InsurTech-Finanzierungen: Über 74 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups 

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Finanzchef24 veröffentlicht dritte Studie zu InsurTech-Finanzierungen


Finanzchef24 veröffentlicht dritte Studie zu InsurTech-Finanzierungen

Deutsche InsurTechs haben 2017 mehr als 74 Millionen US-Dollar bei Investoren eingesammelt. Das zeigt die „InsurTech-Funding Studie 2017“ von Finanzchef24, die bereits zum dritten Mal veröffentlicht wird. Untersucht wurden die abgeschlossenen Finanzierungsrunden des vergangenen Jahres im deutschen, britischen und US-amerikanischen Markt. Das Ergebnis zeigt: InsurTechs haben sich als fester Bestandteil der Versicherungsbranche etabliert. Vor allem in Deutschland ist die Zahl der aktiven InsurTechs deutlich gestiegen und das trotz sinkender Investitionen im Vergleich zum Vorjahr (2016: über 82 Mio. US-Dollar).

Zur Infografik: InsurTech-Finanzierungen 2017 >

„Durch ihren Innovationsvorsprung werden InsurTechs gerne als die Angreifer bezeichnet“, sagt Benjamin Papo, CEO und Geschäftsführer von Finanzchef24. „Halten können sich jedoch nur solche Start-ups, die ihre Vision und ihr Geschäftsmodell nachhaltig in die Wertschöpfungskette des Marktes integrieren können.“ Darum beobachtet Finanzchef24 die Entwicklungen in den wichtigsten InsurTech-Märkten. Drei Trends lassen sich anhand der aktuellen Analyse erkennen:

Trend 1: Entwicklung geht Richtung digitale Direktversicherer
Während sich in den Jahren zuvor die Entstehung komplett neuer Direktversicherer in Deutschland eher zögerlich vollzog, zeichnete sich 2017 eine Trendwende in der Landschaft der deutschen InsurTechs ab. Waren es 2016 nur acht Start-ups, die dem Geschäftsmodell „Direct Insurer/Tied Agent“ folgten, sind es aktuell 25. Dieser Trend spiegelt auch das Interesse der Investoren in Deutschland: Mit sechs Investitionen in Höhe von mindestens 64 Millionen US-Dollar gingen die meisten Gelder in diesen Sektor. Allein 50 Millionen US-Dollar davon erhielt der digitale Krankenversicherer ottonova – die höchste Finanzierung 2017 im deutschen Markt. Dieser Kurs lässt sich auch in UK und USA erkennen: Im Ganzen flossen in allen drei Märkten über 671 Millionen US-Dollar ins Wachstum von jungen Direktversicherern. Für Investoren am relevantesten bleiben gerade in diesem Sektor nach wie vor Geschäftsmodelle im Bereich B2C und Health. Während im Vorjahr in Deutschland vor allem Anbieter im Bereich „Insurance Management“ dominierten, gab es 2017 mit zwei Investitionen in Höhe von 138 Tausend US-Dollar nur wenig Bewegung in diesem Segment (2016: über 57 Mio. US-Dollar).

Trend 2: Softwarelösungen und digitale Markplätze unverändert gefragt
Anhaltend hoch bleibt das Wachstum in Bereich „Sales Tools/Software“ für Versicherer und Makler. „Software-Tools beschleunigen den Vertrieb der Versicherer und bieten mehr Effizienz bei gleichzeitiger Kostenreduktion“, sagt Benjamin Papo. Mit 19 abgeschlossenen Finanzierungsrunden in Deutschland, UK und USA belief sich hier die Gesamtinvestition auf über 120 Millionen US-Dollar. Gleichermaßen entwickeln sich in allen drei Ländern auch InsurTechs aus der Kategorie „Marketplace/Aggregator“ mit Funding-Summen von über 190 Millionen US-Dollar bei insgesamt 18 getätigten Investitionen. Papo: „Der anhaltende Erfolg dieses Geschäftsmodells ist einfach zu erklären: Digitale Vergleichsplattformen bieten Kunden einen einfachen und transparenten Zugang zu komplexen Versicherungsprodukten.“

