BU bleibt bestimmende Police in der Arbeitskraftabsicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt das mit Abstand am meisten verbreitete Versicherungsprodukt zur Arbeitskraftabsicherung.
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Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist auch weiterhin das Maß aller Dinge, wenn es um die Absicherung der Arbeitskraft geht. 93 Prozent der im Jahr 2015 vermittelten Verträge im Bereich der Arbeitskraftabsicherung entfielen auf BU-Policen. Das ergab eine Sonderabfrage des Versicherungsverbandes GDV unter seinen Mitgliedsunternehmen.

Um sich gegen den Verlust der eigenen Arbeitskraft abzusichern, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nicht mehr nur die einzige Möglichkeit. Allerdings machen jüngste Zahlen des Versicherungsverbandes GDV deutlich, dass das „Königsprodukt BU“ nach wie vor das mit Abstand beliebteste Produkt im Bereich der Arbeitskraftabsicherung (AKS) ist – und daran dürfte sich so schnell nichts ändern.

Wie der GDV auf Basis einer Sonderabfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen mitteilt, war die BU im Jahr 2015 mit 3,8 Millionen Verträgen das mit Abstand am meisten verbreitete AKS-Produkt (siehe Tabelle). Zum Vergleich: Die Zahl der Erwerbsunfähigkeitsversicherungen (EU) lag bei 81.415 Verträgen, bei 52.479 Policen handelte es sich um eine Grundfähigkeitsversicherung (GFV). Schwere-Krankheiten-Versicherungen hat der GDV in seiner Statistik nicht berücksichtigt.

EU- und GFV-Policen teilen sich den kleinen Rest vom Kuchen

Auch beim Blick auf das Neugeschäft für 2015 macht sich die Vormachtstellung der BU im Biometrie-Markt eindrucksvoll bemerkbar: 93 Prozent der insgesamt über 410.000 vermittelten AKS-Verträge (BU, EU und GFV) entfielen auf die Berufsunfähigkeitsversicherung (381.341 Verträge), das EU- und GFV-Neugeschäft teilen sich mit einem Marktanteil von jeweils rund 3,5 Prozent den kleinen Rest vom Kuchen.

Der GDV ist trotz dieser ungleichen Kräfteverhältnisse sichtlich darum bemüht, „die wachsende Bedeutung von Erwerbsunfähigkeits- beziehungsweise Grundfähigkeitsabsicherungen“ hervorzuheben. Diese zeige sich in prozentual höheren Neugeschäftszahlen, so der Verband. Demnach lag der Anteil des Neugeschäfts am Bestand in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung bei 18 Prozent, bei BU-Policen sind es lediglich 10 Prozent.

BU-Alternativen tun sich weiterhin schwer bei Vermittlern

Und dennoch: Offenbar tun sich die sogenannten BU-Alternativen trotz vertrieblicher Anstrengungen der Versicherer nach wie vor schwer im Neugeschäft. So sehen viele Vermittler in EU, GFV und Co. eine Ausschnittsdeckung, die im Vergleich zur BU einen deutlich reduzierten Schutz bietet.

Im Gegensatz zu EU und GFV sichert eine Berufsunfähigkeitsversicherung das Risiko ab, dass der Versicherte nicht mehr in seinem bisher ausgeübten Beruf arbeiten kann. Geleistet wird also auch dann, wenn der Versicherte noch in einem anderen Beruf arbeiten kann.

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist günstiger als eine BU, sie deckt dafür aber nur das Risiko ab, dass es einem Versicherten, etwa durch einen Unfall oder eine Krankheit (körperlich oder psychisch bedingt), überhaupt nicht mehr möglich ist, einer Beschäftigung nachzugehen. Im Falle einer Grundfähigkeitsversicherung zahlt der Versicherer beim Verlust körperlicher Fähigkeiten, etwa wenn ein Berufskraftfahrer seine Sehkraft verliert.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

 

Weiterarbeiten trotz Berufsunfähigkeit – geht das?

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Rechts-Tip:Berufsunfähig zu sein, heißt nicht unbedingt, dass man seine Tätigkeit nicht mehr ausüben darf und kann.

Rechts-Tip:Berufsunfähig zu sein, heißt nicht unbedingt, dass man seine Tätigkeit nicht mehr ausüben darf und kann.

