Pensionsrückstellungen: Finanzieller Kraftakt vor allem für den Mittelstand

Betriebsrenten-Direktzusagen
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ich bin Roland Richert, Gründer und Mädchen für alles bei ProFair24.
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Köln, 12. April 2018 – In der anhaltenden Niedrigzinsphase stellen die Direktzusagen für Betriebsrenten vor allem für mittelständische Unternehmen in Deutschland eine erhöhte finanzielle Belastung dar. Das geht aus einer Analyse von Atradius hervor, für die der internationale Kreditversicherer 22.000 deutsche Abnehmer seiner Kunden analysiert hat. Erhöhter Druck lastet demnach speziell auf Firmen in der Finanz-, Elektronik- und Lebensmittelbranche. Bei Abnehmern, die sich bereits in einer schwierigen Lage befinden, könnten die höheren Pensionsrückstellungen laut Atradius ein entscheidender Faktor für einen Zahlungsausfall sein.

Bei den Direktzusagen bildet das Unternehmen selbst die entsprechenden Rücklagen für die Altersvorsorge seiner Mitarbeiter und legt sie an den Kapitalmärkten an. „Dieses Modell hat in der Vergangenheit gut funktioniert, in den zurückliegenden Jahren jedoch sind die Zinsen deutlich gefallen. Viele Firmen sehen sich deshalb mittlerweile einem deutlich niedrigeren Rechnungszinssatz ausgesetzt und müssen höhere Rückstellungen bilden, um ihre zukünftig fälligen Zahlungsverpflichtungen vollständig erfüllen zu können“, sagt Michael Karrenberg, Regional Director Risk Services Germany, Central, North, East Europe & Russia/CIS von Atradius. „Durch die niedrigen Rechnungszinsen verringern sich nicht nur die Erträge auf das Deckungsvermögen, sondern die betroffenen Unternehmen müssen die Finanzierungslücke mit anderen Mitteln ausgleichen. In einzelnen Fällen kann dadurch auch das Forderungsrisiko steigen.“

Mittelstand besonders betroffen

Von der Problematik sind vor allem mittelständische Firmen betroffen, da diese den Rechnungszinssatz nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) anwenden. Dieser reagiert deutlich zeitverzögert auf steigende Zinsen, so dass auch in den kommenden Jahren noch Zusatzmittel der Unternehmen in die Bilanzen eingestellt werden müssen. Wie hoch die zusätzliche Belastung ist, hängt außerdem von der durchschnittlichen Höhe der Gehälter in einem Unternehmen und der durchschnittlichen Zugehörigkeit der Belegschaft der Unternehmen ab. Gemäß der Analyse von Atradius sind Unternehmen aus der Finanz-, Elektro- und Lebensmittelbranche im Durchschnitt am stärksten betroffen. Hier ist der Anteil der Pensionsrückstellungen an der Bilanzsumme verhältnismäßig hoch. Innerhalb einzelner Branchen zeigen sich jedoch zum Teil auch große Unterschiede. „Große Konzerne trifft die Entwicklung bei ihren Vorsorgeversprechen meistens nicht so hart, unter anderem, weil sie in der Regel über genügend finanzielle Reserven und einen besseren Zugang zum Kapitalmarkt verfügen“, erläutert Michael Karrenberg.

Auch Innovationskraft gefährdet

Atradius weist auf das Risiko hin, dass bei Abnehmern auch die Finanzierungskosten bei der Aufnahme von Krediten aufgrund der schlechteren Eigenkapitalquote steigen könnte. Notwendige Investitionen könnten dadurch verhindert werden, was sich langfristig gegebenenfalls auf die Zukunftsfähigkeit eines Abnehmers auswirkt. „Wir werden die weitere Zinsentwicklung sehr genau beobachten und auch die betroffenen Branchen im Blick behalten. Ein insgesamt gesundes Unternehmen wird nicht allein aufgrund seiner Pensionsrückstellungen zu einem Risikoabnehmer. Allerdings empfehlen wir auch unseren Kunden, sich ihre Abnehmer gut anzuschauen und sich darüber zu informieren, ob und zu welchem Zeitpunkt es zu einer größeren Auszahlung kommt, da dies die Zahlungsfähigkeit massiv beeinträchtigen kann“, sagt Michael Karrenberg. Atradius bewertet das Forderungsrisiko bei jedem Unternehmen individuell. Zusätzlich werden Unternehmen mit einem hohen Anteil der Pensionsrückstellungen an der Bilanzsumme gesondert geprüft. Eine Entspannung der Situation wird sich – insbesondere für den Mittelstand – laut Atradius erst zeitverzögert einstellen, wenn sich die steigenden Zinssätze spürbar in den Rechnungszinssätzen nach dem HGB niederschlagen.

