Pensions­kasse – Vorsorgeform mit Unterschieden

Pensionskasse: die zusätzliche Altersvorsorge

Häufig sind Pensions­kassen mit einem einzelnen Unternehmen verbunden und stehen nur den Mitarbeitern dieser Firmen für die betriebliche Alters­versorgung offen. Es gibt aber auch Pensions­kassen, die einem größeren Markt offen stehen. Doch gibt es zwischen diesen Pensions­kassen große Unterschiede. Zunächst sind da die traditionellen Pensions­kassen: Sie existieren häufig seit Jahr­zehnten und sind oft als Verein organisiert, dessen Mitglieder die Arbeit­geber sind. Zwar ähneln die Leistungen dieser Pensions­kassen denen der privaten Lebens­versicherer. Doch sie haben eine entscheidende Ausnahme­stellung: Die Pensions­kassen dürfen mit einem höheren Rechnungs­zins kalkulieren als die für Renten- und Lebens­versicherungen vorgeschriebenen 0,9 Prozent. Das heißt für die Versicherten, dass sie aktuell mit einer höheren Renten­anwart­schaft rechnen können. Seit jeder das Recht hat, im Betrieb für das Alter zu sparen, drängen auch die privaten Lebens­versicherer in den Markt der Pensions­kassen. Viele bekannte Versicherer wie Debeka oder Ergo gründeten Pensions­kassen als Tochter­unternehmen. Die Angebote und Vertriebs­strukturen ähneln denen der Muttergesell­schaften. Die Versicherer bieten Beratung an und gehen mit ihren Vertriebs­leuten in die Unternehmen. Oft sind die Angebote dieser Pensions­kassen dadurch teurer.

Einige Pensions­kassen haben Finanzierungs­probleme: Die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) macht sich Sorgen um ein Drittel aller Pensions­kassen, weil sie offen­bar nicht ausreichend finanziert sind. Dies geht aus der Antwort der Bundes­regierung auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Ein Bafin-Sprecher teilte auf Finanztest-Anfrage mit, dass die Bafin derzeit „die Kassen dazu drängt, bei ihren Trägern oder Aktionären recht­zeitig Unterstüt­zung einzufordern“, Ziel sei es, „Leistungs­kürzungen möglichst zu vermeiden“. Falls es bei ­einer Kasse doch dazu kommt, muss der Arbeit­geber einspringen. „Allerdings nur, wenn der Arbeit­geber noch existiert“, so die Bafin. Bisher habe keine Pensions­kasse beantragt, Renten­ansprüche zu kürzen. Allerdings haben zwei Kassen gefragt, ob die Bafin ihrem Verkauf an eine Abwick­lungs­firma zustimmt: die Pro BAV Pensions­kasse AG und die Prudentia Pensions­kasse AG.

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