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Wie vererbt man einen Riester-Vertrag?

Kann ich meine Riester-Rente vererben?
Roland
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Geschäftsführer und Mädchen für bei ProFair24
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ich bin Roland Richert, Gründer und Mädchen für alles bei ProKlartexxt dem Versicherungs- und Finanzmagazin. Als gelernter Versicherungsfutzi biete ich kostenlose Informationen zu Versicherungen und Finanzen.
Ich verkaufe keine Versicherungs- und/oder Finanzprodukte, hierfür stelle ich Euch nur Vergleichsrechner von namhaften Unternehmen zur Verfügung.
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Was passiert mit einem Riester-Vertrag, wenn der Sparer stirbt? Das hängt von einer Reihe verschiedener Faktoren ab: dem Zeitpunkt des Todes, den Bedingungen des Anbieters und dem Verwandschaftsverhältnis der Erben zum verstorbenen Riester-Sparer. Pfefferminzia klärt auf.

Riester-Renten können vererbt werden. In den Bedingungen der jeweiligen Anbieter ist geregelt, was es wann im Falle eines Todes gibt. Von der Leistung werden die Zulagen und die genossenen Steuervorteile abgezogen. Nur in einem Fall kann ein Riester-Vertrag so vererbt werden, dass die Förderung erhalten bleibt: wenn das Guthaben in einen Riestervertrag des Wittwers oder der Witwe überführt wird. Falls der Ehegatte keinen eigenen Vertrag besitzt, kann dieser innerhalb von zwölf Monaten nachträglich abgeschlossen werden. Ist der Ehepartner jedoch bereits über 60 Jahre alt, lässt sich praktisch kaum noch ein Anbieter finden. Auch für ein Kind, für das noch Anspruch auf Kindergeld besteht, kann ein Riester-Rentenvertrag förderunschädlich übertragen werden. Sind die Erben jedoch andere Verwandte, muss die volle Riester-Förderung zurückbezahlt werden.

Tod in der Sparphase

Stirbt der Riester-Sparer noch in der Ansparphase, gilt sowohl für Riester-Rentenversicherungen, Riester-Banksparpläne und Wohn-Riester: Die Hinterbliebenen erhalten das aktuelle Riester-Guthaben ausgezahlt. Wichtig für den Erhalt der Zulagen und Steuervorteile ist dann natürlich, dass der Ehepartner einen eigenen Riester-Vertrag hat beziehungsweise noch einen abschließen kann.

Rentengarantiezeit entscheidet über Erben oder Nichterben

Komplizierter wird es, wenn der Riester-Sparer in der Ablaufphase verstirbt. Dann gelten die individuell mit dem Anbieter des Riester-Produktes vereinbarten Bedingungen. Bei Riester-Renten spielt die sogenannte Rentengarantiezeit eine wichtige Rolle. Sie kann in der Regel bis zu 20 Jahre vereinbart werden. Bei Tod der versicherten Person steht der Wert der Rente zur Verfügung, der bis zum Ende des vereinbarten Garantiezeitraums noch auszuzahlen wäre. Auch gilt wieder: Eine Überführung in einen eigenen Riestervertrag erhält die Steuervorteile und Zulagen, bei allen anderen Leistungen sind diese zurückzuzahlen. Welcher Teil der erhaltenen Zulagen bereits über die Rente an den verstorbenen verwendet worden ist und welcher Teil zu erstatten wäre, ist dann individuell zu ermitteln.

Bei den meisten Riester-Fondssparplänen erhalten die Erben hingegen unabhängig vom Zeitpunkt des Todes das angesparte und noch nicht durch Rentenzahlungen verbrauchte Riester-Fondsguthaben ausbezahlt – wenn es in keinen Riester-Vertrag eines Hinterbliebenen geht wieder unter Abzug der Förderung. Die Ausnahme: Stirbt der Riester-Sparer nach dem 85. Lebensjahr, gibt es keine Leistung für die Hinterbliebenen mehr.

Tip: Hinterbliebenen-Leistung für Kinder

Wenn der Riester-Sparer zum Todeszeitpunkt nicht verheiratet war, heißt es nicht unbedingt, dass die Zulagen und Steuervorteile verloren sind. Wenn die Todesfall-Leistung für eine Rente an kindergeldberechtigte Kinder des Verstorbenen verwendet wird, ist keine Rückzahlung fällig. Die Rente darf dann solange gezahlt werden, solange die Kindergeldberechtigung des Verstorbenen bestehen würde.

Wohn-Riester: Steuer wird fällig

Kompliziert ist der Hinterbliebenenschutz bei der Wohn-Riester-Förderung, wenn der Tod erst in der Rentenphase eintritt. Bei Wohn-Riester kann zwischen einmaliger und ratierlicher Besteuerung des Wohnförderkontos gewählt werden. Hatte der Verstorbene nach der Ansparphase bereits seine Steuerschuld durch eine Einmalzahlung beglichen? Falls nicht, müssen die Erben in der Regel die gesamte Steuerschuld in einem Betrag und direkt nach dem Tod des Vertragsnehmers bezahlen.

