Marktwächter warnen vor PrismaLife – PM der Verbraucherzentrale Hamburg vom 27.03.2018

Versicherungsberater beim Bundesverband Selbständige e.V., über die Probleme der Privatversicherten sprechen – und über Möglichkeiten, der Kostenfalle doch noch zu entkommen
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Vertriebspartner des Lebensversicherers schließt teure und unkündbare Vergütungsvereinbarungen mit Kunden

Die Marktwächterexperten der Verbraucherzentrale Hamburg warnen vor dem Lebensversicherer PrismaLife AG und dessen Vertriebsagentur, der Afa AG. Den Verbraucherschützern liegen zahlreiche Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern aus zwölf Bundesländern vor, die sich über unangemessen hohe Abschlusshonorare der Afa beklagen. Zudem trifft die Afa Vergütungsvereinbarungen mit ihren Kunden, welche auch bei einer Kündigung des Lebensversicherungsvertrags weiter zu bedienen sind.

Die in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen dokumentierten Verträge der Afa weisen Abschlusshonorare aus, die weit über den gängigen Provisionen und Honoraren am Markt liegen. Abhängig vom Zeitpunkt des Vertragsschlusses sind Abschlusskosten für Lebensversicherungen in den ersten fünf Jahren zwischen 2,5 und vier Prozent des Beitragsvolumens üblich. Die Afa stellt ihren Kunden für die Vermittlung von PrismaLife-Verträgen bis zu sieben Prozent im selben Zeitraum in Rechnung. “Die Unwissenheit der Kunden über angemessene Abschlusshonorare wird von der Afa schamlos ausgenutzt”, kritisiert Sandra Klug, Teamleiterin des für Versicherungen zuständigen Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hamburg.

UNKÜNDBARE VERGÜTUNGSVEREINBARUNGEN

Neben der unangemessenen Höhe der Abschlusskosten kritisieren die Marktwächterexperten auch die Vergütungsvereinbarung insgesamt, welche die Afa mit PrismaLife-Kunden trifft. Diese regelt die Vergütung für die Vermittlung des Versicherungsvertrages. Die Vereinbarung ist unkündbar und in jedem Fall in voller Höhe zu zahlen, selbst wenn der Kunde seinen Lebensversicherungsvertrag bei PrismaLife kündigt. Da es sich bei der Afa um einen zweiten Vertragspartner handelt, sind die Vergütungsvereinbarung und die Lebensversicherung zwei voneinander unabhängige Verträge.

In der Regel werden Abschlusshonorare im eigentlichen Lebensversicherungsvertrag geregelt und deren Zahlung auf die ersten fünf Beitragsjahre verteilt. Kündigt der Kunde seinen Vertrag innerhalb dieses Zeitraums, endet auch die Verpflichtung zur Zahlung weiterer Abschlusskosten. Nicht so bei den Verträgen von PrismaLife. Auch nach Kündigung der Versicherung bleibt die Zahlungsverpflichtung aus der Vergütungsvereinbarung mit der Afa bestehen. “Grundsätzlich befürworten wir eine gesonderte Vergütung für die Beratungsleistung, losgelöst vom Vertragsabschluss. Nach diesem Prinzip arbeiten zum Beispiel Versicherungsberater. Im Falle der Afa haben wir jedoch Zweifel, ob man von einer unabhängigen und umfassenden Beratung sprechen kann. Aus unserer Sicht besteht die vergütete Leistung allein im Verkauf von Lebensversicherungsverträgen”, so Klug. “Und das auch noch zu einem völlig überzogenen Preis.”

PRISMALIFE UMSCHIFFT BGH-URTEIL

Im März 2014 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass eine Kündigungsmöglichkeit für gesonderte Kostenausgleichsvereinbarungen, die Versicherer neben dem eigentlichen Lebensversicherungsvertrag mit ihren Kunden abschließen, in Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht ausgeschlossen werden darf. (Az. IV ZR 295/13 und IV ZR 255/13). In dem betreffenden Fall hatte der Kunde sowohl den Versicherungsvertrag als auch die Kostenausgleichsvereinbarung direkt mit PrismaLife abgeschlossen. Im Ergebnis konnten beide Verträge aufgelöst werden.

