Studie beklagt „Marktversagen“ bei BU-Versicherungen

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Arbeitskraft (BU/EU) Berufsunfähigkeit

Arbeitskraft (BU/EU) Berufsunfähigkeit

Eine neue Studie geht mit der Versicherungswirtschaft hart ins Gericht. Anlass ist deren Leistungsverhalten in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Wie häufig Versicherte einen Schadensfall anerkannt bekommen, schwanke extrem, kritisieren die Studienmacher. Der Versicherungsverband hält die Ergebnisse der Studie für fragwürdig.

Ob und wie lange die Versicherung ihren berufsunfähigen Versicherten eine BU-Rente zahle, könnten weder Kunden noch Vermittler vorab einschätzen und komme einem „Würfelspiel“ gleich. Zu diesem Fazit kommt eine Studie von Premium Circle, eine nach eigenen Angaben „verbraucherorientierte Beratungs- und Informationsgesellschaft“.

15 von 62 Versicherern mit einem Gesamtmarktanteil von 23,2 Prozent haben sich den Angaben zufolge an der im Herbst 2016 initiierten Qualitäts- und Transparenzinitiative (QTI) beteiligt. Die Ergebnisse der Studie hat das Unternehmen am Dienstag im Rahmen einer Tagung in Frankfurt veröffentlicht.

Darin beklagen die Autoren vor allem eine „extreme Schwankung“, wenn es um die Anerkennung im Schadensfall geht. Demnach lehnen einige Versicherer jeden siebten Antrag auf Berufsunfähigkeit ab, andere dagegen sogar jeden zweiten. Trotz gleicher rechtlicher Bedingungen, gebe es  „eklatanten Unterschiede im Leistungsverhalten“, heißt es in einer Mitteilung.

Premium-Circle-Geschäftsführer Claus-Dieter Gorr meint, dass die Verträge so unverbindlich formuliert seien, dass Versicherer im Zweifel fast immer eine Möglichkeit fänden, die Zahlung zu verweigern. Er bescheinigt der Berufsunfähigkeitsversicherung deshalb „Marktversagen“, wie die Recherche-Plattform Correctiv in Zusammenarbeit mit Spiegel Online berichtet.

Gorr zufolge hätten die Versicherer zu große Spielräume in ihren Verträgen hätten. „321 unbestimmte Begriffe finden sich laut der Analyse in den Bedingungen der Versicherer“, berichtet Correctiv auf Basis der Untersuchung. „Bei Vertragsabschluss lässt sich nicht erkennen, was eine Versicherung abdeckt“, so Gorr weiter. Die Verträge seien schwammig formuliert.

GDV hält „unbestimmte“ Begriffe für notwendig

Peter Schwark vom Versicherungsverband GDV Gesamtverband tritt den Vorwürfen gegenüber den Journalisten entgegen. Demnach müssten die Versicherer solche „unbestimmten“ Begriffe verwenden, weil Berufsunfähigkeitsversicherungen auch in 30 Jahren noch Bestand haben müssten. „Versicherungen nutzen solche Dinge nicht willkürlich, um Kunden auflaufen zu lassen“, so Schwark weiter, der dem Autor zudem „eigene finanzielle Interessen“ unterstellt, um „einen Markt für seine Beratungsleistungen zu schaffen“.

Weiter moniert Gorr dem Bericht zufolge, dass es für Versicherer viel zu einfach sei, in öffentlichen Rankings „Bestnoten“ zu bekommen. Darüber hinaus sei die Werbung für solche Berufsunfähigkeitsversicherungen „weitgehend irreführend“.

Versicherer „intransparent, ausforschend und hinhaltend“

Unterstützung bekommt der Premium-Circle-Chef demnach von Rechtsanwalt Joachim Laux, für den die Ablehnungsquote „bei allen Versichern deutlich über 50 Prozent liegen“ dürfte. Nach seiner Erfahrung würden sich BU-Versicherer „sowohl bei Abschluss von Versicherungen als auch im Leistungsfall grundsätzlich sehr höflich, in der Sache aber intransparent, ausforschend und hinhaltend, im Ergebnis also unangemessen verhalten“.

Weitere Stellungnahmen zur Berufsunfähigkeitsversicherung haben die Journalisten unter anderem bei den Parteien SPD und Die Linke eingeholt – und auch das Bundesjustizministerium wurde gefragt, was es von der Forderung nach einer gesetzlichen Versicherung hält. Die Antwort des Ministeriums erfahren Sie hier.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

 

Welcher Beruf in Berufsunfähigkeitspolicen abgedeckt ist

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Arbeitskraftabsicherung

Arbeitskraftabsicherung

Klar, Berufsunfähigkeitsversicherungen springen dann ein, wenn man aus gesundheitlichen Gründen seinen Job nicht mehr ausüben kann – aber welcher Beruf genau ist eigentlich versichert? Die Antwort hat Versicherungsmakler und BU-Profi Matthias Helberg.

Um diese Frage zu klären, hat der Gesetzgeber im Versicherungsvertragsgesetz in Paragraf 172 folgende Definition festgeschrieben:

„(2) Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“

Das bedeutet im Klartext: Der Beruf, den man vor der Berufsunfähigkeit zuletzt ausgeübt hat, ist auch versichert. „Mehr noch“, schreibt Helberg in seinem Blog, „im zuletzt ausgeübten Beruf sind die Tätigkeiten so versichert, wie man sie verrichtet hat, als man noch nicht gesundheitlich beeinträchtigt war.“ Diesen Grundsatz hat jüngst auch der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil noch mal bestätigt (wir berichteten).

Aber: Letztendlich zählt das, was im Versicherungsvertrag steht. So könne es beispielsweise sein, dass dort eben doch der in der Ausbildung oder im Studium angestrebte Beruf versichert ist. „Oder, dass auch Berufsunfähigkeit in einem anderen, innerhalb eines Jahres vorher ausgeübten Berufs, eingetreten sein muss“, schreibt Helberg weiter. Oder, oder. oder. Möglich ist vieles – hier gilt es also wie immer: Versicherungsbedingungen genau lesen und sich gut beraten lassen.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

Was bedeutet eigentlich diese Verweisungsklausel in meinem Vertrag?

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Hintergrundwissen zur Berufsunfähigkeit, Arbeitskraft (BU/EU)

Hintergrundwissen zur Berufsunfähigkeit, Arbeitskraft (BU/EU)

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine wichtige Absicherung – sie greift, wenn man den eigenen Beruf durch Unfall oder Krankheit nicht mehr ausüben kann. In manchen Verträgen findet sich dabei die sogenannte Verweisungsklausel. Aber was hat es damit eigentlich auf sich? Hier kommt die Antwort.

Die Arbeitskraftabsicherung ist für viele Deutsche unerlässlich. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht nämlich nicht aus, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, wenn das eigene Einkommen wegfällt, weil der Betroffene nicht mehr arbeiten kann.
Am besten sichern sich Interessierte dabei über eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen ist dabei Pflicht, um beurteilen zu können, wann der Versicherer zahlt, und wann nicht. Prüfen sollte man unter anderem die sogenannte Verweisungsklausel, empfiehlt Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
„Mit der Verweisungsklausel prüft der Versicherer im Leistungsfall, ob der Kunde einen gleichwertigen Beruf ausüben kann. Fällt die Prüfung positiv aus – findet er also einen adäquaten Ersatz – muss er die Berufsunfähigkeitsrente nicht zahlen“, erklärt Zunk.

Der Beruf müsse aber in etwa dem bisherigen Berufsbild entsprechen und die Kenntnisse und Fähigkeiten des Versicherten berücksichtigen. Zunk: „Einen Wechsel vom Schwimmmeister zum Landschaftsgärtner kann er also beispielsweise nicht verlangen.“ Aber auch der Verdienst spiele eine Rolle. Der dürfe nicht wesentlich geringer ausfallen als zuvor.
Zwei Ausgestaltungsmöglichkeiten haben die Versicherer bei der Verweisungsklausel: die abstrakte Verweisung und die konkrete Verweisung. Abstrakte Verweisung bedeute, „dass der Versicherer Sie auf eine andere Tätigkeit verweisen kann, die zwar Ihren Fähigkeiten entspricht und es Ihnen erlaubt, Ihren Lebensstandard zu halten, die Sie jedoch zum Zeitpunkt des Berufsunfähigkeitsantrages nicht ausüben“, sagt Zunk. Die Verweisung erfolge also rein abstrakt auf ein existierendes Berufsbild. Viele Versicherer schließen in ihren Versicherungsbedingungen inzwischen die abstrakte Verweisung aus.
Bei der konkreten Verweisung übe der Versicherte bereits freiwillig einen anderen Beruf aus, der seinen Kenntnissen entspreche und den Lebensstandard wahre. Zunk: „In diesem Fall kann der Versicherer Sie konkret auf diese neue Tätigkeit verweisen und muss nicht leisten.“

Vielen Dank an die Pfefferminzia