Diagnose: Berufsunfähigkeit. Und nun? Viele Betroffene fragen sich dann: Darf und kann ich meinen Beruf weiter ausüben und dennoch auf meine Versicherung zählen? Rechtsanwalt Matthias Kroll hat diese Fragen beantwortet.

Die Frage an Rechtsanwalt Matthias Kroll lautete: „Kann ich berufsunfähig sein, obwohl ich meine Tätigkeit noch ausübe?“ Darauf hat der Jurist zunächst eine klare Antwort: Ja. Denn eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit setze nicht voraus, dass ein Betroffener seine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben darf. „Erforderlich ist nur, dass die festgestellte Gesundheitsbeeinträchtigung die Fortsetzung der Tätigkeit vernünftigerweise und im Rahmen des Zumutbaren nicht mehr gestattet, so der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 11. Juli 2012 zu dem Aktenzeichen IV ZR 5/11“, schreibt Kroll auf dem Portal anwalt.de.

Abzustellen sei auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit, so wie sie in gesunden Tagen ausgeübt wurde. Kroll: „Es muss dabei festgestellt werden, wie die Tätigkeit konkret ausgestaltet war. Hierbei ist auch der zeitliche Umfang der jeweiligen Tätigkeit zu berücksichtigen.“ Dafür bringt der Anwalt auch gleich ein Beispiel. Sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit teilweise im Stehen und teilweise im Sitzen ausgeübt worden und bereite dem Versicherten das Sitzen ganz erhebliche Schmerzen, „kann entscheidend sein, in welchem zeitlichen Umfang die Tätigkeit sitzend ausgeübt wurde.“

Der Versicherte darf in gesundheitlicher Hinsicht nicht überfordert werden. Das Weiterarbeiten im Sitzen bei starken Schmerzen im obigen Fall stelle eine überobligationsmäßige Anstrengung dar. Das könne der Versicherer nicht verlangen. Auch nicht, dass der Betroffene Medikamente nimmt, um die Schmerzen zu betäuben, vor allem wenn diese etwa zu Organschäden führen könnten, so der Rechtsanwalt weiter.

„Allerdings ist zu beachten, dass die weitere Tätigkeit grundsätzlich ein Indiz dafür darstellt, dass der Versicherte seine Tätigkeit weiter ausüben kann. In diesen Fällen muss der Versicherte nachvollziehbar darlegen und beweisen, dass er die Tätigkeit weiter ausgeübt hat, dies aber im Rahmen des Zumutbaren nicht mehr möglich war.“

Vielen Dank an die Pfefferminzia

 

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Eine BU-Beratung sollte immer dort ansetzen, wo der einzelne Kunde steht und was er im Ernstfall wirklich braucht

Eine BU-Beratung sollte immer dort ansetzen, wo der einzelne Kunde steht und was er im Ernstfall wirklich braucht

Die Versicherer haben sich Gedanken über die Ursachen für die geringe Marktdurchdringung von klassischen BU-Policen gemacht. Jetzt sind alternative Angebote und neue Konzepte auf dem Markt. Doch ihr Nutzen ist nicht unumstritten.

“Eine BU-Beratung sollte immer dort ansetzen, wo der einzelne Kunde steht und was er im Ernstfall wirklich braucht”, sagt Bernhard Rapp, Direktor Marketing und Produktmanagement und stellvertretender Niederlassungsleiter Canada Life Deutschland.

An diesem Punkt wird es aber häufig problematisch: Dann nämlich, wenn der Kunde feststellt, dass er sich den oftmals hohen Beitrag zur BU-Police nicht leisten kann.

Günstige Alternativen mit Knackpunkt

Viele Versicherer haben deshalb mittlerweile alternative Angebote wie Erwerbsunfähigkeitsversicherungen, Grundfähigkeitsversicherungen, Dread-Disease und Multi-Risik-Policen im Angebot, die jeweils ganz unterschiedlichen Versicherungsschutz bieten – und häufig deutlich günstiger sind als eine klassische BU.

Bei der privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlen die Versicherer eine monatliche Rente, wenn der Versicherungsnehmer keine drei Stunden am Tag irgendeine Tätigkeit ausüben kann. Der Versicherungsschutz gilt unabhängig vom konkret ausgeübten Beruf und von bestimmten Krankheitsbildern.

Bei der Grundfähigkeitsversicherung steht die Leistung des Versicherers nicht im Zusammenhang zur ausgeübten Berufstätigkeit oder zur Fähigkeit des Versicherungsnehmers, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Ausschlaggebend für die Zahlung ist der Verlust von Grundfähigkeiten wie Sehen, Hören, Schreiben oder Treppen steigen.