Wenn jedoch der Ehepartner erbt, Eigentümer der Immobilie wird und diese innerhalb von zwölf Monaten nach dem Todesfall selbst nutzt, muss das Wohnförderkonto erst bei Rentenbeginn des Erben regulär versteuert werden. Dazu muss dieser jedoch zum Zeitpunkt des Todes des Ehegatten die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung der Ehepartner erfüllt haben.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

Ärger um Riester-Rente: Erbt der Ehepartner das angesparte Kapital?

Riester-Verträge können im Erbfall auf einen eigenen Riester-Vertrag des nicht getrennt lebenden Ehegatten übertragen werden.
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Nachdem seine Frau verstorben ist, versucht Andreas Groffmann an das Kapital ihres Riester-Vertrages zu kommen. Doch das dauert: Erst zweieinhalb Jahre nach ihrem Tod zahlt der Versicherer das Guthaben aus. Der Fall wirft die Frage auf, wie es um die Vererbbarkeit von Riester-Verträgen bestellt ist.

Was ist geschehen?

Konditor Andreas Groffmann aus Idar-Oberstein verlor vor über zweieinhalb Jahren seine Ehefrau. Die 51-Jährige erlag einem Krebsleiden. Bis zu ihrem Tod sparte sie Guthaben in einer Riester-Rente an.

Nach ihrem Tod stellte der 55-jährige Witwer einen Antrag bei der Zurich Versicherung, dass ihr Kapital auf seinen eigenen Riester-Vertrag umgebucht wird – doch der Versicherer reagiert zunächst nicht, wie die Bild-Zeitung über den Fall berichtet.

Demnach reichte Groffmann alle Unterlagen ein, so auch die Sterbeurkunde. Doch auf das angesparte Kapital in Höhe von 1.950 Euro wartete er zunächst vergeblich. „Weder 2016 noch 2017“ tat sich etwas, berichtet Bild. „Von der Versicherung wurde er stets vertröstet“, heißt es – auf einem Foto hält Groffmann einen dicken Stapel Papiere in der Hand, die laut Bericht den Schriftwechsel mit der Versicherung zeigen. Auch ein Anruf des Witwers bei der Zentralen Zulagestelle für Altersvermögen habe nichts ergeben – dort wusste angeblich niemand etwas vom Tod seiner Frau.

Erst nachdem sich die Bild-Zeitung in den Fall eingeschaltet habe, sei das Geld „endlich da“, freut sich Groffmann. Angeblich seien technische Probleme schuld an der Verzögerung gewesen, berichtet er.

Wie ist es um den Hinterbliebenenschutz bei Riester-Verträgen bestellt?

Der Fall wirft die Frage auf, was eigentlich mit einem Riester-Vertrag passiert, wenn der Sparer stirbt? Um den Hinterbliebenenschutz bei Riester-Verträgen richtig einschätzen zu können, muss zunächst unterschieden werden zwischen einem Todesfall im Ansparprozess und in der Ablaufphase, sprich der Verrentung. Stirbt der Riester-Sparer während der laufenden Ansparphase, wie im vorliegenden Fall, so kann das Vertragsguthaben uneingeschränkt vererbt werden – allerdings muss der Erbe die erhaltene Förderung zurückzahlen. Zudem wären eventuelle Erträge oder Zinsen gegebenenfalls zu versteuern.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Besitzt der nicht getrennt lebende Ehepartner einen eigenen Riester-Vertrag oder ein Kind, für das noch Anspruch auf Kindergeld besteht, darf die bereits gewährte Förderung einbehalten werden und das Kapital abschlagsfrei auf den bestehenden Vertrag übertragen werden. Das trifft auf Andreas Groffmann zu.

Witwenrente aus Riester-Vertrag möglich

Anstatt das Kapital auf ihren eigenen Riester-Vertrag zu übertragen, können Ehepartner auch eine Witwenrente beziehen. Kindergeldberechtigten Kindern steht eine Waisenrente zu – sofern kein Ehe- beziehungsweise eingetragener Lebenspartner vorhanden ist. Die Förderung ist nur dann zurückzuzahlen, wenn eine Barauszahlung gewählt wird. Diese Auszahlung steht auch sonstigen Erben zu.

Stirbt der Vertragsinhaber hingegen in der Auszahlphase, muss wiederum unterschieden werden: Liegt ein geförderter Vertrag des Verstorbenen vor, so erhalten Hinterbliebene nur dann Leistungen, wenn der Verstorbene eine Rentengarantiezeit oder eine Hinterbliebenenrente vereinbart hat.

Ist keine Vereinbarung getroffen, geht das gesamte Kapital an den Versicherer. Diese Regelungen betreffen sowohl die geförderte private Rentenversicherung als auch die geförderte fondsgebundene Rentenversicherung.

Vielen Dank an die Pfefferminzia