drei folgen Allianz Leben und Ergo – hier beträgt der Mittelwert für 20 bis 30 Jahre jeweils 1,89 beziehungsweise 1,92 Prozent. Auch diese Anbieter verlangen eine Eigenkapitalquote von jeweils 40 Prozent, um in den Genuss dieser Konditionen zu kommen.

Der entsprechende Mittelwert (20 bis 30 Jahre) über alle erfassten Banken und Versicherer betrachtet, liegt laut FMH-Auswertung bei 2,02 Prozent.

Baufinanzierung: „Das Darlehen sollte bis zur Rente abgezahlt sein“

Baufinanzierung Vergleich & Rechner zur Immobilienfinanzierung

Was Sparern hierzulande gerade Kopfschmerzen bereitet, das freut die Bauherren: die niedrigen Zinsen. Aber voreiliges Handeln ist fehl am Platz – sonst kann es teuer werden, weiß Thomas Hein, Leiter Partnervertrieb der ING in Deutschland. Er liefert Tipps, wie eine vernünftige Baufinanzierung aussehen sollte.

Pfefferminzia: Welche typischen Fehler werden in der Baufinanzierung Ihrer Erfahrung nach häufig gemacht?

Thomas Hein: Immer wieder kommt es vor, dass Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Notar- und auch Maklerkosten zu niedrig kalkuliert werden. Diese Kosten sind in der Regel kein Bestandteil der Baufinanzierung, sondern müssen im Rahmen des Eigenkapitals selbst eingebracht werden. Umso wichtiger ist es, für die Nebenkosten einen Puffer einzuplanen. Auch die Kosten in bestimmten Gewerken werden häufiger zu niedrig kalkuliert. Oftmals hat man während des Baus oder bei einer Modernisierung noch andere Wünsche an die Küche oder die Fliesen – das kann im Nachhinein teuer werden. Wer clever ist, plant auch damit, dass es mit der Fertigstellung aller Bau- und Modernisierungsmaßnahmen etwas länger dauern kann.

Welche Tipps haben Sie für Häuslebauer parat, damit es mit der Baufinanzierung besser klappt?

Grundsätzlich gilt – die individuelle Situation ist entscheidend. Pauschal ist das schwierig zu beantworten. Nichtsdestotrotz ist es vor jeder Finanzierung sinnvoll, die Rechner im Internet zum Kalkulieren zu nutzen – auch für die Nebenkosten. Ein weiterer Tipp: die eigene Kostenplanung mit einem Architekten oder Bausachverständigen durchgehen. So lassen sich die größten Rechenfehler ganz einfach vermeiden. Bei den heute niedrigen Zinsen bieten sich länger laufende Darlehen an, bei denen die Zinsen 10 bis 15 Jahre festgeschrieben sind. Das ist sicher kein Fehler.

Welche Tilgungsrate empfehlen Sie?

Die Tilgung sollte mehr als 3 Prozent betragen. Damit ist das Darlehen zügig abgezahlt. Ziel sollte es sein, die Darlehen bis zur Rente zurückgezahlt zu haben.

Für wie wichtig halten Sie es, ein Sondertilgungsrecht mit seinem Kreditgeber zu vereinbaren?

Grundsätzlich sollte es immer möglich sein, eine Sondertilgung zu leisten. Nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern über das Jahr verteilt. Damit ein Kreditnehmer dann, wenn er gerade Geld übrig hat, es in die Sondertilgung stecken kann. Er ist somit schnell schuldenfrei und weniger abhängig von künftigen Zinsveränderungen.

Apropos Zinsänderungen – noch ist eine Baufinanzierung dank des durch die Europäische Zentralbank niedrig gehaltenen Zinsniveaus günstig zu haben. Wann rechnen Sie mit einer Änderung?

Wir rechnen frühestens Ende 2019 mit einem Zinsanstieg. Zwischendurch wird es – so wie jetzt – aber sicher immer wieder zu Zinsveränderungen kommen. Aktuell ist der Markt sehr volatil.