Die Anbieter von Dread-Disease-Versicherungen zahlen in dem Fall, dass den Versicherten eine Krankheit trifft, die im Bedingungswerk ausdrücklich genannt sein muss, zum Beispiel Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Multiple Sklerose.

“Augenmerk auf die wichtigsten Leistungsauslöser”

“Die Versicherungswirtschaft und die Berater sollten dies noch besser transportieren, sodass unsere Kunden auch die leistungsfähigen Alternativen als guten und bezahlbaren Schutz verstehen”, rät Dr. Stefanie Alt, Leiterin Produkt- und Marktmanagement Leben bei der Nürnberger Versicherung.

“Kann sich ein Kunde eine BU in ausreichender Höhe schlichtweg nicht leisten, sollte im Rahmen einer Beratung das Hauptaugenmerk auf den wichtigsten Leistungsauslösern liegen.“

Allerdings lastet den Alternativen der Ruf an, dass sie lediglich ein “Notnagel” sind, um auch Kunden versorgen zu können, für die eine klassische BU aus finanziellen Gründen nicht infrage kommt – oder die aufgrund von Vorerkrankungen vom Versicherer abgelehnt wurden.

 

Nutzen nicht unumstritten

Und auch ihr Nutzen ist nicht unumstritten. “Ihr Marktanteil ist durchweg noch bescheiden. Bis auf die Erwerbsunfähigkeitsversicherung handelt es sich bei den Alternativen um Ausschnittsdeckungen, die preislich verlockend sind, den Kunden aber nicht die notwendige Sicherheit bringen”, äußert Michael Stille, Vorstandschef der Dialog Lebensversicherung, Vorbehalte.

Fiknet Veseli, Abteilungsleiterin Produktmanagement private Altersvorsorge und Biometrie bei der Ergo, weist zudem darauf hin, dass bei Angeboten wie einer Grundfähigkeitsversicherung oder einer Versicherung mit Multi-Risk-Ansatz ein Ausfall aufgrund psychischer Leiden nicht versichert ist. “Und diese sind heutzutage eine der Hauptursachen für Berufsunfähigkeit.”

Canada-Life-Direktor Rapp hält es für wichtig, eine passgenaue Lösung für jeden Kunden zu finden. “Jedem eine BU überzustülpen, bloß weil sie als Königsweg der Arbeitskraftabsicherung gilt, ist weder realitätsnah, noch löst es das Problem der viel zu geringen Penetration an Arbeitskraftabsicherung in der deutschen Bevölkerung”, sagt er.

Er erwartet, dass sich der Markt weiter an den Kundenbedürfnissen orientieren wird – und dass künftig noch mehr Alternativen zur BU angeboten werden.

Auch an neuen BU-Konzepten wird bereits gebastelt – auf verschiedenen Ebenen. Bei der interaktiven Veranstaltung “Disrupt.me” beispielsweise konnten Mitte Mai in Köln Start-ups, Gründungsinteressierte und Studenten einen Tag lang mit professionellem Coaching eine Geschäftssparte eines großen deutschen Versicherungsunternehmens angreifen und umkrempeln – zumindest hypothetisch.

“Ideenfindung extrem spannend”

Zielscheibe beim “Disrupt.me” der Gothaer war das Geschäftsmodell Arbeitskraftabsicherung. Die Ideen der Teilnehmer sollten nach Angaben des Versicherers besser auf die Lebensläufe und die veränderten Bedürfnisse der “Generation Y”, also der zwischen 1980 und 1999 Geborenen, eingehen als traditionelle Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Das Gewinner-Team kann nun darauf hoffen, seine Idee gemeinsam mit der Gothaer in die Realität umzusetzen.

“Wir setzen sehr auf Digitalisierung, in dem Zusammenhang ist ein solcher Ansatz zur Ideenfindung für uns extrem spannend und hilft uns, die Bedürfnisse der künftigen Kunden zu kennen und erfüllen zu können”, sagte Emanuel Issagholian, bei der Gothaer für digitale Projekte verantwortlich.

Tatsächlich könnte dies genau der richtige Weg sein, um die jüngeren Zielgruppen auf das Thema Arbeitskraftabsicherung aufmerksam zu machen. (kb)

Vielen Dank an Cash.Online