Pflegegeld der gesetzlichen Pflege­versicherung

In den nächsten Jahren werden Vermögensanlagen, Häuser und Lebenswerke der Betroffenen nicht vererbt, sondern den Pflegekosten zum Opfer fallen

Pflegegeld der gesetzlichen Pflege­versicherung – die Details

Aufwands­entschädigung. Die Pflegegeld ist als finanzielle Unterstüt­zung für Pflegebedürftige gedacht, um die freiwil­lige Hilfe bei der Grund­pflege und im Haushalt zu honorieren. Der Pflegebedürftige kann die pflegende Person frei wählen. Die Kasse über­weist das Geld immer am Anfang des Monats an den Pflegebedürftigen.

Pflege und Job. Freiwil­lig Pflegende, die dafür Pflegegeld und Renten­versicherungs­beiträge von der Pflegekasse erhalten, dürfen höchs­tens 30 Stunden pro Woche berufs­tätig sein. Bevor das Pflegegeld ausgezahlt wird, über­prüft der Gutachter des Medizi­nischen Dienstes der Kranken­versicherung (MDK), ob die Pflegenden diese Kriterien erfüllen. Das soll die Qualität der Laien­pflege sichern und helfen, Probleme zu beheben.

Beratungs­pflicht. Wer ausschließ­lich Pflegegeld bekommt, muss sich regel­mäßig beraten lassen. Oft kommt dann ein Pflege­dienst, der vom Pflegebedürftigen beauftragt wurde. Zweck der Beratung zuhause ist, offene Fragen, die die Pflege betreffen, zu klären. Die Pflegekasse schreibt den Pflegebedürftigen dazu an und informiert ihn darüber, dass er sich beraten lassen muss. Damit der Pflegegeld­anspruch erhalten bleibt, schreibt das Gesetz in Pfle­gegrad 2 und 3 die Beratung alle sechs Monate, in Pfle­gegrad 4 und 5 alle drei Monate vor. Weigert der pflegebedürftige Versicherte sich, die Beratung in Anspruch zu nehmen, kann die Kasse das Pflegegeld kürzen.

Unter­brechung. Die Pflegekasse kürzt das Pflegegeld immer dann, wenn der pflegebedürftige Versicherte durch seine Pflege­person nicht gepflegt werden kann. Wird die häusliche Pflege durch einen Kranken­haus­auf­enthalt oder die medizi­nische Reha der pflegebedürftigen Person unterbrochen, wird das Pflegegeld bis zu vier Wochen weitergezahlt. Muss der Pflegebedürftige eine Zeit lang in die Kurz­zeit­pflege, gewährt die Kasse bis 56 Tage im Kalender­jahr das Pflegegeld in halber Höhe. Kommt ersatz­weise eine andere Person zur Verhinderungs­pflege gilt das dasselbe für 42 Tage im Kalender­jahr.

 

Pflegegeld – wenn ehren­amtlich geholfen wird

Pflegegeld zahlt die Kasse an den pflegebedürftigen Versicherten, wenn Angehörige oder andere nahe­stehende Personen die Pflege ehren­amtlich über­nehmen. Entscheidend für die Höhe ist der Pfle­gegrad, in den der Pflegebedürftige einge­stuft wurde. Im Monat sind das

  • 316 Euro in Pfle­gegrad 2
  • 545 Euro in Pfle­gegrad 3
  • 728 Euro in Pfle­gegrad 4 und
  • 901 Euro in Pfle­gegrad 5.

In Pfle­gegrad 1 wird kein Pflegegeld gezahlt.

 

Wenn der Pflege­dienst kommt

Der Pflegebedürftige entscheidet selbst, ob er Pflegegeld möchte. Er kann auch fest­legen, dass die Pflegekasse Leistungen eines professionellen Pflege­dienstes bezahlen soll. Das heißt dann Pflegesach­leistung. Die Kasse gibt dafür mehr aus als für das Pflegegeld in der jeweiligen Stufe. Monatlich sind das

  • 689 Euro bei Pfle­gegrad 2
  • 1 298 Euro bei Pfle­gegrad 3
  • 1 612 Euro bei Pfle­gegrad 4 und
  • 1 995 Euro bei Pfle­gegrad 5.

In Pfle­gegrad 1 werden keine Pflegesach­leistungen gezahlt.

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