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Kreditwürdigkeit im Check – Umfrage

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Kredite für Auto, Fernseher oder Waschmaschine

Kredite für Auto, Fernseher oder Waschmaschine

Zahlungsfähigkeit gecheckt? – Umfrage im Internet

Wenn die Anschaffung von Einbauküche, Unterhaltungselektronik oder Haushaltsgroßgeräten auf dem Plan steht, wird oftmals die Finanzierung durch Kredit überlegt. „Egal ob Auto, Smart-TV und Sofa auf der Wunschliste ganz oben rangieren: Wie viel Kredit kann ich mir überhaupt leisten? – eine realistische Einschätzung der eigenen Zahlungsfähigkeit ist der erste Schritt, bevor Angebots- und Preisvergleiche eingeläutet werden“, so die Verbraucherzentrale NRW. Denn Finanzierungen, die das eigene Budget überfordern, münden oftmals in der Schuldenfalle. Außerdem: Auch Darlehnsgeber sind mitverantwortlich, die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden zu checken. Schon seit Ende März 2016 hat der Gesetzgeber Banken und Sparkassen verpflichtet, Kredite nur dann zu vergeben, wenn Verbraucher diese aller Voraussicht nach auch zurückzahlen können. „Versäumt die Bank die ‚Kreditwürdigkeitsprüfung‘ des Kunden oder patzt sie dabei, kann der Kreditnehmer unter Umständen Ermäßigungen beim Zinssatz oder sogar Schadenersatz verlangen, wenn die Rückzahlung platzen sollte“, zeigen die Verbraucherschützer die Konsequenzen der gesetzlichen Vorgaben vor. Allerdings: Vielfach ist Kreditnehmern das Verfahren noch unbekannt und die Banken prüfen keineswegs nach einheitlichen Vorgaben. Die Verbraucherzentrale NRW will deshalb nun den „Check der Kreditwürdigkeit“ checken: Bei einer Umfrage im Internet ruft sie auf, eigene Erfahrungen bei der Prüfung der Zahlungsfähigkeit durch die Bank zu schildern: Unter www.verbraucherzentrale.nrw/umfrage-kreditwuerdigkeitspruefung braucht es dafür nur wenige Klicks.

Für den eigenen „Selbsttest“, wie viel Kredit man sich überhaupt leisten kann, gibt die Verbraucherzentrale NRW folgende Tipps mit auf den Weg:

  • Polster statt Kredit: Finanzierungen per Kredit sollten auf notwendige Anschaffungen beschränkt werden. Zum Beispiel für ein Auto, das für die Fahrt zur Arbeit benötigt wird, oder auf den Ersatz der defekten Waschmaschine. Ehrlich beantwortet werden muss zunächst die Frage, warum der Betrag für die gewünschte Anschaffung bisher nicht zurückgelegt wurde. Wer in der eigenen Finanzplanung ein Polster für „Unvorhergesehenes“ und Ersatzbeschaffungen berücksichtigt, kann sich Kredite meist sparen.
  • Vorspar-Experiment: Drei Monate lang sollte versucht werden, den Betrag für den geplanten Kredit „auf Probe“ zur Seite zu legen. So kann herausgefunden werden, ob die regelmäßigen Raten fürs Abzahlen überhaupt dauerhaft zu verkraften wären. Und das Vorspar-Experiment kann problemlos abgebrochen werden, wenn sich dadurch dicke Löcher im Budget auftun. Erspart hat man sich dann aber auf jeden Fall, dass langfristige Kreditfesseln in der Schuldenfalle münden.
  • Kosten-Check: Auch bei der Kreditaufnahme sollte ein Preisvergleich selbstverständlich sein. Keinesfalls von kleinen Monatsraten blenden lassen! Vor allem bei einem Ratenkredit, bei dem feste Konditionen für die gesamte Laufzeit vereinbart werden, ist der effektive Jahreszins für den Vergleich entscheidend. Darin sind alle Kosten – einschließlich der Bearbeitungsgebühren – auf die gesamte Laufzeit umgelegt. So ist zu erfahren, was am Ende beim Kreditinstitut für die geliehene Kreditsumme tatsächlich zu zahlen ist.

Was Banken bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit berücksichtigen müssen, hat die Verbraucherzentrale NRW zusammengestellt. Unter www.verbraucherzentrale.nrw/umfrage-kreditwuerdigkeitspruefung fragt sie mit Hilfe eines Fragebogens auch nach Erfahrungen, wie Kreditinstitute die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden gecheckt haben.

Beratung zum Thema gibt es in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW.

Adressen:

www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort