Schlagwort Grobe Fahrlässigkeit

Urteil zur Hausratversicherung

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Wenn ein vermeintlich leeres Feuerzeug doch zum Brand führt

Wenn ein vermeintlich leeres Feuerzeug doch zum Brand führt

Der achtjährige Sohn einer Frau darf im Keller für eine Viertelstunde unbeaufsichtigt Computerspielen. Stattdessen schnappt er sich aber ein – vermeintlich leeres – Feuerzeug und verursacht einen Brand. Der Hausratversicherer kürzt daraufhin die Leistung um 50 Prozent. Das ist zu viel, urteilte nun das Oberlandesgericht Nürnberg.

Was ist geschehen?

Eine Frau lässt ihren achtjährigen Sohn unbeaufsichtigt für 15 Minuten im Keller der Mietwohnung – dabei handelt es sich um das Home-Office des Vaters – Computerspielen. Der Kleine nimmt sich ein Feuerzeug und zündet damit ein Blatt Papier an. Das Feuer breitet sich so schnell aus, dass der Sohn es nicht mehr löschen kann. Es entsteht ein Schaden von rund 50.000 Euro.

Die Hausratversicherung stellt vor diesem Hintergrund ein grob fahrlässiges Verhalten der Mutter fest und reduziert die Leistung auf 50 Prozent. Sie zahlt rund 27.330 Euro an die Familie aus.

Die Frau klagt. Ihr Sohn habe aus einer unverschlossenen Schublade als leer zum Wiederbefüllen abgelegte Feuerzeuge ausprobiert, wobei eins noch soweit funktionierte, dass er ein Blatt Papier in Brand setzten konnte. Die Frau macht, gestützt auf ein Sachverständigen-Gutachten, weitere 27.330 Euro als Hausratschaden geltend. Sie fordert außerdem eine Erstattung der Mehrwertsteuer. Sie habe mehrere Rechnungen zur Beseitigung der Brandfolgen bezahlt, die Versicherung habe aber nur Nettobeträge reguliert.

Der Versicherer wiederum verweist auf das Bild bei Eintreffen der Feuerwehr. Die Feuerzeuge hätten frei zugänglich herumgelegen.

Das Urteil

Das Oberlandesgericht Nürnberg folgt der Vorinstanz und gibt dem Versicherer Recht (Aktenzeichen 8 U 1688/15). Er darf die Leistung wegen grob fahrlässigen Verhaltens kürzen – allerdings nur um 25 Prozent. Knapp 10.200 Euro muss der Versicherer also noch bezahlen.

Die Richter sahen die grobe Fahrlässigkeit durchaus gegeben, aber eher in einem nicht sehr hohen Maße. Sie glauben der Frau, dass die Feuerzeuge in einer Schublade aufbewahrt worden waren und dass der Sohn von diesem Aufbewahrungsort nichts wusste. „Zum Zweiten waren die Feuerzeuge jedenfalls aus subjektiver Sicht der Klägerin und ihres Ehemannes leer und zum Dritten waren die Feuerzeuge an einem Ort, an dem sich Kinder nicht regelmäßig aufhielten“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

 

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Grobe Fahrlässigkeit, Elementarschäden, Versicherungssumme

Grobe Fahrlässigkeit, Elementarschäden, Versicherungssumme

Nach Einbrüchen oder dem Feuer in der Küche leistet die Hausratversicherung. Viele Verbraucher haben bereits eine solche Police, kümmern sich aber nicht darum. Das heißt: Ihr Schutz ist wahrscheinlich veraltet, was schlimme Folgen haben kann. Hier sollten Makler ansetzen.

Ein kurzer unachtsamer Moment, und schon steht die Küche in Flammen. So erging es einer Frau, die Öl auf einem Gasherd erhitzte und nur kurz zur Toilette wollte. Die Folge: ein Schaden in Höhe von etwa 133.000 Euro. „Bekomme ich von meiner Versicherung wieder“, so der Irrglaube der Dame. Der Anbieter zahlte 90.000 Euro, mehr aber nicht. Der Grund: grob fahrlässiges Verhalten der Frau.

„Der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit ist Pflicht in der Hausratversicherung“, sagt daher Versicherungsmakler Hubert Gierhartz. Fehlt er, kann das existenzielle Folgen für den Versicherten haben – und mögliche Haftungsprobleme für Makler.

Das Problem: Sehr viele Menschen in Deutschland haben zwar eine Hausratversicherung, die Möbel, Kleidung, Schmuck & Co. bei Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Leitungswasser, Sturm oder Hagel abdeckt. Dieser Schutz ist aber oft veraltet: „Hausratversicherungen werden häufig bereits in jungen Jahren beim Einzug in eine Wohnung oder in ein Haus abgeschlossen und dann oft nie wieder überprüft“, sagt Timo Suchert, Gruppenleiter Produktmanagement SHU bei der VHV. Leistungen wie der Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit, der heute in guten Tarifen mit drin ist, fehlen dann bei den alten Verträgen.

Aber auch wenn der Schutz enthalten ist, müssen Makler aufpassen. In Basistarifen ist der Schutz oft begrenzt, etwa auf 10.000 Euro. Besser ist es, wenn der Versicherer bis zur Höhe der Versicherungssumme auf die Einrede bei grober Fahrlässigkeit verzichtet. „In jüngsten Tarifen gilt das vereinzelt sogar für die grob fahrlässige Verletzung von Sicherheitsvorschriften“, sagt Michael Böhler, Senior Produktmanager bei Janitos. „Damit wären dann zum Beispiel auch Leitungswasserschäden infolge von Frost versichert, obwohl der Versicherungsnehmer auf eine ausreichende Beheizung der Wohnung bei Abwesenheit verzichtete.“

Elementarschadenabsicherung ist ein Muss

Ein weiterer Schutz, der in alten Policen oft fehlt, ist die Absicherung von Elementarschäden, weiß Hans-Gerd Coenen, Abteilungsdirektor Vertrieb des BGV/Badische Versicherungen: „Diese Deckung schützt unter anderem vor Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch – aber auch Erdbeben. Angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen Unwetter, die an Intensität und Häufigkeit immer mehr zunehmen, ist sie aus meiner Sicht ein Muss.“

Denn Gebäude könnten getrocknet werden, so der Experte, „die Einrichtung ist nach einer Überschwemmung aber oft nur noch Sperrmüll“. Hierbei müssen Makler aber auf mögliche Selbstbehalte achten. Manche Versicherer arbeiten ganz ohne Selbstbeteiligung des Kunden, andere deckeln ihn etwa auf 1.000 Euro je Schadenfall oder auf 10 Prozent des Schadens.

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