Experten empfehlen oft, im Zuge einer Baufinanzierung auch eine Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung abzuschließen, um die Finanzierung zu sichern. Für wie sinnvoll halten Sie das?

Auch hier kommt es auf die individuelle Situation an. Wenn ein Darlehensnehmer Familie hat, ist auf jeden Fall die Risikolebensversicherung ein wichtiges Thema. Damit ist die Familie abgesichert und kann im Objekt bleiben, falls dem Hauptverdiener etwas passiert. Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann diesbezüglich von Vorteil sein.

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Mit den richtigen Versicherungsverträgen durch die Bauphase

Haus bauen: Diese Versicherungen brauchen Bauherren

BDV GIBT TIPPS FÜR BAUHERR*INNEN

Mit den wärmeren Temperaturen beginnt auch wieder die Bausaison. Doch die Vorfreude aufs Eigenheim wird oft schnell getrübt, denn Ärger mit dienstleistenden Unternehmen stehen meist auf der Tagesordnung und auch Schäden durch Brand oder Diebstahl sind nicht ausgeschlossen. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) erklärt, welche Versicherungsverträge Schutz vor diesen und weiteren Risiken bieten. „Einen unverzichtbaren Versicherungsschutz bietet die Bauherren-Haftpflichtversicherung, denn Bauherrinnen und Bauherren haften für sämtliche Schäden, die von Baustelle und Grundstück ausgehen. Dieses existenzielle Risiko wird durch den Vertrag abgedeckt“, erläutert BdV-Pressesprecherin Bianca Boss. Auch zum Abschluss einer Feuerrohbau- und einer Bauleistungsversicherung rät der Verbraucherschutzverein.

Bauherr*innen haften für alle Schäden, die vom Bau und dem Baugrundstück ausgehen – wenn zum Beispiel Besucher*innen in die unbeleuchtete Baugrube stürzen. „Eine Bauherren-Haftpflichtversicherung leistet in solchen Fällen Schadensersatz oder wehrt unberechtigte Ansprüche ab – notfalls sogar vor Gericht“, erklärt Boss. Der Versicherungsschutz gilt meistens für maximal zwei Jahre. Die Deckungssumme sollte mindestens fünf Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden betragen.
Die Feuer-Rohbauversicherung sollte zu Baubeginn abgeschlossen werden. Versichert ist der Rohbau gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag und Explosion. „Eine Feuer-Rohbauversicherung bekommen Sie häufig für einen bestimmten Zeitraum beitragsfrei, wenn Sie bei derselben Gesellschaft für später eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Die Wohngebäudeversicherung tritt in Kraft, sobald Sie die Bezugsfertigkeit gemeldet haben“, erläutert Boss.

Eine Bauleistungsversicherung/Bauwesenversicherung schütz vor unvorhergesehenen Schäden, beispielsweise an Bauleistungen, Baustoffen oder Bauteilen. Der Versicherungsschutz kann sich auf eine Reihe unterschiedlicher Risiken erstrecken, wie beispielsweise Sturm und Hagel, Vandalismus, Konstruktions- und Material- oder Ausführungsfehler oder Diebstahl der mit dem Gebäude fest verbundenen Bestandteile. Die Versicherungsdauer beträgt meist maximal zwei Jahre oder endet mit Bezugsfertigkeit, behördlicher Bauabnahme oder sechs Werktage seit Nutzung (frühester Zeitpunkt maßgebend). Da die Versicherung auch dann leistet, wenn Schäden zu Lasten der Baufirma gehen, sollten Bauherr*innen mit Bau- und Handwerkerfirmen klären, ob sich diese am Beitrag beteiligen.

Wenn dem bauausführenden Unternehmen mittendrin finanziell die Luft ausgeht, schützt die Baufertigstellungsversicherung vor Mehrkosten durch die Beauftragung anderer Firmen. „Diese Police ist auch ein Beleg dafür, dass es sich bei der Firma um einen soliden Partner handelt. Der Abschluss des Vertrages setzt nämlich eine Bonitätsprüfung voraus“, so Boss.
Auch nach Fertigstellung lauert im neuen Eigenheim so mancher Mangel. Das Bauunternehmen haftet für solche fünf Jahre lang ab Bauabnahme. Wenn das Unternehmen jedoch in die Insolvenz geschlittert ist, zahlt eine Baugewährleistungsversicherung für die Beseitigung eventueller Schäden.
Wichtig: Sowohl die Baufertigstellungsversicherung als auch die Baugewährleistungsversicherung können nur vom Bauunternehmen abgeschlossen werden und müssen vor Beginn des Projekts abgeschlossen sein.