Diese Möglichkeit besteht für PrismaLife-Kunden jetzt nicht mehr. Da die Vergütungsvereinbarung nicht mehr mit PrismaLife, sondern mit einem zweiten Vertragspartner, der Afa, geschlossen wird, ist das BGH-Urteil nicht darauf anwendbar. “Sie haben die Bedingungen der Verträge zwar so verändert, dass diese wieder den rechtlichen Anforderungen entsprechen, doch die Kunden haben weiter das Nachsehen”, rügt Klug.

Über den Marktwächter: Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten. Hierfür werden Beschwerden und Beratungen von Verbrauchern aus allen 16 deutschen Verbraucherzentralen über ein Frühwarnnetzwerk systematisch ausgewertet. Zudem werden empirische Untersuchungen durchgeführt. So können Schwachstellen und Fehlentwicklungen erkannt, Verbraucher frühzeitig gewarnt und Aufsichts- und Regulierungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Insgesamt untersuchen fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite). Der Marktwächter Finanzen wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert. www.marktwaechter.de/finanzen

Check24 muss Kunden besser aufklären

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Das Vergleichportal muss nun für mehr Transparenz sorgen.

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Das Oberlandesgericht München hat ein Urteil im Prozess Check24 versus Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK) gesprochen. Die Richter verpflichten das Vergleichsportal dazu, Kunden in Zukunft besser über seine Rolle als Versicherungsmakler aufzuklären.

Vor rund einem Jahr startete der Streit zwischen dem Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK) und dem Vergleichsportal Check24. Versicherungskunden würden auf dem Vergleichsportal nicht transparent genug darüber aufgeklärt, dass es sich bei Check24 um einen Versicherungsmakler handele, der Provisionen kassiere, so der Vorwurf des BVK.

Das Landgericht München folgte der Argumentation des BVK in Teilen (Aktenzeichen: 37 O 15268/15, wir berichteten). Die Richter stellten damals fest, dass Check24 gegen die gesetzlichen Mitteilungspflichten verstößt, da es die vorgeschriebenen Angaben – insbesondere die Eigenschaft als Versicherungsmakler – nur zum Abruf über einen Button in der Fußzeile der Webseite mit der Aufschrift „Erstinformation“ bereit hält. Diese Info müsse dem Kunden aber „beim ersten Geschäftskontakt“ mitgeteilt werden, also so, dass er nicht erst danach suchen muss.

Mittlerweile ist der Fall vor dem Oberlandesgericht (OLG) München gelandet und hier ist am heutigen Donnerstag ein Urteil gefallen. Wie die Welt berichtet, muss Check24 die Kunden künftig besser über die eigene Rolle als Makler aufklären. Außerdem muss das Portal Interessenten an Hausrat-, Haftpflicht- und Kfz-Versicherungen jetzt genauer dahingehend beraten, ob eine solche Police für sie überhaupt nötig ist.

Eine Revision haben die Richter nicht zugelassen. Gegen diesen Entschluss könnte Check24 Beschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

„Um die Kunden ging es in der Geschichte der Riester-Förderung ja eher selten“

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Riester-Banksparpläne

Riester-Banksparpläne

Riester-Banksparpläne sind eine gute Sache, findet Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Verbrauchermagazins Finanztip. Einfach, praktisch – und ohne Provisionsexzesse. Nun aber habe die Regierung dieser Sparform durch die neuen Produktinfoblätter den Garaus gemacht, so Tenhagen. Hier erfahren Sie die Details.

Hier geht es zum Artikel.

Vielen Dank an die Pfefferminzia