Trend 3: Bedeutung von Gewerbelösungen steigt 
Einen Aufschwung erlebte in Deutschland auch der Markt für „B2B/SME“-Lösungen. Sieben Neugründungen mit der Ausrichtung auf Gewerbekunden ergänzen seit 2017 die Versicherungslandschaft und konnten mit diesem Fokus Investitionen von knapp 80.000 US-Dollar erzielen. Vorreiter bleiben hier weiter die USA mit über 71 Millionen US-Dollar an Investitionen, wo sich diese Trendentwicklung seit vergangenem Jahr weiter festigt. „Die Entwicklung der letzten 12 Monate zeigt, dass das B2B-Segment immer mehr auf die strategische Agenda von Gründern, Versicherern und Investoren kommt“, sagt Papo. „Mittlere und kleine Unternehmen sind eine spannende Zielgruppe für die Versicherungswirtschaft, die durch die Digitalisierung immer mehr erschlossen wird.“

Überblick der InsurTech-Geschäftsmodelle

  • Marketplace/Aggregator: Vergleichsportale mit meist unterschiedlichen Produkten/unterschiedlichen Versicherern
  • Insurance Management: Versicherungsverwaltung – vom digitalen Versicherungsordner bis hin zu Verwaltungsprogrammen für Unternehmen (sogenannte „Employee-Benefits“-Systeme, die auch Versicherungen beinhalten)
  • Direct Insurer/Tied Agent: Direktversicherer sowie Mehrfachagenten (Vermittler, die exklusiv für einen Versicherer arbeiten) mit dem Ziel eines Online-Abschlusses
  • Peer-2-Peer/Cashback: Unternehmen sammeln Versicherungsbeiträge mit dem Ziel der (teilweisen) Rückerstattung der Beiträge (unter anderem zu karitativen Zwecken)
  • (Indirect) Sales Tools/Software: InsurTechs stellen Unternehmen, Versicherern oder Maklern Technologie zur Vermittlung oder Analyse von Versicherungsdaten zur Verfügung

Die Unternehmen bedienen unterschiedliche Zielgruppen: B2B/SME (Small and Medium Enterprises), B2C, Broker/Insurer und Health.

Wird Entgeltumwandlung zur Sackgasse für Unternehmen, Beschäftigte und Vermittler?

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Beitrag von Michael Schramm

Beitrag von Michael Schramm

Beiträge für Direktversicherungen und Pensionskassen könnten schon bald Steuer- und Sozialversicherungspflichtig sein (auch rückwirkend), während die Leistungen dennoch mit Steuern und Krankenversicherungsbeiträgen belegt werden. Schuld ist eine übliche Vertragsklausel in Versicherungsverträgen.

Am 11.01.2017 veröffentlichte der Bundesfinanzhof sein Urteil vom 20.09.2016 nebst Presseerklärung. (XR 23/15)

Verhandelt wurde im September 2016 die Frage, ob auch bei Kapitalauszahlungen von Pensionskassenverträgen die steuerermäßigte „Fünftelregelung“ nach § 34 Einkommenssteuergesetz anzuwenden sei. Ein entsprechendes Urteil war vom Finanzgericht Rheinland-Pfalz am 19.05.2015 (5 K 1792/12) ergangen.

Der BFH hat im Revisionsverfahren das Urteil des FG Rheinland-Pfalz wenig überraschend aufgehoben. Eine kleine „Hintertür“ für eine begünstigte Besteuerung von Kapitalauszahlungen bei Pensionskassenverträgen (und vermutlich auch Direktversicherungen) bleibt bei genauer Lesart.

Der BFH stellt in der Urteilsbegründung klar, dass es sich im vorliegenden Fall nicht um eine außerordentliche, sondern um eine vertragsmäßige Kapitalzahlung handelt. In der Pressemitteilung heißt es unter anderem: “Die Anwendung der Steuerermäßigung des § 34 EStG setzt stets voraus, dass die begünstigten Einkünfte als „außerordentlich“ anzusehen sind. Die Zusammenballung von Einkünften darf daher nicht dem vertragsgemäßen oder typischen Ablauf der jeweiligen Einkunftserzielung entsprechen. Vorliegend war die Zahlung

der Kapitalabfindung aber nicht atypisch, sondern vertragsgemäß, weil den Versicherten schon im ursprünglichen Vertrag ein entsprechendes Wahlrecht eingeräumt worden war.” Damit bestätigt der BFH die Meinung einer Fülle von BAV-Experten.

