Gesetzliche Krankenkassen: Extras und Beiträge von 72 Kassen

Gesetzliche Krankenkassen Extras und Beiträge von 72 Kassen

Rückensprechstunde, Yogakurs oder Rechnungen einreichen – bei vielen der 72 gesetzlichen Krankenkassen im Test geht das auch digital. So haben etwa 18 Krankenkassen Videoberatungen als Extraleistungen im Programm.

Zum Arzt gehen und in vollen Wartezimmern sitzen – während der Corona-Pandemie möchten viele das vermeiden. Ein Ausweg sind Videosprechstunden, die von einigen gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden. Diese funktionieren über die Internetseite der Kassen oder ihrer Kooperationspartner, oft auch per App. 48 der 72 getesteten gesetzlichen Krankenkassen machen außerdem eine uneingeschränkte Telefonberatung möglich.

Wer zu Beginn der Corona-Krise mit einem Gesundheitskurs angefangen hat, kann ihn häufig als Onlinekurs weiterführen. Viele Kassen oder ihre zertifizierten Partner bieten zudem reine Onlinekurse an. Seit Juli 2020 gibt es bei einigen Kassen Videokurse zur Geburtsvorbereitung und zum Stillen.

Die günstigste Krankenkasse im Test hat einen Beitragssatz von 14,99 Prozent. 17 Krankenkassen verlangen einen Beitragssatz von 16 Prozent oder mehr und gehören damit zu den teuersten im Test. Wer die Krankenkasse wechseln möchte, ist ab 2021 nur noch 12 statt bisher 18 Monate an die alte Krankenkasse gebunden. Auch wenn rund 95 Prozent der medizinischen Versorgung gesetzlich geregelt ist, lohnt sich ein Blick in die Extraleistungen: Von Alternativmedizin bis Zahnreinigung gibt es zahlreiche Zusatzangebote.

Der Test „Gesetzliche Krankenkassen“ findet sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/krankenkassen abrufbar.

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Gesetzliche Krankenkassen

Gesetzliche Krankenkassen im Test
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Gesetzliche Krankenkassen im Test

Das DFSI Deutsches Finanz-Service Institut hat sich Preise und Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen angeschaut. Welcher Anbieter am besten abschneidet, erfahren Sie hier.

Wegen der steigenden Gesundheitskosten müssen viele Krankenkassen inzwischen einen Zusatzbeitrag erheben. Er schwankt derzeit zwischen 0 Prozent und 1,7 Prozent. So verlangt die Metzinger BKK etwa gar keinen Zusatzbeitrag, bei der Viactiv Krankenkasse sind es 1,7 Prozent.

Doch nur auf den Preis zu schauen, halten die Analysten für falsch. Denn auch die Leistungen der gesetzlichen Kassen variieren. „Zwar schreibt der Gesetzgeber etwas mehr als 90 Prozent der Kassenleistungen verbindlich vor“, sagt Thomas Lemke, Geschäftsführer des auf Versicherungs- und Bankvergleiche spezialisierten Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI). „Doch bei den restlichen Leistungen können die Kassen entscheiden, ob sie diese anbieten oder nicht. Daher ist es sinnvoll, den Beitragssatz einer Kasse ins Verhältnis zu den Leistungen zu setzen, die sie ihren Versicherten über die Regelleistungen hinaus anbietet.“

Zum Stichtag 3. April 2016 haben die Forscher genau das getan. „Wir haben für jeden einzelnen Bereich, in dem Kassen Zusatzleistungen anbieten dürfen, diese Angebote in Relation zum Beitrag gesetzt. Und dann sieht das Ergebnis ganz anders aus“, sagt Lemke. Dann landet die Viactiv bei insgesamt 76 untersuchten Kassen auf Rang 65. Doch auch die günstigste Krankenkasse, die Metzinger BKK kommt im Preis-Leistungsvergleich lediglich auf Platz 67. Die IKK Südwest erreicht trotz eines Beitragssatzes von 15,8 Prozent ein Top Preis-Leistungs-Verhältnis, die HKK mit dem geringsten bundesweiten Beitragssatz und guten Leistungen ebenfalls.

Budget für Zussatzleistungen sinkt

Die Budgets für Zusatzleistungen haben die Krankenkassen allerdings generell zurückgefahren. Lemke: „Das ist aber oft auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. Konnte früher etwa jeder Versicherte frei aus den angebotenen Zusatzleistungen einer Kasse wählen, so gibt es all diese freiwilligen Leistungen heute zwar häufig immer noch. Jedoch hat jedes Kassenmitglied nun ein sogenanntes Gesundheitskonto mit einem jährlichen Guthaben. Und das ist oft schon nach zwei oder drei Zusatzleistungen aufgebraucht.“

Insgesamt betrachtet kam die IKK Brandenburg und Berlin auf den ersten Platz, dicht gefolgt von der AOK Plus für Sachsen und Thüringen. Die beste bundesweit geöffnete Kasse folgt mit der TK auf Platz 3.

Die Ergebnisse im Detail gibt es hier.

Beitrag mit freundlicher Unterstützung von Pfefferminzia – Autor: Karen Schmidt