Deutsche haben massive Wissenslücken bei Pflegekosten

Elternunterhalt: Wann gibt es eine Unterhaltspflicht gegenüber Eltern

Fast jeder zweite Deutsche glaubt, dass die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall die vollen Kosten der Unterbringung in einem Heim finanziert. Das hat eine aktuelle Umfrage der Postbank ergeben. Hier kommen die Details.

Viele Bürger wissen nicht, dass sie sich als Pflegebedürftige etwa bei vollstationärer Pflege an den Kosten beteiligen müssen, und wie hoch die Kosten dafür sein können. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Postbank unter 1.002 Bürgern. 43 Prozent der Befragten glauben danach, dass die gesetzliche Pflegeversicherung die Kosten für einen vollstationären Pflegeplatz in voller Höhe übernimmt.

21 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen von einem Eigenanteil von unter 1.000 Euro. Tatsächlich liege der zu leistende Betrag im Bundesdurchschnitt derzeit bei rund 1.800 Euro, wie Berechnungen des PKV-Verbands ergeben haben.

„Die Unkenntnis über die Kosten der Pflege für den Einzelnen und ihre Finanzierung zieht sich durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten“, sagt Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank, zu den Ergebnissen der Umfrage. „Es ist erstaunlich, dass sogar Menschen im Rentenalter, für die die eigene Pflege ein greifbareres Szenario ist, und die wahrscheinlich im eigenen Umfeld bereits mit dem Thema konfrontiert wurden, nicht besser informiert sind.“

Trügerische Sicherheit

Immerhin geben 59 Prozent der Befragten an, dass sie zusätzlich für die Pflege im Alter vorsorgen. 36 Prozent davon schaffen oder erhalten dafür Vermögenswerte, weitere 33 Prozent sparen. Eine private Pflegeversicherung haben 22 Prozent abgeschlossen. „Es ist nicht möglich, angemessen vorzusorgen, wenn man das abzusichernde Risiko falsch einschätzt“, ist Bargel überzeugt. „Die Mehrheit der Befragten, die angeben, privat für Pflegekosten vorzusorgen, verweisen auf Ersparnisse und Vermögenswerte, wie ein Eigenheim, die im Pflegefall für die Finanzierung der Kosten eingesetzt werden sollen. Diese Menschen wiegen sich in trügerischer Sicherheit, da die Pflegekosten die Höhe der Ersparnisse oder den Wert einer Immobilie übersteigen können.“

Diejenigen, die nicht privat für die Pflege im Alter vorsorgen, begründen das mit fehlendem Geld (48 Prozent), erwarten, dass der Staat für die Pflegekosten aufkommt (44 Prozent) oder denken, dass es ausreicht, in die gesetzliche Pflegeversicherung eingezahlt zu haben (38 Prozent).

Risiken werden ausgeblendet

„Es ist sehr beunruhigend, dass ein so hoher Anteil der Befragten nicht vorsorgt. Sie geben die Verantwortung an den Staat ab oder stellen Ansprüche an die gesetzliche Pflegeversicherung, die nicht realistisch sind. Menschen unter 40 Jahren sollten sich darauf konzentrieren, Risiken wie die Rentenlücke oder Berufsunfähigkeit abzusichern. Ab 40 Jahren, spätestens jedoch mit 50 Jahren, sollte man sich mit der Pflegevorsorge auseinandersetzen“, sagt Bargel.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass jeder Vierte (25 Prozent) nicht vorsorgt, weil er sich mit dem Thema nicht auskennt, jeder Sechste (17 Prozent) weil es zu kompliziert ist.

Vielen Dank an die