Jeder zweite Pflegebedürftige nutzt Leistung nicht

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Entlastungsbetrag-Pflegeversicherung

Entlastungsbetrag-Pflegeversicherung

Menschen mit einem Pflegegrad von 1 bis 5, die zuhause wohnen, können zusätzlich zu ihren Pflegeleistungen auch noch den sogenannten Entlastungsbetrag einfordern: 125 Euro stehen ihnen pro Monat zu. Aber bisher ruft nur die Hälfte der Betroffenen diese Leistung auch ab.

Zusätzlich zu den staatlichen Pflegeleistungen haben Menschen mit einem Pflegegrad zwischen 1 und 5 auch Anspruch auf weitere 125 Euro pro Monat. Die Rede ist vom sogenannten Entlastungsbetrag.

Wie die AOK Plus berichtet, nutzt die Hälfte der Betroffenen in Sachsen und Thüringen diese Leistung bisher nicht.

„Wir wollen die Pflegebedürftigen ermutigen, diese Leistung verstärkt in Anspruch zu nehmen“, sagt Hannelore Strobel, Pressesprecherin der AOK Plus. „Denn mit diesem Entlastungsbetrag unterstützen wir ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause auch bei pflegebedürftigen Menschen.“

Der Entlastungsbetrag könne für Angebote im Alltag genutzt werden, berichtet die Krankenkasse weiter, etwa zum Einkaufen, Wäsche waschen aber auch für Botengänge bis hin zur Begleitung zur Selbsthilfegruppe oder zum wöchentlichen Kaffee-Treff. Auch könnten Fahrt- und Transportkosten, die im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege entstünden, durch die AOK Plus erstattet werden.

Die Entlastungsangebote können durch nach Landesrecht anerkannte Leistungsanbieter und ambulante Pflegedienste erbracht werden.

Insgesamt könnten Versicherte pro Kalenderjahr die Erstattung von bis zu 1.500 Euro beantragen. Nicht verwendete Entlastungsbeträge könnten sie ansparen und in die erste Hälfte des Folgejahres übertragen, heißt es weiter.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

 

Systematischer Betrug in der Pflege vermutet

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Abrechnungsbetrug, Steuerhinterziehung, Geldwäsche

Abrechnungsbetrug, Steuerhinterziehung, Geldwäsche

Laut eines Abschlussberichts einer Sonderermittlungsgruppe von Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt NRW sollen 230 ambulante Pflegedienste hierzulande systematischen Pflegebetrug betreiben. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) fordert nun ein härteres Vorgehen gegen die Übeltäter.

Hier geht es zum Artikel.

Vielen Dank an die Pfefferminzia

 

230 Pflegedienste unter Betrugsverdacht

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Den Berichten zufolge sollen zwei Drittel der betrügerischen Pflegedienste in bundesweiten Netzwerken agiert haben.

Den Berichten zufolge sollen zwei Drittel der betrügerischen Pflegedienste in bundesweiten Netzwerken agiert haben.

Bei den bundesweiten Betrugsermittlungen gegen ambulante Pflegedienste hat sich ein Verdacht gegen 230 russisch-eurasische Anbieter ergeben. Das gehe aus dem Abschlussbericht der Sonderermittlungsgruppe von Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hervor, berichten “Die Welt” und der Bayerische Rundfunk.

Die Anbieter sollen Pflegekassen um hohe Summen betrogen haben. Sie sollen nicht erbrachte Leistungen abgerechnet und dabei gemeinsame Sache mit Patienten und Ärzten gemacht haben.

Der generelle Verdacht ist seit längerem bekannt. Nach Einschätzungen des BKA von vor einem Jahr könnten den Sozialkassen mit betrügerischen Abrechnungen solcher Pflegedienste mindestens eine Milliarde Euro Schaden im Jahr entstanden sein. Die Bundesregierung stattete die Krankenkassen durch eine Gesetzesänderung bereits mit zusätzlichen Kontrollbefugnissen aus. Neu sind nun die Details.

Den Berichten zufolge sollen zwei Drittel der betrügerischen Pflegedienste in bundesweiten Netzwerken agiert haben. Regionale Schwerpunkte sind demnach NRW und Berlin, außerdem Niedersachsen, Brandenburg und Bayern. Gesteuert worden sein sollen die Netze überwiegend von Berlin aus. Viele der beschuldigten Betreiber sollen zusätzlich auch in andere kriminelle Machenschaften verwickelt sein, darunter Geldwäsche, Schutzgeldzahlungen und Glücksspiel.

Elektronische Abrechnung gefordert

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warf Bund und Ländern vor, es “der organisierten Kriminalität in der Pflege zu leicht” zu machen. Es fehle an Schwerpunktstaatsanwaltschaften und speziellen Ermittlungsgruppen, sagte der Stiftungsvorsitzende Eugen Brych der Deutschen Presse-Agentur. Würden Identitäten der Antragsteller nicht überprüft, überrasche es nicht, dass eine Person mehrfach unter wechselnden Namen Pflegeleistungen erhalte. “Das ist naiv und verstößt gegen geltendes Recht”, sagte Brych und forderte, Pflegeleistungen elektronisch abzurechnen und eine einheitliche lebenslange Patientennummer einzuführen.

Abrechnungsbetrug in der ambulanten Pflege kostet die Krankenkassen und Kommunen viel Geld. Einige Kassen hatten bereits im Mai von einem hohen Anteil von Verdachtsfällen gegen “russische Pflegedienste” berichtet – solche Pflegedienste, deren Leitungskräfte aus Staaten der früheren Sowjetunion stammen. Bei den aktuellen Ermittlungen sollen Verdächtige aus der Ukraine stammen. (dpa-AFX)

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