In der Urteilsbegründung der BFH verbirgt sich dennoch erhebliche Brisanz für

Unternehmen, Mitarbeiter, Berater und Produktanbieter.

In der Pressemitteilung des BFH heißt es: “Ohne dass dies im Streitfall entscheidungserheblich war, hat der BFH schließlich Zweifel geäußert, ob Verträge, die von Anfang an ein Kapitalwahlrecht vorsehen, überhaupt nach § 3 Nr. 63 EStG in seiner ab 1. Januar 2005 geltenden Fassung durch Steuerbefreiung der entsprechenden Einzahlungen gefördert werden können.”

Die Sichtweise des BFH steht im krassen Widerspruch zum BMF (Bundesministerium der Finanzen) Schreiben vom 24.07.2013 zur privaten und betrieblichen Altersversorgung. Hier heißt es u.a.: „Allein die Möglichkeit, anstelle dieser Auszahlungsformen (Anmerkung des Verfassers: Rente oder Auszahlungsplan) eine Einmalkapitalauszahlung (100% des zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehenden Kapitals) zu wählen, steht der Steuerfreiheit noch nicht entgegen…. Entscheidet sich der Arbeitnehmer zugunsten einer Einmalkapitalauszahlung, so sind von diesem Zeitpunkt an die Voraussetzungen des § 3Nr. 63 EStG nicht mehr erfüllt und die Beitragsleistungen zu besteuern…“

Die Auffassung des BFH ist steuersystematisch nicht zu beanstanden. Da bei vielen

Versicherungsprodukten ab Beginn eine Kapitalauszahlung in Aussicht gestellt wird, wird der eigentliche Zweck der gesetzlichen Grundlage, eine lebenslange Rente zu fördern, quasi unterlaufen. Pensionskassen beispielsweise, die nicht von Versicherungsgesellschaften konzipiert wurden, sehen Kapitalauszahlungsmöglichkeiten in der Regel nicht vor.

Auch der Wortlaut des Betriebsrentenstärkungsgesetzes zielt explizit auf Renten und deren Förderung ab. Ganz sicher ein weiterer Beleg dafür, welche Maßnahmen gefördert werden sollen.

Was aber wären bei konsequenter Anwendung der „BFH-Ansicht“ die Auswirkungen?

Zahlreiche Direktversicherungs- und Pensionskassentarife der Versicherungswirtschaft wären betroffen. Ein ab Beginn vereinbartes Kapitalwahlrecht ist eher die Regel als die Ausnahme. Folgt man nun aber der Auffassung des BFH, so ist bereits das Wahlrecht ab Beginn “steuerschädlich”. Die Folgen sind kaum abschätzbar. In nahezu allen Unternehmen in Deutschland wurden in den letzten Jahren Verträge zur betrieblichen Altersversorgung eingerichtet. Bei der Entgeltumwandlung setzten die meisten Arbeitgeber auf

Versicherungsprodukte. Beiträge wurden dabei als steuerfrei angesehen. Sollte die

Finanzverwaltung nunmehr der Auffassung des BFH folgen, würde dies in der Praxis zu Lohnsteuernachzahlungen in Millionenhöhe führen. Die Träger der Sozialkassen würden sich der Handhabung vermutlich anschließen und ihrerseits ebenfalls die von den Unternehmen einbehaltenen Beiträge zurückfordern. Wenn gleich es sich hier um Forderungen nach Lohnsteuer handeln würde, sei hinzugefügt, dass der Steuerschuldner das jeweilige Unternehmen ist, und es sich um z.B. längst ausgeschiedene Mitarbeiter handeln könnte.

Die Reaktionen

Die ersten Reaktionen der Versicherungswirtschaft sind wenig überraschend. Da heißt es auf Anfrage zum Beispiel: „Mit den angemeldeten Zweifeln zur Zulässigkeit einer Kapitalabfindung hat der BFH aktuell für Verunsicherung in der Praxis gesorgt. Nach Aussage des GDV bleibt abzuwarten, ob und wie das BMF auf diese Entscheidung reagieren wird.“ Ein anderer Versicherer äußert: „Praktisch hätte diese Auffassung zur Folge, dass alle Verträge, die eine Förderung nach § 3 Nr. 63 EStG vorsehen und die von Beginn an ein Kapitalwahlrecht vorsehen, die steuerliche Förderung von Beginn an verlieren könnten. Das würde die Mehrzahl aller abgeschlossenen DV-Verträge betreffen. Das Ergebnis der internen Diskussion war, dieser beiläufigen Äußerung des BFH kein besonderes Gewicht beizumessen:

Solange das BMF Schreiben vom 24.07.2013 zur privaten und betrieblichen Altersversorgung noch gilt, wird die …. hier nichts weiter unternehmen.

Es scheint einmal mehr der Fall zu sein, dass die Versicherungswirtschaft nach dem Motto „es kann nicht sein, was nicht sein darf“ mit dem Sachverhalt umgehen möchte.

Ein Mitarbeiter (Betriebsprüfer) der Deutschen Rentenversicherung Bund äußert sich auf Anfrage weniger verhalten: „Sofern die Sozialversicherung das Urteil in Gänze übernehmen wird, dann hätte dies m.E. noch viel weitreichendere Konsequenzen als es bisher evtl. bedacht wurde. Neben der Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen, könnten sich m.E. nämlich auch Auswirkungen auf die versicherungsrechtliche Beurteilung ergeben. Sofern Arbeitnehmer wegen Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei in der

KV waren, gab’ es in der Vergangenheit eine Vielzahl von Fällen in denen diese Arbeitnehmer durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages mit Entgeltumwandlung nach 3 Nr. 63 EStG wieder in die gesetzliche Krankenversicherung durften/mussten, da die Entgeltumwandlung bei der versicherungsrechtliche Beurteilung in der KV zu beachten ist. D.h. es wird Fälle geben bei denen Arbeitnehmer aufgrund der Entgeltumwandlung ggf. ihre private KV verloren haben.“

Wie geht es weiter?

Offensichtlich vertraut die Versicherungswirtschaft alt bekannten Mechanismen und bekannt starker Lobbyarbeit. Die Auswirkungen träfen ohne hin nicht sie, sondern deren Kunden und/oder deren Vermittler. Der Ansicht der Versicherungswirtschaft sein das Wesen der Gerichtsbarkeit (… die staatliche Rechtsprechung soll der Gerechtigkeit im Einzelfall nach Maßgabe der jeweils geltenden Gesetze durch einen rechtskräftigen, d. h. endgültigen und ggf. zwangsweise durchzusetzenden Rechtsspruch und der Wiederherstellung des Rechtsfriedens dienen. Aufgabe des Gerichts ist es, in einem geregelten Verfahren für einen konkreten Fall den wirklichen Sachverhalt festzustellen und auf ihn das Recht anzuwenden, d.h., einen tatsächlich und rechtlich richtigen Entscheid zu treffen…) vor Augen gehalten.

Unternehmen sollten eher nicht abwarten, sondern mit Hilfe eines unabhängigen Experten dieBestände prüfen und Risiken bewerten. Es sind verschiedene Handlungsoptionen denkbar. Ebenfalls im neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz findet sich beispielhaft die steuerliche Anleitung zum „unschädlichen“ Wechsel des Durchführungswegs.

Risiken lassen sich bei objektiver Bewertung auch mit vertretbarem Aufwand reduzieren. Vermittler von Versicherungsprodukten sollten ihre Kunden über die Problematik einer „möglichen Nichtanerkennung der Beitragsförderung nach § 3 Nr. 63 EStG“ informieren und Alternativen aufzeigen. Ob es durch die Finanzverwaltung tatsächlich zu Lohnsteuerrückforderungen in Millionenhöhe kommt, und wie sich die Sozialversicherungsträger in Anbetracht latent leerer Kassen verhalten, bleibt ganz sicher abzuwarten. Die Urteilsbegründung und Presseerklärung des BFH sollte jedoch genügend Anlass bieten, Vorsorge zu treffen.

