Pflegeversicherung: Das Pflege­gut­achten

In den nächsten Jahren werden Vermögensanlagen, Häuser und Lebenswerke der Betroffenen nicht vererbt, sondern den Pflegekosten zum Opfer fallen

Die Selbst­ständig­keit eines Menschen und damit der Pflegebedarf wird im Rahmen eines Gutachtens anhand von 64 Kriterien ermittelt. Sie sind sechs Lebens­bereichen, den Modulen, zuge­ordnet. Ein Pflegesach­verständiger vergibt pro Kriterium Punkte, die in die Gesamt­punkt­zahl eines Moduls einfließen. Die Punkte liegen dabei zwischen 0, wenn keine Beein­trächtigungen, und 4 Punkten, wenn schwerste Beein­trächtigungen der Selbst­ständig­keit fest­gestellt werden. Im zweiten Schritt wird das Modul gewichtet und so in die Gesamt­wertung des Pfle­gegrades miteinbezogen. Folgende sechs Module und ihre Gewichtung spielen bei der Einschät­zung der Selbst­ständig­keit und damit der Berechnung des Pfle­gegrades eine Rolle:

Mobilität (10 Prozent): Wie gut kann ein Mensch sich alleine fortbewegen, drehen und sitzen?

Kognitive und kommunikative Fähig­keiten (15 Prozent): Wie gut findet sich ein Mensch in Ort und Zeit zurecht? Erinnert er sich? Kann er Gefahren erkennen und sich am Gespräch beteiligen? Alternativ betrachten die Sach­verständigen „Verhalten und psychische Probleme“: Ist ein Mensch aggressiv, schädigt er sich oder andere? Leidet er an Ängsten?

Selbst­versorgung (40 Prozent): Inwieweit ist ein Mensch fähig, sich selbst zu waschen, zu essen, zu trinken und auf die Toilette zu gehen?

Bewältigung und Umgang mit Therapie und Krankheit (20 Prozent): Wie selbst­ständig kann ein Mensch Medikamente einnehmen? Muss er zum Arzt begleitet werden?

Gestaltung des Alltags­lebens und sozialer Kontakte (15 Prozent): Wie selbst­ständig kann ein Mensch einen Tag gestalten und Kontakte pflegen?

Print Friendly, PDF & Email