Michael Schramm, bAV Ökonom (ebs), 14.03.2017

Panoramastraße 56

74638 Waldenburg

Telefon  07942 / 3716

Telefax  07942 / 941388

Mobil     0171 / 126 8508

E-Mail   michael.schramm@dpm-gruppe.eu

Homepage www.dpm-gruppe.eu

Michael Schramm aus Waldenburg BW berät seit mehr als 15 Jahren Unternehmen bei der Einrichtung und Verwaltung betrieblicher Altersversorgung. Er informiert sowohl über betriebswirtschaftliche Vorteile, als auch zu Haftungs-und Ausfinanzierungsrisiken.

 

„Die letzte umfassende Beratung hatte ich vor drei Jahren“

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Interview zur Generationenberatung

Interview zur Generationenberatung

Viele Menschen in Deutschland brauchen eine Generationenberatung. Tendenz steigend, weil es immer mehr ältere Menschen hierzulande gibt. Die Realität aber, sieht anders aus, wissen die beiden Experten zum Thema Generationenberatung des Weiterbildungsanbieters Perspectivum, Karsten Körwer und Norbert Lamers. Ältere bekommen nämlich oft jahrelang keinen Makler, Vermittler & Co. zu Gesicht.

Herr Lamers, Sie beschäftigen sich schon lange mit dem Thema Generationenberatung. Wie sehen Sie die zukünftigen Chancen?

Norbert Lamers: Das ist richtig, das Thema Generationenberatung ist, wie ich finde, ein sehr spannendes Thema und eine große Aufgabe, sicherlich auch eine gesellschaftliche Aufgabe für einen Vermittler in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Ich durfte in der Vergangenheit und ich werde in der Zukunft mit einem ausgewählten Personenkreis, die als Trainer und Coach mit mir zusammen arbeiten, dieses Thema weiterentwickeln.

Bedenken Sie, für wie viele Menschen in der Bundesrepublik eine professionelle Generationenberatung von Nöten ist. Nehmen Sie mich als Beispiel. Ich bin 60, stehe mitten im Berufsleben, bin verheiratet. Die letzte umfassende Beratung hatte ich vor drei Jahren. Kein Mensch hat mich in dieser Zeit nach der Situation in meinem privaten Umfeld gefragt, zu meiner Mutter, meinen Brüdern und deren Partnern und Kindern, nach meinen Kindern und deren Partnern und Kindern, meinen Enkelkindern.

Wenn es um Geldanlage, Pflege, Hauskauf, generelle Absicherung und vieles mehr geht, müssen diese Angehörige doch an den Beratungstisch oder? Aber nichts passierte und ich behaupte in tausenden Fällen ist das genauso. Und das Schlimme ist, der Vermittler nutzt diese Chancen nicht. Ich glaube, ich brauche nicht weiterzumachen. Die Profis unter uns wissen, was es da geläutet hat.

Was bedeutet denn für Sie Generationenberatung? Im Moment geistert die Frage durch die Branche: Ist die Generationenberatung nur ein Hype, oder doch ein nachhaltiges Geschäftsmodell?

Karsten Körwer: Sowohl als auch. Im Moment ist es ein Hype und viele, sowohl Vermittler als auch Versicherer, versuchen auf diesen Zug aufzuspringen. Generationenberatung ist und bleibt ein langfristiges, nachhaltiges Geschäftsmodell. Zunächst einmal ist Generationenberatung ja nichts Neues in dem Sinne. Wir, Sie alle, betreiben mehr oder weniger täglich Generationenberatung, behaupte ich mal. Abstrakt betrachtet ist selbst die private Haftpflichtversicherung ein Beitrag zur Generationenberatung – immerhin hat ein kapitaler Schaden auch womöglich generationenübergreifende Auswirkungen.

Generationenberater beschäftigen sich mit den wirtschaftlichen Konsequenzen von Ernstfällen für die gesamte Familie und den entsprechenden Lösungen zur Vorsorge. Erfolgreiche Generationenberater sehen den Kunden langfristig, lebensbegleitend und beraten ihn ganzheitlich. Sozusagen von der Geburt bis ins hohe Alter. Und berücksichtigen dabei eben nicht nur die Einzelperson, sondern das gesamt persönliche Umfeld.

Lamers: Dem kann ich nur zustimmen und somit sehe ich die zukünftigen Chancen im Bereich Generationenberatung sehr positiv, allerdings vorausgesetzt, dass man sich auch professionell mit diesem Thema auseinandersetzt und entsprechende Vorkehrungen im Vermittlerbetrieb und bei sich selber trifft.

Es reicht nicht, Generationenberatung nur als Beratungsanlass zu verstehen. Viele Vermittler gehen mit dem Thema Patientenverfügung zum Kunden oder legen dem Kunden einen Notfallordner auf den Tisch. Und dann war es das. Das ist krass.

Generationenberatung als Beratungsanlass. Aber das ist doch grundsätzlich nicht verkehrt, oder?

Körwer: Nein, wenn man es als Einstieg in das Gespräch versteht, dann nicht. Grundsätzlich ist man sicherlich gut bedient, wenn man für sich selbst eine kurze Standortanalyse vornimmt. Nur so ist es überhaupt möglich, das Thema Generationenberatung konstruktiv in Aktionen und Aktivitäten einzubinden.

Generationenberatung kann ein Beratungsanlass sein, Sie können es in ein Jahresgespräch einbinden, Sie können eine Bestands- und/oder Neukundenaktion damit vornehmen. Es gibt einen ganzen Sack voll Möglichkeiten. Und jeder dieser Möglichkeiten, konzeptionell durchdacht eingearbeitet und umgesetzt, wird Ihnen zwangsläufig Wertschöpfung bringen. Sie können sich dagegen gar nicht wehren.

Lamers: Bei der Standortanalyse könnte sicherlich auch helfen, einmal intensiv zu beleuchten, wer mich bei der Generationenberatung beim Kunden unterstützen kann. Denken Sie an den Steuerberater, Notar, Rechtsanwalt, Pflegedienst und andere Dienstleister.

Sie helfen mir einerseits meine Beratungsergebnisse beim Kunden umzusetzen und das Spannungsfeld Rechtsdienstleistungsgesetz zu beachten, anderseits können diese Personen meine Kunden und Geschäftspartner, auch im Sinne eines Tippgebers, sein. Ein wunderbares Netzwerk. Und der Generationenberater ist mittendrin im Geschehen.

Körwer: Ja, genau. Ich glaube, dann haben wir das erreicht, wo wir hinwollen. Der Generationenberater ist Lebensbegleiter und Coach des Kunden und verkauft ihm nicht nur eine Versicherung oder eine Kapitalanlage. Das macht den Unterschied.

Diesen Unterschied gilt es heraus zu arbeiten?

Körwer: Das „Wie“ ist für viele Kolleginnen und Kollegen der Mount Everest unter den Geschäfts- und Zielplanungen. Und auf der anderen Seite treffen wir hier noch die mangelnde Bereitschaft der Inanspruchnahme von Unterstützung – ich nenne sie gerne die Dr. WABs – Weiß-alles-besser. Besonders auch noch dann, wenn die Unterstützung Geld kostet.

Diese Haltung ist fatal, denn diejenigen, die dieser Philosophie frönen, verpassen nicht nur die riesigen Chancen des Neugeschäfts und des Cross-Selling. Gute Berater garantieren Ihnen die Amortisation Ihres Investments. Denn richtig gemacht, ist es völlig unmöglich, nicht Geschäft zu machen.

Lamers: Kritisch betrachtet müssen sicherlich auch die Bildungsdienstleister und Dienstleister, die in diesem Umfeld tätig sind, umfassender und detaillierter schulen und die richtigen Weichen für die Vermittler stellen. Wir haben bei Perspectivum unser Trainingskonzept in den vergangenen Wochen überarbeitet und setzen auf einen modernen Mix von Training, Coaching und einer neu geschaffenen Infothek – alles sehr praxisorientiert gemacht.

Vielen Dank an die Pfefferminzia